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Tagesarchiv für 6. Januar 2012

An der Spitze – ratlos

Freitag, den 6. Januar 2012 um 16:10

99 % aller Länder der Welt möchten die Probleme der Schweiz haben, denn unser Land gehört zu den reichsten der Erde. Doch hinter den glanzvollen Wohnungen und Häusern verbirgt sich ein stotternder Wirtschaftsmotor einheimischer Unternehmen und ein sehr gut laufender Wirtschaftsmotor ausländischer Unternehmen, die längst die Kontrolle über wachsende Teile der Schweizer Wirtschaft gewonnen haben.

  • Wir giessen Fr. 4-5 Mia. jedes Jahr in die Triebwerke der Universitäten und Fachhochschulen, ahnen aber, weil niemand es wissen will, dass die daraus resultierenden Erträge kaum dem Land zu gute kommen. Sie fliessen weitgehend ins Ausland ab.
  • Wir fördern die KMU, sagen zumindest die bürgerlichen Parteien SVP, CVP und FDP, aber worin diese Förderung besteht, kann niemand mitteilen. Im Gegenteil: Gewerbe- und KMU-Firmen geht es zu 50 % schlecht. Sonderprogramme des Bundes, z.Bsp. via KTI, kommen Insidern zugute.
  • Den Kantonen geht das Geld aus, weil die beiden Grossbanken seit zwei Jahren ohnehin kaum noch Steuern bezahlen, die Nationalbank ihre Ausschüttungen massiv zurück nimmt und die Wirtschaft auf Steuersenkungen drängt, die in jedem Kanton zu Ausfällen hunderter von Millionen bis zu einer Milliarde Franken zur Folge haben werden.

Gerhard Schwarz, Direktor der „Avenir Suisse“ und R. James Briding empfehlen in ihrem Buch „Wirtschaftswunder Schweiz“ die Suche nach unternehmerischen Menschen. Dies waren in der Vergangenheit Deutsche (Rolex, Nestlé, Kühne & Nagel), Südafrikaner und Niederländer (Richemont,Glencore, Marc Rich), Libanesen (Swatch Group), zuletzt auch Russen, Kasachen, Franzosen, Spanier; die ganze Welt kam in die Schweiz. Schweizer, die selber etwas entwickelten, wurden immer seltener. Dr.Christoph Blocher rettete die Ems AG vor einem unfähigen Erben, Peter Spuhler baute die Stadler-Gruppe auf, Dr. Konrad Hummler eine erfolgreiche Privatbank, Wegelin & Co. Andere scheiterten, wie Dr. Egar Oehler mit seiner AFG, die Hoteliersfamilie Seiler in Zermatt, Dutzende verbargen ihr Scheitern durch einen vorzeitigen Verkauf ihrer Firma an ausländische Aktionäre.

Das Traumland Schweiz, wo auch nur etwa 20 % der Bewohner einen wirklichen Traum leben können, wird sich nur durch eine Öffnung in die Welt hinein einigermassen retten können. Wie der Schweizer Tourismus mangels eigener Investitionen und durchschlagender Ideen immer weniger konkurrenzfähig wird, denn die wirklich schönen Hotels und Resorts gehören längst Ausländern aus aller Welt, ist auch die Bauindustrie abhängig von einer stetigen Zuwanderung aus dem Ausland. Baut die Schweiz keine 40 000 Wohneinheiten im Jahr, wird das BIP zusammen brechen.

Genf ist längst ein globalisierter Kanton, das genuin Schweizerische ist dort unbedeutend. Gleiches gilt für den Kanton Zug oder Gemeinden wie Gstaad oder Verbier, die ohne den Zuzug steuerbegünstiger Ausländer wieder zu Berner oder Walliser Dörfern würden. Weil, wer jetzt in die Schweiz kommt, ohnehin kaum noch Steuern bezahlen will, legt der Staat die Kosten für die Erhaltung und den Ausbau der Infrastruktur dem einheimischen Mittelstand auf die Schultern. Deshalb haben viele Schweizer Angst vor der Zukunft. Sie sind, nach 50 Jahren beispielhaften Erfolgs, nicht mehr Herren ihres Landes, sondern haben grosse Teile davon verkauft. Der billige Trost, anderen Staaten gehe es noch schlechter, hilft nicht weiter.

