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Tagesarchiv für 11. Januar 2012

Patrick Aebischer wird Walliser

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 16:55

Der Präsident der EPF Lausanne, der ETH der Welschen, der initiative Patrick Aebischer, eröffnet die „EPFL Valais Wallis“, die erste Hochschule des bisher universitär vernachlässigten Kantons. Aebischer wird mit Unterstützung von Jacques Melly, Präsident des Staatsrats, gleich mit elf Lehrstühlen, davon elf zum Thema Energie, ins Wallis kommen. Man sieht, das 300 000 Einwohner zählende Wallis, wo vor allem das französisch sprechende Unterwallis stark vom Raum Lausanne profitiert, wird von der Westschweiz her entwickelt. Die deutschsprachigen Oberwalliser, 67 000 Menschen, hängen ein wenig in der Luft. Der klassische Hauptort Brig wird immer stärker von der Stadt Visp ins zweite Glied zurück gedrängt; der Standort Visp ist fast vollständig vom Chemiezulieferer Lonza abhängig und dient als Zubringer für Zermatt und Saas Fee.

Hildebrand, Wulff und die Medien

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 15:00

Ich bin geneigt, da ich ihn kenne, Philipp Hildebrand zu glauben, dass er sein Amt als Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank nicht für private Spekulationen missbraucht hat. Das Verhalten seiner Frau, die sich bei ihm öffentlich entschuldigt hat, war mindestens unglücklich. Weil er leicht eine neue Aufgabe in der globalen Finanzwelt übernehmen kann, ist sein Rücktritt verständlich.

Ich bin auch geneigt zu glauben, dass Dr. Christoph Blocher, ein enger Freund von Marcel Ospel, der von Hildebrand öffentlich gedemütigt wurde, in Übereinstimmung mit den Interessen der grossen Finanzinstitute, einen Grund suchte, dessen Ablösung zu betreiben. Der in einem Thurgauer Irrenhaus befindliche IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin zählt zum „collateral damage“.

In Deutschland sitzt Bundespräsident Christian Wulff, mindestens vorläufig, seine Krise aus, ganz wie viele andere deutsche Politiker auch dies vor ihm getan haben. Wäre Hildebrand auf seinem Posten verblieben, hätte dies eine Schweizer Staatskrise ausgelöst, denn der Bundesrat, in wenigem einig, hätte ihn ablösen müssen. Offensichtlich sind wir geschmeidiger als die Deutschen.

Von einer Hetzjagd der Medien in der Schweiz zu sprechen, ist übertrieben. Es waren die SVP-Medien, allen voran die „Weltwoche“ mit Urs Paul Engeler und Roger Köppel, die erstmals ihre volle Kraft zeigten. Der Erfolg, auch in Sachen Bruno Zuppiger, macht hungrig; Skandale bringen Auflage, wie schon andere wussten. Zu Zuppiger sollte man noch erwähnen, dass er nie ein „Blocherist“ war und bei Annahme der Wahl für die SVP zu einem zweiten Fall Widmer-Schlumpf geworden wäre. Er hätte die Pipeline für den SVP-Nachwuchs verstopft. Dies hat die „Weltwoche“ im letzten Augenblick verhindert, auf wessen Hinweis wohl?

Der rasende Kurt Koch

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 15:00

Blitzbesuch in Emmenbrücke, wo Kardinal Kurt Koch aufgewachsen ist, die Handküsse ergebener Diener der Kirche entgegen nehmend. Kurz darauf wieder Abreise: Noch im Januar nach Äthiopien, im Februar nach Brasilien, im Anschluss nach Osteuropa. Kurt Koch, der um die Welt rasende Kardinal aus der Schweiz ist auf der Suche nach der Einheit der Christen. Derweil laufen der eigenen Kirche die Gläubigen davon. Was bleibt, ist alt.

