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Tagesarchiv für 17. Januar 2012

Revolte der SVP Oberwil

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 16:00

Im Kanton Baselland revoltiert die SVP-Ortssektion Oberwil mit einem offenen Brief gegen die Politik der SVP Schweiz. Die Vorkommnisse „seit den letzten Bundesratswahlen und endend mit den Ereignissen rund um die Schweizerische Nationalbank“ könnten von den Oberwiler SVP-Manne und –Fraue nicht mehr gebilligt werden. Die Revolte der Ortssektion ist nur ein Signal für eine weit verbreitete Unzufriedenheit innerhalb der SVP, wo den Blocher-Getreuen eine Mehrzahl von Mitgliedern gegenüber stehen, die mangels Macht und Fähigkeit die Faust im Sack machen. Der Stadtberner SVP hat Bernd Schildger „aus persönlichen Gründen“ abgesagt, für den exekutiven Gemeinderat zu kandidieren; offensichtlich ist er nicht bereit, sich in eine Partei einbinden zu lassen, wo man der Spitze nur Wasser tragen darf. Chefstratege Blocher weiss dies natürlich und segelt munter über die, in seinen Augen, Hindernisse hinweg.

Immerhin, er macht Politik. Wo ist eigentlich Fulvio Pelli geblieben? Die FDP Schweiz ist ein Schiff ganz ohne Kapitän, was der A-Schweiz der grossen Konzerne nur recht sein kann, aber der B-Schweiz der KMU- und Gewerbebetriebe keinen Fortschritt bringt.

Ogi will „Bad Bank“ Schweiz-EU

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 16:00

Unser Kommunikations-Weltmeister Dr. h.c. mult. Dölf Ogi will die Verhandlungen der Schweiz mit der EU aufsplitten in eine „Good Bank“, wo alles einfach ist, und eine „Bad Bank“, wo die riskanten Themen anstehen: Neutralität, direkte Demokratie, EU-Recht. Und stellt klar: „Ich habe 1992 nicht den Beitritt der Schweiz zur EU verlangt, sondern das Recht, in Beitrittsverhandlungen einzutreten.“

Sein Parteifreund Christoph Blocher, der ihm einen Strich durch die Rechnung machte, sei unter vier Augen ein angenehmer Mensch, wolle aber, seien mehr Menschen anwesend, immer dominieren. Das will der Dölf wohl auch. Er sollte dem Herrliberger Dominator einen seiner im Hosensack gewärmten Kandersteger Kristalle schenken; das beruhigt.

Unbekannte Ostschweiz?

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 14:05

Sorgen hat der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin, weshalb er sagt: „Aargauer, Westschweizer und Berner kennen die Ostschweiz einfach nicht.“ Weil im Zusammenhang mit dem Einzug der 400 Mitarbeiter des Bundesverwaltungsgerichts im Sommer dieses Jahres auch die Welschen Bedenken haben,  in St. Gallen keine kulturell hochstehenden und sprachkundigen Menschen zu finden, empfiehlt ihnen Scheitlin den Kontakt mit der „église française“, deren Mitglieder der lateinisch geprägten Hochsprache mächtig seien. Welcher Irrtum! Muss in die Kirche gehen, wer gewohnt ist, eine Bar zu besuchen? Genau das ist es, was die Welschen in der Gallus-Stadt fürchten.

Im übrigen ist die Schweiz längst ein City State geworden, wie Prof. Dr. Franz Jaeger und Dr. Konrad Hummler im gleichlautenden Buch im letzten Jahr geschrieben haben. Wer in St. Gallen arbeitet, kann ruhig im Westen der „Stadt Schweiz“ wohnen bleiben, wenn er die schlechten Bahnverbindungen in den Osten des Landes und den von Staus geprägten Autobahnverkehr rund um Zürich erträgt. Die Ostschweiz, ganz im Gegensatz zur Westschweiz, die von Dynamik geprägt ist, schafft es einfach nicht, ihre Kräfte zu bündeln. Der Thurgau lebt vom Zuzug der Zürcher und Deutschen, die Stadt St. Gallen ist eine alternde Schöne mit vitalen Vororten, wo die Reichen wohnen. Chur ist nahezu trostlos, das Bündnerland, mit Ausnahme weniger Destinationen, eine Unterhaltungs- Grün- und Sportzone. In Lausanne, unter Führung von Patrick Aebischer, dem Präsidenten der ETH Lausanne, geht die Post unglaublich ab, weshalb die kantonalen Regierungen jetzt auch die Zusammenarbeit mit Genf intensivieren. Die moderne Schweiz entsteht im Westen des Landes und im Grossraum Zürich-Luzern. Das schöne St. Gallen träumt in sanfter Zufriedenheit. Scheitlin: „Wir sind viele freundliche Menschen.“

