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Tagesarchiv für 27. Januar 2012

Ehrenvolles Scheitern

Freitag, den 27. Januar 2012 um 17:18

Gleich zu Jahresbeginn sind zwei Männer vom Finanzplatz Schweiz zurückgetreten, derer das Land dringend bedurft hätte: Philipp Hildebrand und Dr. Konrad Hummler. Ersterer scheiterte wohl an seiner Frau, vor allem aber an einer entschlossenen Gegnerschaft, die seinen Skalp um jeden Preis wollte. Der St. Galler Privatbankier Dr. Konrad Hummler wurde zum Opfer seiner ur-schweizerischen Bestimmung: Selbständig zu bleiben und vor niemand den Hut zu ziehen. Sein Lebenswerk, die Privatbank Wegelin & Co., von Schweizer Gesetzen nur unzulänglich geschützt, lief auf das Riff US-amerikanischer Ansprüche auf, gegen das es keinen Schutz gibt. Daran wird deutlich, wie schutzlos unser Land ausländischen Ansprüchen ausgesetzt ist, nicht nur amerikanischen.

Hummler, dem man den Druck der letzten Wochen angesehen hat, darf eine ehrenvolle Übergabe seines Werks zugestanden werden. Er hat als Kapitän das Schiff nicht verlassen, sondern durch den Verkauf der Bank die Ansprüche seiner Kunden wie die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter gesichert. Das Risiko der weiteren Auseinandersetzung mit den USA hat er auf seine Schultern genommen.

Natürlich geht es um viel Geld, aber es geht auch um den schweizerischen Freiheitsgedanken. Es sieht zu Beginn dieses Jahres ganz so aus, als müsse die Schweiz in den kommenden Monaten weitere Opfer bringen, politische, finanzielle und menschliche. Wir müssen nicht nur unsere Freiheit verteidigen in einem Krieg, der nicht weniger unerbittlich ist als diejenigen des vergangenen Jahrhunderts. Wir brauchen auch die Männer und Frauen an der Spitze, welche eine solche Auseinandersetzung führen können. Philipp Hildebrand und Konrad Hummler waren solche Männer. Wir sollten deshalb darüber nachdenken, wo wir sie weiter benötigen. Ihre Stimme für die Schweiz darf nicht verstummen.

„Die Zeit“ rutscht ab

Freitag, den 27. Januar 2012 um 16:00

Ein bekannter europäischer Richter schrieb mir dieser Tage: „Ich stehe nirgendwo.“ Er wollte damit sagen, keine Partei könne ihn für sich in Anspruch nehmen. Ganz im Gegensatz dazu haben sich die verlegerischen und redaktionellen Spitzen der liberalen deutschen Wochenzeitung  „Die Zeit“ insofern in eine gefährliche Lage gebracht, als sie jetzt zum zweiten Mal sich selber zum Opfer von Kampagnen-Journalismus gemacht haben.

. Herausgeber Josef Joffe machte sich mit Auftritten und Kommentaren zum Verteidiger des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, indem er Wulff ein unkritisches Podium zu dessen eigener Verteidigung bot.

. Damit verletzte er das Gesetz des Abstands ebenso wie sein Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der mit einem eher naiven Interview-Buch den gestürzten deutschen Verteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg zu Wort kommen liess. Guttenberg wollte damit im fränkischen Bayern wieder politisch durchstarten, was aber misslang. Er zog sich wieder in die USA zurück.

Der Kampagnen-Journalismus der beiden „Zeit“-Stars macht deutlich, dass das renommierte Weltblatt trotz wachsender Leserzahlen in eine Krise geraten ist. Was Marion Gräfin Dönhoff, die dem Kampagnen-Journalismus auch nicht abgeneigt war, oder Theo Sommer meisterlich zelebrierten, gelingt der neuen Verlagsleitung immer weniger: Eleganz in der Kommunikation.

Dazu gehört, dass der Schweizer Teil unter Leitung von Peer Teuwsen eher zu einem linken und keineswegs liberalen Parteiblatt abgesunken ist, was keinem wirklich gebildeten Leser gefallen kann. Offensichtlich wollte man einen Gegenpol zur rechtskonservativen „Weltwoche“ schaffen , womit in der Schweiz die Frage offen bleibt, ob es neben der NZZ noch Platz hat für eine aktuell-liberale Publikation.

Die Loyalitäten zerbrechen – nackter Wettbewerb

Freitag, den 27. Januar 2012 um 11:30

Die Schweizer Grossbanken liefern ihre Kunden ans Messer, ein unglaublicher Vorgang! Die Grossbanken kämpfen untereinander bis aufs Messer, Raiffeisen, Postfinance, die Kantonal- und die echten Privatbanken nehmen an Kunden von den schwankenden Grossbanken, was immer sie nehmen können. Es gibt keine Finanzplatz-Strategie mehr; Bankenpräsident Patrick Odier will zurück an die sicheren Ufer der Vergangenheit.

