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Monatsarchiv für Dezember 2011

Aus Seiler-werden Credit Suisse-Hotels

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 16:25

Die in ausländischen Händen befindliche Schweizer Grossbank Credit Suisse, die in den USA auch ein bedeutender Betreiber von Spielbanken ist, hat nunmehr bei den Seiler Hotels in Zermatt voll die Verantwortung übernommen.  Weder der Hotelier Roberto Seiler noch der Anwalt Christian Seiler sind heute noch im VR der grössten Zermatter Hotelgruppe vertreten. Aus den Seiler Hotels sind die CS-Hotels geworden.

Das ist das Ende einer stolzen Schweizer Hoteliersfamilie, die 1847 ihren Anfang genommen hat. Die letzten Erben, welche ihr Gut verkauften, erhielten von der Grossbank noch einige Dutzend Millionen zum Abschied. Dieser Fall ist symptomatisch für viele andere: KMU lobt man, aber Geschäfte machen andere.

Überraschender Irrtum

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 15:50

Während Monaten erzählt mir der Schweizer Bauer, wie schlecht es ihm und seinen Mitbauern gehe. Es wirkt überzeugend. Dann erreicht mich seine Nachricht: „Bin ein paar Tage am Wellnessen.“ Aha!

Ein junger Parteisoldat kämpft 15 Jahre entschlossen und erfolgreich für seine bürgerliche Partei, Position Mitterechts. Dann erfährt er plötzlich, wie die ihn nicht mehr schätzt, andere ziehen an ihm vorbei. Es tut weh.

Teure Spinnereien

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 9:15

Das Toggenburg ist ein sehr schönes Tal, das ausser dem SVP-Vorsitzenden Toni Brunner und dem Skispringer Simon Ammann wenig zu bieten hat. Deshalb liessen sich die lokalen Touristiker von Bund und Kanton im Rahmen eines Impulsprogramms Fr. 1,1 Mio. überweisen, um eine Einrichtung „Klangwellness“ aufzubauen. Sie ernannten dafür auch eine „Intendantin“. Die Übung ist eine fulminante Pleite geworden, weil kaum jemand davon wusste und niemand deshalb in das Toggenburg fährt. Merke: Wer den Chefbeamten gefällt, darf auch Geld verbraten.

3000 Frankfurter kämpfen gegen den Fluglärm

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 9:09

Auf dem Rückflug nach Zürich, wäre ich im Frankfurter Flughafen fast umgekehrt. 3000 Menschen, die in der Nähe der neuen Abflugbahn wohnen, hatten die Halle lärmend besetzt. „Kindermörder“ schrien sie den Vertretern der Flughafenverwaltung ins Gesicht; sie müssten im „Kerosin-Nebel“ leben. Ein zweites „Stattgart 21“ bahnt sich an, „Frankfurt 21“.

Kloten hat mehr Glück. Die kantonale Regierung, der Kantonsrat, die Gemeindepräsidenten und die Flughafengegner selber geben sich alle Mühe, den echten Volkszorn zu verhindern. Wann waren die Schweizer wirklich einmal zornig? Zuletzt auf dem Bundesplatz, die welschen Bauern. Wut tritt bei uns nur individualisiert auf.

Oscar Niemeyer lebt noch

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 8:50

Einer der berühmtesten Architekten der Welt, Oscar Niemeyer, lebt noch. Der Baumeister von Brasilia ist 104 Jahre alt und errichtet in Brasiliens Norden soeben zwei Kathedralen. Der bekennende Kommunist überzeugt mehr Christen als die katholische Kirche Brasiliens, die sich nun um den Meister bemüht.

Wer hat die Kirche gesehen oder gehört?

Freitag, den 23. Dezember 2011 um 14:50

Von den reformierten Kirchenoberen ist man es gewohnt, zu Weihnachten wenig zu vernehmen; Vertreter christlicher Freikirchen lassen in letzter Zeit häufiger von sich hören. „Habemus papam“ zieht über die Leinwände. Dort verwandelt sich Michel Piccoli, schon seit 40 Jahren Darsteller des untergehenden französischen Grossbürgertums, in einen dem Papsttum absagenden neuen Christus. Nanni Moretti hat dies angerichtet und spielt sehr nett mit. Die ARD lässt die „Päpstin“ ihre psychischen wie physischen Qualen vorführen, ein hübsches frühmittelalterliches Spektakel.

