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Tagesarchiv für 10. Januar 2012

Sepp Blatter schenkt Zürich ein Fest

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 16:38

Wie unverständlich es ist, wenn die zwinglianisch geprägten Züricher Architekten, die vom kommunistisch inspirierten Bauhaus-Stil zusätzlich geschädigt wurden, das Zürcher Kongresshaus im heutigen Zustand verteidigen, machte kein anderer deutlich als FIFA-Präsident Sepp Blatter, der den Zürchern und der Welt mit dem FIFA Ballon d’Or eines der schönsten Feste des Jahres schenkt.

Wie sehr die globale Prominenz sich um „el presidente“ drängt, wurde mir deutlich, als ich hinter einer rassigen Frau in rotem Ballkleid anstand, um den Grossmeister des runden Leders zur Begrüssung zu umarmen. Als einziger Gast und Westeuropäer erkannte ich Shakira nicht, die wegen Sepp Blatter in Begleitung ihres „tschutenden“ Freundes Piqué an den Zürisee kam, aber auch Lionel Messi, der zum Weltfussballer des Jahres gewählt wurde, war mir optisch nicht präsent. Während Sepp Blatter sich fliessend in mehreren Sprachen ausdrücken konnte, waren Messi und die anderen Superstars, alle höchst sensible und durchaus attraktive Torschuss-Legenden, eher mundfaul. Was sie bringen müssen, sagte Sir Alex (Manchester United) in drei Worten: „…always to win.“

Zürcher und andere Schweizer kamen angesichts der weltweiten TV-Übertragung nicht zu Wort. Eine Ursula Gut hätte einen globalen Quotensturz ausgelöst. Regierungsrat Hans Fehr, besser erholt als je zuvor in seiner Karriere, wünschte sich nur eines: „Mit Sepp Blatter einen Abend am TV fachsimpeln.“ Vielleicht wird er auf diesem Weg erhört.

Unser Zürcher Repräsentant von 300 Mio. Menschen, die im Fussball das grösste sehen, wird seit einigen Monaten von Walter de Gregorio erfolgreich assistiert. Das Schauspiel, das die FIFA-Mannen und Frauen im Zürcher Kongresshaus anrichteten, war hollywoodesk. Jacky Donatz prunkte mit einer delikaten Küche. Nur „Kaiser Beckenbauer“ und ich rannten als erste weg vom schönen Spiel, er, um seinen Chauffeur zu suchen, ich, auf dem Weg nach Hause, wo meine Frau im TV den Auftritt ihres Walliser Landsmanns Sepp Blatter aufmerksam verfolgte. Schliesslich ist „der Sepp“ nach Kardinal Schiner und Hotelier Ritz wieder der erste Walliser von Weltgeltung.

Modeberuf: Philosoph und Philosophin

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 13:20

Schon Richard David Precht, dessen Bücher in der Rubrik „Sachbücher“ geführt werden, ist ein unsäglicher Schwätzer, der die Weltphilosophie aus über 2000 Jahren im Kochtopf zu einer dünnen Armensuppe eindampft.

In der Schweiz, wo die männlichen Hochschul-Philosophen vom Typus Kohler und Kreis längst an die Grenzen ihrer Fähigkeiten gestossen sind, weshalb kaum jemand sie noch richtig lesen will, hat sich nun ein neuer Trend entwickelt: Holt die Philosophin.

Spitzenreiterin ist derzeit die Walliserin Katja Gentinetta, die durch Ausstellungen für den Kanton Aargau und die Mitwirkung in der Direktion von „Avenir Suisse“ bekannt wurde, um jetzt im Schweizer Radio die „Sternstunde“ zu leiten. Gentinetta, die eine ebenso kluge wie attraktive Frau ist, gehört wohl eher zum Typus der Gebrauchsphilosophin, die zu jeder Frage einen Gedanken findet, der dem intellektuellen Mittelstand in Wirtschaft und Volk gefällt. Sie hat damit die in Medienfragen geschickt sich selbst darstellende St. Galler Medienprofessorin Miriam Meckel, mindestens auf Schweizer Ebene, überholt, deren Dampfgeplauder auch an Grenzen gestossen ist.

Da unsere Politiker sich der Philosophie zu 100% verweigern und auch in den Chefredaktionen unserer führenden Zeitungen wie Magazine kein Philosoph mehr anzutreffen ist, bleiben Philo-Vermarkter wie Hasler und Doebeli übrig, gewissermassen „Schweizer Familie für alle“.

Bayer zahlt für Deutsche Botschaft in Bern

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 12:50

Wir wissen, dass die deutsche Bundesregierung sparen muss, um die Steuergelder ihrer 80 Mio. Bürger in die Taschen ärmerer EU-Staaten umzuleiten. Wer von der bisherigen EU-Politik profitiert hat, das sind die deutschen Konzerne. Deshalb ist es nur sinnvoll, dass der Neujahresempfang der Deutschen Botschaft in Bern von Bayer, Commerzbank und Lidl finanziert wird. Diesen Firmen stehen Botschafter und Wirtschaftsattaché dann mit Sicherheit zur Verfügung, werden sie gebraucht.