Die Ringier-Medien haben gegen die „Weltwoche“ blank gezogen. Roger Schawinski streitet sich im Schweizer Fernsehen mit „Freund“ Roger Köppel, dass nur noch das Blut fehlt. Der dritte Roger, de Weck, ist ins Schweigen verfallen, denn die Hörerzahlen des Staatssenders SRG rutschen nach unten.

Wir sind eingezogen in das Zeitalter des nackten Wettbewerbs, ganz wie Alarichs Germanen, als sie nackend in Italien einmarschierten, denn ohne Körperschutz mussten sie siegen oder untergehen.

Fragwürdige Welt-und Klimaretter

Freitag, den 27. Januar 2012 um 10:17

Heute früh, zur Schlafenszeit, wo die Kinder sich für die Schule erholen sollten, donnerte der Helikopter über unsere Dächer. Sicher war es ein prominenter Welt- und Klimaretter auf dem Weg nach Davos, der uns dann über die Medien wissen liess a) wie wir Strom sparen müssten, um keinen Energiekollaps zu erzeugen, b) wie wir als Steuerzahler die 2. Säule unserer Beamten und SBB-Angestellten zu retten hätten, um den Staat stabil zu halten, c) wie wir Geld für den IWF bereit zu stellen hätten, damit Frühpensionierte und Steueroptimierer aus ganz Europa, dazu Banken und Versicherungen, ohne Verlust aus ihren Schuldenfallen kämen. Ich drehte mich auf die andere Seite um, Prof. Klaus Schwab und sein Larifari-Forum verfluchend. Die reine Geld- und CO2-Vergeudung.

Politische Krise hat Personalkrise zur Folge

Freitag, den 27. Januar 2012 um 10:15

Zwei Drittel aller 2 500 Schweizer Gemeinden haben Schwierigkeiten damit, die rund 15 000 Executivämter zu besetzen. In katholischen Kantonen ist der Zusammenhalt der Bürger noch besser als in protestantischen, sagt der Bündner Soziologe Urs Meuli.

Wir erwarten, dass auch der „Hype um die Nationalratswahlen“ demnächst einmal abklingen wird, denn die Bürger begreifen immer besser, dass wesentliche Entscheide des Landes weder im Nationalrat noch im Ständerat zur Behandlung kommen. Die Ent-täuschung wird noch einige Zeit brauchen, um sich durchzusetzen.

Das Schweizer Volk rückt von Parteien wie Politikern ab; ohnehin sind die Stimm- und Wahlberechtigten eine immer kleinere Minderheit der Bewohner des Landes.

Wenn Schwarz und Brunetti schwarz sehen

Freitag, den 27. Januar 2012 um 9:30

Prof. Dr. Aymo Brunetti, der in wenigen Tagen das seco verlässt, um an den Universitäten Bern und Basel Ökonomie und Regionalwirtschaft zu lehren, sieht zwei schwierige Jahre auf die Schweiz zu kommen. Das BIP-Wachstum liege viel zu tief, um ein echtes Wirtschaftswachstum zu bewirken. Wir würden jetzt auf Vorrat leben; eine zweite EURO-Krise könnte diesen zerstören.

Noch deutlicher sagt dies Dr. Gerhard Schwarz, Direktor von Avenir Suisse, der Inflation und Austerität erwartet, während Brunetti die Deflation nicht ausschliesst. Schwarz plädiert für eine Anhebung des EURO-Mindestkurses, ganz wie BR Schneider-Ammann auch; Brunetti bleibt in dieser Frage zurückhaltend. Schwarz beklagt, seit September 2009 seien die Auslandvermögen der Schweiz aufgrund der Währungsentwicklung um über CHF 210 Mia. gesunken, wogegen der SNB-Verlust von CHF 20 Mia. im 2010 „ein Klacks“ sei (Anmerkung: Euro 50 Mio. gelten bei deutschen Bankern aus Peanuts; mit „ein Klacks“ wurde eine neue Währungseinheit vorgestellt). Schwarz ist gegen künstlich tief gehaltene Mehrwertsteuern und Subventionen für Tourismus, Landwirtschaft und Cleantech.

Schwarz wie Brunetti sehen schwarz.

Merke: Wer sich und seine Firma fit hält, wird sich allen Grosstrends entziehen können. Das ist die eigentliche Aufgabe eines Unternehmers.

Reizvolle elitistische Meinungsbildung

Freitag, den 27. Januar 2012 um 7:05

Wer sich zur Bildungselite zählt, ist zu Gedankensprüngen   fähig, die nicht ohne Reiz sind. Die Rede ist von Äusserungen des Politologen Prof. Georg Lutz von der Uni Lausanne:

  • Wenn Teile der Schweizer Bevölkerung Angst vor Zuwanderern haben, nennt er dies „Sockel-Xenophobie, die von der SVP bewirtschaftet wird“.
  • Wenn die SVP während des Wahlkampfes erfolgreich Unterschriften für ihre Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ sammelt, ist dies nur ein  „zu relativierender Erfolg“. Andere würden sagen: Clever getimt.
 
     
     
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