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Tagesarchiv für 9. Januar 2012

Was haben wir zu erwarten?

Montag, den 9. Januar 2012 um 16:20

Was in fast 100 Jahren aufgebaut wurde, soll nun wieder abgebaut werden: Die Gesundheitsleitungen in der Schweiz kennen nur eine Richtung: abwärts, die Soziale Sicherheit, ausgedrückt durch das 3 Säulen-Prinzip, kennt nur die gleiche Richtung: abwärts, die Regulierungen über dem Finanzplatz werden wieder aufgehoben werden, schrittweise, die Umweltgesetzgebung nur dort realisiert, wo sie ökonomisch abgesichert ist. „Wer etwas ändern will, ist immer gefährdet“, zitierte Philipp Hildebrand bei seinem Rücktritt einen Freund. Das Stimmvolk wird dies alles weder begreifen noch irgendwie handeln können. Es wählt aus Angst konservativ, d.h. es läuft genau in die falsche Richtung.

Der janusgesichtige Martin L

Montag, den 9. Januar 2012 um 12:12

Gut, dass wir Zwingli haben, der zwar auch gerne zugehauen hat und manchen, der seine Vorstellungen nicht teilte, ersäufen liess, aber Martin Luther, auf den sich die Reformierten gerne berufen, trieb es weitaus toller. Wie uns Thomas Kaufmann in „Luthers Judenschriften“ (Mohr Siebeck) berichtet, hat die Juden in seinen Frühschriften verteidigt und empfohlen, ihre Benachteiligung und Ghettoisierung aufzuheben. Als die Juden sich, auch von ihm, nicht bekehren liessen, kam es zu seiner Spätschrift „Von den Juden und ihren Lügen“, woran er zu einem „Endkampf“ gegen die Juden aufrief. Die Judenfeindschaft, eigentlich schon früher bekannt, wird von Thomas Kaufmann detailliert aufgearbeitet; damit macht er den stolzen Reformer zu einer janusgesichtigen Figur. Uns bleibt Zwingli.

Historiker Burckhardt zum Fabulierer herabgestuft

Montag, den 9. Januar 2012 um 10:30

Er hat die gebildeten Europäer beeindruckt mit seinem „Ein Vormittag beim Buchhändler“. Jetzt schreibt, von den Schweizer Medien bisher unbemerkt oder verschwiegen,  Bernhard Schröter in der FAZ vom 4. Januar 12, S N 4:  “Carl Jacob Burckhardts berühmtes Europa-Gespräch mit Rainer Maria Rilke und dem Pariser Bibliothekar Lucien Herr isdt zu grossen Teilen eine geschickte Textcollage.”

Unser geliebter Gross-Historiker und Diplomat, Hoher Kommissar des Völkerbunds in Leipzig, Schweizer Gesandter in Paris, Präsident des IKRK und  Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, stellt sich als fleissiger Kompilator heraus, als eine Art von Guttenberg des letzten Jahrhunderts, „ein Mann mit aussergewöhnlichem Fabuliertalent“, wie sein Biograph Paul Stauffer schrieb. Seien wir dem ckdt dennoch dankbar. Er hatte eine Grösse, die wir heute „at home“ vergeblich suchen.

Sind wir christlich oder jüdisch-christlich?

Montag, den 9. Januar 2012 um 8:00

Die Kommunikation unserer geliebten Römisch-Katholischen Kirche zeichnet sich durch Besonderheiten aus, die für den Feinschmecker so elegant sind, wie man sich dies nur wünschen kann:

  • Über die Bedeutung des italienischen Films „Habemus papam“, der jetzt in den Schweizer Kinos angelaufen ist, sind sich die italienischen und offensichtlich viele Schweizer Bischöfe nicht einig. Die Italiener, den Regisseur Gianni Nannini, gut kennend, lehnen das Portrait einer Papstwahl ab, das verwirrte und manipulierte Kardinäle zeigt und einen noch verwirrteren Papst, der dann seine Neuwahl ablehnt und aus dem Vatikan flüchtet. Schweizer Spitzenpriester erkennen in den Wirrungen der im wahrsten Sinn des Wortes „vorgeführten“ Bischöfe und Kardinäle ihr eigenes religiöses Erleben und erfreuen sich am Tiefenblick des kommunistischen Spitzenregisseurs in die römischen und eigenen Seelen.
  • Bischof Vitus Huonder tat es soeben in einer Stellungnahme gegen eine Studie zur Sexualpädagogik der PHZ Luzern. Er schrieb: „Das Kompetenzzentrum betreibt eine Ideologie, die gegen das jüdisch-christliche Menschenbild gerichtet ist.“ Von einem Schweizer Rabbi ist mir keine Stellungnahme in dieser Angelegenheit bekannt. Muss sich unsere geliebte Kirche hinter der Formel „jüdisch-christlich“ verstecken, wenn sie etwas sagen will? Diese Formel ist immer häufiger zu hören und zu lesen, wenn Christen sich zu Wort melden. Sind wir jetzt alle keine Christen mehr, sondern Juden-Christen? Ist dies Politik, christliche Not oder Zufall?

Sorry, Mr. Presidents

Montag, den 9. Januar 2012 um 7:00

War es das, was Sarkozy, Osborne und Obama in Nordafrika erreichen wollten, als sie mit ihren NGO’s und intellektueller Nothilfe die Revolutionen auslösten? Mubarak wurde gefeuert, Ghaddhafi geschlachtet; jetzt steht die Muslimische Bruderschaft vor dem Wahlsieg. Die USA haben seit Vietnam alle Kriege verloren, GB siegt mit amerikanischer Hilfe zu Margaret Thatchers Zeiten zuletzt auf den Falkland Inseln. Frankreich hat ausser Rebellionen in Afrika seit dem Rückzug aus Algerien und Vietnam nichts mehr zustande gebracht. Führt nun auch die Arabellion zu einem Sieg konservativer Moslems, ganz wie in Afghanistan auch? Sorry, Mr. Presidents.  Jetzt, wo die USA aus Kostengründen nicht mehr zwei Kriege gleichzeitig, sondern nur noch einen führen können, sind die einst feindlichen Truppen auf dem Vormarsch.

Woher sollten die USA auch schlagkräftige Soldaten nehmen? Zwei Drittel der erwachsenen Amerikaner leiden unter Übergewicht (seht Euch einmal die drahtigen Afghanen an und unterschätzt die Iraner nicht). Darin sind auch die Nahrungsmittelfirmen schuld. Frischprodukte sind in den USA in den letzten Jahren um 40 % teurer geworden, während Cola-Getränke und Industrienahrung um 30 % billiger wurden. Wer kann da noch kämpfen?

Wer ist der wahre Sieger im Nahen Osten und Nordafrika?. Tayyib Erdogan, dessen Einfluss dort grösser ist denn je.

 
     
     
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