FDP im Doppelminus

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 12:30

 

Eines muss man Stefan Brupbacher lassen, der Generalsekretär der FDP Schweiz, hat seine Partei in keiner Sekunde in eine schwierige Lage gebracht. Im Gegenteil: Er suchte zu retten, was überhaupt zu retten war, dies angesichts eines Parteipräsidenten Fulvio Pelli, der in der Deutschen Schweiz wie bei seinen Freunden im Tessin kaum eine echte Chance hatte, und einer Fraktionspräsidentin, die Sprache und Eleganz erst lernen musste. Gabi Huber hat zu Beginn des Jahres zugestanden, dass die Partei schlecht kommuniziert, eigentlich vier Jahre zu spät.

Während die Schweizer FDP ihren „Marktanteil“ von 15% von jenen 48% der Bürger, die noch wählen gehen, bisher knapp gehalten hat (neuere Zahlen gibt es nicht), ist seine deutsche Schwesterpartei, die deutsche FDP, bei gut 2% angelangt. Auch die deutschen Liberalen haben seit langem ein Parteipräsidenten-Problem. Jetzt haben sie auch noch ein Generalsekretär-Problem. Patrick Döring gilt aufgrund leichtsinniger Äusserungen bereits als „liberaler Rohrkrepierer“.

Philipp Rösler, der deutsche FDP-Chef, hat nicht die geringste Chance, die deutschen Wähler zu überzeugen. Er ist blitzgescheit, aber ein von einem deutschen Ärztepaar adoptierter Vietnamese, der bei den schwäbischen und rheinischen Liberalen nicht die rechten Heimatgefühle weckt. Ist das Rassismus? Sicher nicht, denn wenn es schon ein Tessiner in der Deutschen Schweiz schwer hat, warum sollte es ein deutscher Vietnamese in Stuttgart und Köln leichter haben?

Braucht es diese altliberalen Parteien in der Schweiz und Deutschland überhaupt noch? Sie sind heute geschrumpft zu Lobby-Organisationen einzelner Berufsverbände und Branchen. Keiner ihrer Spitzenvertreter hat noch das Format, einen nationalen, europäischen oder globalen Gedanken zu formulieren, der das juristisch-volkswirtschaftliche Kauderwelsch übertrifft.

Längst sind die EU, Frankreich und sogar Deutschland „gelenkte Demokratien“, wo die Regierungen sich alle Mühe geben, ihre Völker, Wähler und Stimmbürger in die gewünschten Richtungen zu manipulieren. Wir haben 60 Jahre im Speck gelebt, jetzt kommt Magerkost.

Neues von Tito Tettamanti

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 9:45

Vor lauter Blocher-Putsch gegen die Schweizerische Nationalbank, wo unser rechtspolitischer Musterdemokrat mit Unterstützung von „Weltwoche“ und „Basler Zeitung“ eine „Atombombe“ hochgehen lassen wollte (Zitat aus der Redaktion „Weltwoche“), gerät ganz in Vergessenheit, dass der ehemalige Tessiner CVP-Politiker Dr. Tito Tettamanti, der nach dem dünnhäutign und eher finanzschwachen Moritz Suter bei der „Basler Zeitung“ wieder persönlich das Kommando übernahm, nun via Basel wieder mehr Demokratie in der Schweiz wagen möchte. Musterdemokrat Tettamanti, der die Basler Zeitung einmal fluchtartig verliess, begründet seinen damaligen Abschied mit den Worten: „La piazza voleva sangue“. Ja, wenn die Demokraten nicht wollen, wie die Herren, dann sind sie einfach „Strasse, die Blut sehen will“. Fein gesagt, Onorevole.

FDP Bern: am Boden

Dienstag, den 10. Januar 2012 um 9:12

Weil seit 1990, das sind mehr als 20 Jahre her, die Parteiführung unter dem damaligen Präsidenten Franz Steinegger die Pflege der kantonalen Parteien vernachlässigt hat, was unter Fulvio Pelli nur noch schlimmer wurde, liegt die FDP Schweiz nun am Boden. Wie einst in Italien, vor Berlusconi, sind es immer die gleichen FDP-„Spitzenpolitiker“, die sich gegenseitig ein Amt zuschieben. Die Stärkung der Parteifundamente ging dabei vergessen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die FDP des Kantons und der Stadt Bern. Parteipräsident Johannes Matyassy, ein flexibler Schöngeist ohne Tiefenwirkung, der unterdessen als Schweizer Botschafter in Buenos Aires lebt, also am Ende der Welt, verlor im Kanton Bern den Kontakt zur Basis. Seine Nachfolger verloren die Wahlen im Herbst  2011. Von einem echten Freisinn in Bern zu sprechen, kann nicht mehr die Rede sein. Übrig geblieben sind einige Jungstars, die aber ohne Parteifundament und solide Finanzierung wenig Chancen haben.

Daher bleibt der Partei wie ihren letzten talentierten Politikern nur übrig, zur Elite-Partei zu werden. Der Traum von der FDP als Volkspartei ging vor 20 Jahren verloren.

 
     
     
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