Im Sack sitzt das Volk

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 13:20

Wir sollten uns die Bürgergesellschaft wie einen grossen Sack vorstellen, in welchem die normalen Menschen sitzen, während die Eliten des Landes oben den Strick bilden, der den Sack zusammen hält. Beispiel: Wer bei Sinnen ist, wundert sich über das Verhalten von Christian Wulff, Bundespräsident, der sich wegen eines Häuschens in die Nesseln gesetzt hat, das in der Schweiz als eine Art Bahnwärterhaus gelten würde. Ihm applaudiert zu Jahresbeginn der Apostolische Nuntius in Berlin mit den Worten: „Sie, Herr Bundespräsident, dürfen unser aller Solidarität sicher sein.“ Die Aufgabe des unverständigen Volkes ist es, die Staats- und die Kirchensteuern zu begleichen.

Was ist liberales Bauchgefühl?

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 11:41

Wenn konservative Politiker sich entscheiden müssen, richten sie den Kompass am Interesse wohlhabender Minderheiten oder der Bestandespflege wichtiger Teile des Volkes (z.B. Bauern) aus. Müssen Sozialdemokraten sich entscheiden, suchen sie Geldquellen, finden sie keine, lockern sie die Schuldenbremse. Die Liberalen (der FDP) berufen sich gerne auf ihr Bauchgefühl, wobei die Klügeren unter ihnen hinzufügen, man müsse zuvor natürlich nachdenken. Was heisst nachdenken? Gerade die FDP muss bei ihren politischen Entscheiden stets eine Quersumme der Interessen aller Freunde, Sponsoren und Lobbyisten ziehen. Wird sie diesen gerecht, kommt das Bauchgefühl zur Geltung. Geht das Projekt durch? Meldet sich kein Widerstand, wurde ein echt liberaler Entscheid getroffen.

Die Kirche wird jünger

Dienstag, den 17. Januar 2012 um 10:05

Mindestens an der Spitze wird die rk Kirche der Schweiz jünger. Soeben wurde der 44jährige Generalvikar des Bistums Chur, Martin Grichting, zum päpstlichen Ehrenprälaten ernannt, eine hohe vatikanische Auszeichnung, die dem Verfechter einer Trennung von Kirche und Staat in der Schweiz Aufwind gibt.

Begonnen hat die Verjüngung mit der Wahl von Abt Martin Werlen zum Abt des Klosters Einsiedeln, gewählt von seinen Mitbrüdern. Abt Martin kann im kommenden Jahr auf zehn Jahre erfolgreichen Wirkens in Einsiedeln zurück blicken: Das 1100jährige Benediktinerkloster strahlt in neuem Glanz, hat ein erfolgreiches Internat, hat die Klosterbibliothek und vieles andere saniert. Abt Martin, der Gott und die Menschen ehrt, ist vor allem zu einem Symbol für die jüngeren Christen des Landes – und weit darüber hinaus – geworden.

Es folgten ein junger Abt in Engelberg, zwei junge Bischöfe in Solothurn-Basel und in Fribourg-Lausanne-Genf. Deren Tendenz ist klar: „Die Schweiz ist Teil der Weltkirche und wird deren Beschlüsse vollziehen.“

Das jammert die Tausende von Vertretern der Staatskirche, die auf fetten Pfründen sitzen, jährlich Fr. 700 Mio. an Kirchensteuern verteilen und sonst eigentlich wenig tun, das den Glauben auf die Beine bringt. Mit Kirchen-Renovationen (und bald auch Schliessungen) wie der Immobilienbewirtschaftung macht man in der geistlichen Welt keinen Staat.

Intellektuell bietet die Kirche wenig, weshalb sie sich seit einiger Zeit bei kirchlichen Stellungnahmen, die als schwierig gelten, hinter dem Begriff „jüdisch-christlich“ verbirgt. Das freut nicht nur Rabbi Boteach, der in seinem 26. Buch nach „Kosher Sex“ nun „Jesus als jüdischen Patriot“ vorstellt. Das Neue Testament vermittle einen falschen Eindruck. Kein Wunder, so der US-Rabbi, Paulus habe den Messias nie getroffen. Seitens der rk Kirche ist noch keine Reaktion erfolgt. Wozu auch, wenn immer weniger Katholiken ihr zuhören?

 
     
     
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