Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 19. Januar 2012

Die Sawiris-Tragödie

Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 15:50

Es ist zwecklos, mit Milliardären Mitleid zu haben, aber beim charmanten Samih Sawiris, der vom Bund, Kanton Uri und der Gemeinde Andermatt viel geschenkt erhielt, muss man ihm das Pech zugestehen. Drei Faktoren machen sein Unglück aus, einmal abgesehen von wenig glücklichen Personalentscheiden, die zu vorzeitigen Abgängen und Wechseln führten:

  1. Wer aus Andermatt ein zweites St. Moritz machen will, wie zu Beginn gesagt wurde, muss vom Grössenwahn befallen worden sein. St. Moritz ist eine Tourismus-Eiche, Andermatt höchstens ein Haselstrauch. Wer aus diesem Schattenloch, das zehntausende Schweizer Männer in schlechter Erinnerung haben, eine Spitzenstation machen will, muss erst einmal viel Geld verlieren wollen, damit die Reste saniert werden können.
  2. Seit fünf Jahren ist der westliche Finanzboom zusammen gebrochen, sodass die sehr reichen „gambler“ aus den Finanzzentren an Zahl und Wohlstand abgenommen haben. Dieser Markt ist zusammen gebrochen.
  3. Sawiris ist ägyptischer Kopte, dessen Geburtsland die Krise noch nicht überwunden hat. Was die Islamische Bruderschaft zusammen mit der Armee aus Ägypten machen wird, klingt nicht nach Tourismus (keine Bikinis, keine Sauna, keine wilden Partys). Zudem wird die koptische Minderheit dort verfolgt; das ist keine vernünftige Geschäftsgrundlage.

Ob ein Teil der Familie Sawiris an diesem „El Gouna Nord“ finanziell verbluten wird, ehe es eine Bank oder ein Hedge Fund übernimmt, werden wir sehen. Auf jeden Fall müssen die Objektpreise massiv sinken. Wie heisst es bei Hoteliers? „Ein Hotel muss dreimal abgeschrieben werden, ehe es rentiert.“

Die Abt Martin-Bewegung

Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 14:30

Wie beliebt der amtierende und beim Sport verunglückte Abt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen, ist, zeigen die Hunderte  von Mitteilungen, welche nun die Mönche des Klosters erreichen. Abt Martin hat während zehn Jahren beeindruckt durch seine geistige Kompetenz, seine Liebe zu den Menschen und die Tatkraft, mit welcher er dem 1100jährigen Benediktinerkloster neues Leben einhauchte. Während die konservativen Bischöfe des Landes die gehässigen Artikel beklagen, denen sie in den Schweizer Medien ausgesetzt sind, hat Abt Martin mit Selbstsicherheit und Eleganz die Herzen der Menschen, auch der Journalisten, für das Kloster und die Kirche gewonnen.

Traurig ist nur, dass es einen schweren Unfall braucht, um dafür eine Bestätigung zu erhalten.

Prinzip Zufall

Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 14:15

Wissenschaftler geben es längst zu: Die grossen Ideen fallen Einzelnen einfach zu. Natürlich braucht es Fleiss und Disposition, aber wen es trifft, gehorcht keiner Regel. Wer als grosser Wissenschaftler gilt, hat meist Vorgänger, die ihn auf den Weg brachten oder Kollegen, denen er den Weg abschnitt auf dem Weg zum Nobelpreis.

Sind Unternehmer und Topmanager anders? Ich glaube es immer weniger. Ein Steve Jobs hat wenig erfunden, fand aber eine überzeugende Markenlinie, die er pedantisch-terroristisch durchsetze. Ein Warren Buffett handelte nie anders als „die schwäbische Hausfrau“ (nur Sicheres kaufen, was Buffett auch nicht immer gelang). Ein Jerry Young von Yahoo muss einigermassen schmächlich zurücktreten.

Wer einmal die Spur zu einer Goldmine entdeckte, wie alt Bundesrat Kaspar Villiger, der vom Rücktritt von Elisabeth Kopp profitierte, wird diese Linie so lange verteidigen bis er als VRP des UBS-Konzerns scheiterte.

Der Zufall sucht sich geeignete Partner aus. Wer Ratlosigkeit sucht, gehe an das World Economic Forum in Davos, wo jeder die Lösung beim anderen sucht.

Kapital lässt sich nicht stoppen

Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 13:10

Kaum ist Philippe Hildebrand weg vom Fenster, verlangen die Schweizer Banken weniger Kontrolle beim Kapitaleinsatz im Binnenmarkt. Gegen alle Träumer kann festgestellt werden: Kapital lässt sich nicht stoppen. Werden künstliche Schwellen eingebaut, die den Geldfluss verteuern, ziehen sich die Kapitalgeber in Felder zurück, die mehr Ertrag bringen. Natürlich möchten die beiden bestimmenden Grossbanken UBS und CS, das ihnen möglichst viele Teilmärkte so offen wie möglich zur Verfügung stehen, aber nicht um jeden Preis. Einer meiner guten Freunde aus der Finanzbranche, der seit 20 Jahren jede Bewegung kennt, hat sich jetzt ein Landgut in Frankreich gekauft. Er weiss, dass die Verschuldungsrisiken immer höher steigen und Geld auf der Bank nicht mehr gleich sicher ist wie vor 20 Jahren. Wer ein Millionenvermögen hat, kann mit einer Sicherheit von Fr. 100 000.–, wie sie in der Schweiz pro Bankkunde geboten wird, nicht zufrieden sein. Fährt eine Bank durch einseitige Kreditvergabe auf ein Riff, ist der Untergang der „Concordia“ vor der italienischen Küste „peanuts“ dagegen.

Der ultra-orthodoxe Ärger

Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 8:30

Ein Jahrzehnt und mehr haben wir uns über die orthodoxen Muslime geärgert, die man gemeinhin Taliban nannte. Jetzt arrangieren sich die westlichen Regierungen mit den muslimischen Bruderschaften, die in Tunesien und Ägypten ordnungsgemäss die Wahlen gewonnen haben. Als weithin ungelöst gilt die Frage, wie man in Israel die eine Million ultra-orthodoxer Menschen beurteilen soll, die mit Frauen nicht weniger schlimm umgehen als die Nordamerikaner mit den Afroamerikanern zur Zeit der Segregation. Die ultra-orthodoxen Mitglieder der katholischen Pius-Bruderschaft sind mindestens still geworden. Ärgerliche Vereine insgesamt.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog