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Tagesarchiv für 3. Januar 2012

Warum sagt Diogenes nicht nein?

Dienstag, den 3. Januar 2012 um 17:04

Schrecklich ist das neue Buch des Diogenes-Erfolgsautors Paulo Coelho: „Aleph“. Warum sagt Diogenes, einst ein stolzer Verlag, zu solchen Manuskripten nicht nein? Coelho liefert eine Art Lebensberater-Roman auf tiefstem Niveau, der mein seit Jahren andauerndes Misstrauen gegenüber diesem „Gute Gesellschaft“-Autoren rechtfertig. Unter Umständen schlägt er an Niveaulosigkeit damit sogar Martin Suter, einen anderen Diogenes-Autor, dessen Allmen-Romanserie, die sehr gut gekauft wird, bisher literarisch noch unter den Coelho-Werken angesiedelt war.

Es sind also zwei Rätsel zu lösen:

  1. Warum tut Diogenes dies? Antwort: It’s the money, stupid.
  2. Wer kauft derlei „Literatur“? Ein orientierungsloses Massenpublikum, das die Energie eines Heringsschwarms hat.

Was ist das Gute an der Sache? Wer derlei liest, belästigt während einiger Stunden andere nicht.

Warum wählen arme Leute konservative Parteien?

Dienstag, den 3. Januar 2012 um 15:55

Wenn der konservative Finanzminister Hans-Rudolf Merz, der sein ganzes Leben lang für Milliardäre und Grossbanken gearbeitet hat, diesen am Ende seiner Karriere ein Steuergeschenk macht, sollte dies eigentlich niemand überraschen.

Viel überraschender ist es, wenn arme Leute, das sind 80% des Volks, konservative Parteien wählen. Sie hoffen offensichtlich, dass von deren reichen Tischen etwas für sie abfällt. Bei Sozialdemokraten kann man wenig gewinnen, wie schon das Beispiel des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder zeigt, dessen Sozialreformen zu einer Senkung der deutschen Sozialkosten führten, womit die Grundlage für einen deutschen Exportboom gelegt wurde.

In den USA gibt es nur zwei konservative Parteien: die Demokraten und die Republikaner. Bei den Republikanern wird das Volk schnell ärmer, bei den Demokraten auch, aber etwas langsamer.

In England, wo unter dem konservativen Premier David Cameron an Sozialleistungen gespart wird auf Teufel komm raus, liegen derzeit gemäss einer Regierungsstudie 2 700 unerledigte Steuerfälle von grossen und sehr grossen Firmen vor, wo es insgesamt um Zahlungen von fast 40bn USD geht. Würden die Unternehmen bezahlen, müsste der Staat weniger sparen.

Gerade in einem demokratischen Land sollte mehr über Steuern und Subventionen gesprochen werden. Die Intervention der Schweizerischen Nationalbank zur Stabilisierung des Frankenkurses bedeutet eine CHF 600 Mia.-Subvention zugunsten von Exporteuren, die ihre Risiken nicht selber abgesichert haben, sagt mindestens Oswald J. Grübel, der von Finanzen etwas versteht. Wenn jeder dritte Schweizer Haushalt eine Subvention braucht, um seine Krankenkasse oder seine Wohnungsmiete bezahlen zu können, sollte man derlei Begünstigungen ebenso kritisch betrachten wie der Wunsch kantonaler und nationaler Beamtenkolonnen nach der Sanierung ihrer Pensionskassen durch den Steuerzahler oder auch nur verlängerte Ferien, die dann wieder neue Staatsangestellte zur Folge haben.

Das Gebot das Mass Haltens ist wohl das wichtigste, aber niemand nimmt es ernst.

Kleine Landessprachen unter Druck

Dienstag, den 3. Januar 2012 um 13:00

Das Rumantsch Grischun ist nach Millionen verschleuderter Steuergelder vom kantonalen Parlament wieder eingestampft worden. Die Bündner Wirtschaft der A-Schweiz verlangt mehr Englisch und Spanisch in den Schulen; was die B-Schweiz spricht, soll privat geregelt werden.

Auch das Italienische ist nicht nur in der Innerschweiz unter Druck. Dort geht es um die gleiche Botschaft: Sprachen, die man kaum mehr braucht, auch wenn es Landessprachen sind, sollten in den Schulen zugunsten naturwissenschaftlicher Fächer zurück gestuft werden.

Das Französische pflege ich als privates Hobby, denn an der ETH Lausanne wie bei den Genfer Konzernen spricht man Amerikanisch.

Kunst, den Atem verschlagend

Dienstag, den 3. Januar 2012 um 7:55

Gibt es das noch, Schweizer Kunst, die den Atem verschlägt? Offensichtlich, denn plötzlich liegt das sehr schöne Fotobuch „Shadow Fux“ vor mir auf dem Tisch, kuratiert und redigiert von Gianni Jetzer, dem Leiter des Swiss Institute Contemporary Art in New York. Die Bildserien der Künstler sind tatsächlich atemberaubend und ergänzen sich gegenseitig. Gezeigt wird eine Welt im Fluxus mit Menschen, die kaum noch erkennbar, im Zustand der Auflösung und Verschmelzung und, unerkennbaren Einflüssen ausgesetzt, sich im Krampf reduzieren. Pro Helvetia, die Luma Foundation und der agnès b. Endowment Fund haben ihre Zuneigung einem aufwändig gestalteten, perfekten Projekt geschenkt.

 
     
     
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