Fette Katzen bringen Glück

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 12:30

Als treuer Nestlé-Aktionär kann ich mich nur darüber freuen, dass mein Viviser Unternehmen, das mir nicht nur Café, Wasser und Glacés liefert, auch einer der weltgrössten Hersteller von Tiernahrung ist. Wie Nestlé uns wissen lässt (deren Aktien seit Anfang Januar steigen), sind im wichtigen Markt USA 50% aller Katzen und Hunde zu fett, weil sie zu viel Nestlé-Produkte fressen und zu wenig Bewegung haben. Jetzt, um Diabetes und Arthritis bei den Tieren zu verhindern, bietet Nestlé Entmagerungs-Lehrgänge an. Grossartiges Marketing: Zuerst machen wir fett, dann verdienen wir auch an der Magerkur.Hoffentlich nur an Tieren.

Unser trauriger SRF-Journalismus

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 10:50

SRG-Generaldirektor Roger de Weck, der kein dummer Mann ist, hat ein ernsthaftes Personalproblem, das ihm allerdings seine Vorgänger eingebrockt haben. Es gibt für die vielen Sendungen und Sender nicht genügend qualifizierte Journalisten. Zwei Beispiele:

  • Wenn im „Echo der Zeit“ eine bemühende Journalistin den zu interviewenden Fachmann aus Berlin fragt: „Ist Assad unbelehrbar?“. Schon diese insinuierende Frage ist von einer Sekundarlehrer-Überheblichkeit, die jegliche Qualifikation vermissen lässt und die Flucht in ausländische Sender zur Folge hat. Der Fachmann erläutert dann, im Gegensatz zur Fragenden, völlig korrekt, wie die innenpolitischen Fronten in Syrien verlaufen. Er lässt auch offen, ob ausländische Einflüsse, wie Assad behauptet, die Aufstände einer Minderheit ausgelöst haben.
  • Reto Brennwald darf über die Panamericana fahren und fliegen, einen Film, den ich mir betrachtete, weil ich die Strecke zwischen Medellin und Cuzco gut kenne. Keine Erläuterungen über die Staaten, Zufallsberichte über Brustoperationen und darbende Fischer, ein völlig steifer Moderator, der sich kaum einbringt. Verlorene Zeit, dies zu betrachten. McDonalds-Berichterstattung.

Erbringt ein Unternehmen schlechte Dienstleistungen, geht das SRF auf die Barrikaden (und auch dort oft in die falsche Richtung), aber die Minderwertigkeit der eigenen Berichterstattung wird mannhaft verschwiegen.

Abschied von der Häfeli-Deckeli-Mentalität

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 7:45

Wie Juden verpflichtet sind, anderen Juden zu helfen, wird nie ein Anwalt etwas Schlechtes über einen anderen Anwalt sagen, ein Arzt nie Nachteiliges über einen anderen Arzt und ein staatlicher Beamter und Angestellter nie etwas aussagen über die Leistungen seiner Kollegen. Diese Häfeli-Deckeli-Mentalität, auch ausgedrückt in der Formulierung „Kein Rabe hackt dem anderen ein Auge aus“, gerät jetzt ins Wanken.

Die ersten Whistleblowers bewegten sich auf unsicherem Gelände, weshalb die Übermittler der ungesicherten Botschaften sich gerne als „Briefträger“ bezeichnen (Lei, Blocher). Wie in der Stadt Zürich solche Krisen ausgebrochen sind, ist dies nun auch in der Stadt Luzern der Fall. Besonders gefährdet sind Sozial- und Eventressorts der Verwaltungen, Tourismusbüros aller Stufen und IT-Einheiten, die nicht nur als Quellen, sondern auch als Verursacher im Risiko stehen. Die Ursache dieser Entwicklung is leicht zu erkennen: Es gibt in vielen Einheiten zu viele enttäuschte Mitarbeiter; diese plaudern gerne – und die Medien freuen sich.

Wo einst, als Steigerung, „Sauhäfeli und Saudeckeli“ fröhlich miteinander auskamen, drohen nun die Nahkampfwaffen „Transparenz“ und „Moralismus“.

 
     
     
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