Zukunft der Schweiz? Die fünf Prozent der Reichsten werden sehr reich bleiben (Dummheit immer ausgenommen), die Zahl der Armen wird zunehmen, der Mittelstand wird ärmer werden. Dies aufhalten zu wollen, bedeutet mehr Verschuldung, sei es staatliche oder private. Wer sich, wie Gerhard Schwarz in eine Stiftung, oder eine staatliche Funktion retten kann (siehe auch italienische Parlamentarier), hat noch etwas Spielraum. Schön ist auch das nicht.

Natürlich macht Geld Freude – am richtigen Ort

Freitag, den 6. Januar 2012 um 13:30

Wer die Kinder des nordspanischen Ortes Granen sich freuen und um die Losnummer 58 268 tanzen sah, weiss, das Geld Freude macht. In dieser bitter armen Gegend sind Euro 700 Mio. für 2000 Einwohner eine ganze Menge Geld. Bei uns schlummern Millionen in den Tresors, die niemand Freude machen, nur ein ungefähres Gefühl von Sicherheit geben.. Noch gelten die Schweizer, hinter Norwegern, Letzelburgern und Liechtensteiner, als Bewohner einer Insel der Seligen. Viele haben Angst.

NGO’s leben in einer Dunkelwelt

Freitag, den 6. Januar 2012 um 13:00

Warum ein Land, sei es Ägypten oder Russland, westliche NG0’s dulden muss, ist mir rätselhaft. Ich habe die von George Soros, den US-Republikanern und –Demokraten sowie liberalen Stiftungen finanzierten NGO’s erlebt, als sie in Osteuropa die „Orange Revolution“ auslösten. Das waren Profis der Kampagnenführung, der Meinungsbildung und der Desinformation. Einen alternden Tyrannen zu stürzen, wie einst in Georgien oder soeben in Tunesien, Ägypten oder Libyen, mag angebracht sein; dazu aber ausländische Hilfe beizuholen, die man immer findet, ist riskant. Die westlichen NGO’s haben im Kosovo ebenso versagt wie in Afghanistan. Wie Insiderberichte zeigen, handelt es sich vor Ort meist um Menschen, die in sich ein Chaos haben und dies ausbalancieren, indem sie vorgeben, gegen äusseres Chaos zu kämpfen. Misstrauen ist angesagt, auch wenn das IKRK sich jetzt als NGO bezeichnet. Man müsste öfter als heute daraus ein „NO GO“ machen.

Wo sollte man keine Ferien machen

Freitag, den 6. Januar 2012 um 8:15

Wer nach Veracruz an der mexikanischen Ostküste in die Ferien fahren will, fliegt in eine der zehn gefährlichsten Städte der Welt. Zwar hat dort die Marine das Kommando übernommen, aber die entlassenen 900 städtischen Polizisten sind mit grosser Sicherheit zur Drogenmafia übergelaufen.

Auch Misrata in Libyen würde ich nicht empfehlen. Dort gehen jetzt die Stämme aufeinander los, ganz wie in Bagdad, wo Sunniten und Schiiten sich nichts schenken. Auch die Stadt Manama in Bahrain ist wenig empfehlenswert, obgleich dort mancher Schweizer Finanzverwalter seine Zelte aufgeschlagen hat. Die Lage dort kann jederzeit explodieren.

Reisen nach Afghanistan und Pakistan, so schön diese Länder vor vierzig Jahren noch waren, sind heute nicht mehr das Ziel abenteuerlustiger Schweizer Lehrer und Polizisten.

Unsere Hoteliers wären ohnehin froh, wir würden mehr im Lande bleiben. Die Sicherheit hat ihren Preis.

 
     
     
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