Wer hat in der Schweiz die römisch-katholische Kirche sonst vernommen? Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Nobert Brunner, schweigt, wie meistens. Die Bischöfe Huonder (Chur) und Gmür (Basel) liefern sich Gefechte. Abt Martin (Einsiedeln) hat einen sehr guten Zulauf an Gläubigen und eine lebendige Mönchsgemeinschaft, gilt aber vielen Ultramontanen als zu zeitgeistig. Dabei lebt die Kirche von diesem Spagat.

Unser neuer Bundesrat André Berset, der nach Dölf Ogi wieder einmal einen vitalen Bundesrat abgibt, hebt bei der Vereidigung in Bern die Schwurfinger, bekennt sich als Christ, geht aber selten in die Kirche. Andrea Breth in Stockholm, eine der wenigen wirklich herausragenden Theaterregisseurinnen des deutschsprechenden Europas, auf die Frage „Gehen Sie in die Kirche?“, antwortet: „Um Himmels willen, nein.“

Derweil erfreut sich die Volkskirche im Land in katholischen Gegenden am Christkind, in protestantischen am Nikolaus und Weihnachtsmann. Letzterer rennt, meist in der Coca-Cola-Version (roter Mantel, weisser Bart) durch die Einkaufsstrassen, um uns zu meist verbilligten Einkäufen zu motivieren.

Fröhliche Weihnacht.

Meisterdenker der Finanzwelt nicht unterschätzen

Freitag, den 23. Dezember 2011 um 13:40

 

Wenn auch Dr. Josef Ackermann, den man lange „Joe“ nannte, nun Deutschland als bestgehasster Topmanager verlassen wird, sollte man doch die Finanzbranche nicht unterschätzen mit ihrer Fähigkeit, sprachliche Normen zu setzen.

  • Von vielen überhört wurde beim WEF, Jahrgang 1996 in Davos, Hans Tietmeyers Hinweis, den er als amtierender Präsident der Deutschen Bundesbank machte: „dass sich die meisten Politiker immer noch nicht darüber im Klaren sind, wie sehr sie bereits unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.“ Das war wohl die frühe Totenklage der Demokratie von bürgerlicher Seite.
  • Wiederholt hat dies jüngst Prof. Dr. Jürgen Habermass, europäischer Grossgeist, der schrieb: „Die Hauptdarsteller der EU- und Eurokrise zappeln seit 2008 an den Drähten der Finanzindustrie.“ Das war die späte Totenklage eines von links nach rechts gewanderten Hochschullehrers.

Woran erkennen wir das Netz?

Der Begriff „systemrelevant“ ist süss, verführerisch und Angst machend. Er hat Europa, die Welt und die Schweiz Milliarden gekostet. „Weil die Finanzindustrie dem Fiskus mit Steuerprivilegien, Subventionen und Rettungsschirmen immer wieder in die Taschen griff“, so Albrecht Müller, einst Staatssekretär bei Willy Brandt und Helmut Schmidt, wurden die Staatsschulden in die Höhe getrieben.“

Müller meint, nur ein „kritisches Bürgertum“ könne dieser Entwicklung entgegen treten. Wir meinen, dieses „kritische Bürgertum“ existiere nur noch als Restwert; Schul- und Hochschulbildung, wie sie heute verstanden wird, gibt selbständig denkenden Menschen kaum noch eine Chance. Der Import ausländischer Spezialisten von hoher Bildung, aber ohne gesellschaftliches Engagement ist, diesem „Grand Design“ folgend, wirtschaftlicher.

Ich hasse Kaugummis

Freitag, den 23. Dezember 2011 um 10:02

Wie oft ich schon meine Schuhsohlen abkratzen oder die Schuhe in den Eisschrank tun musste, um diesen Dreck los zu werden. Die Kaugummi-Hersteller zählen zu den grössten Umwelt-Verschmutzern der Schweiz. Wir brauchen wasserlösliche Kaugummis. Liebe US-Hersteller, hört Ihr das?

Die Praxis des Freikaufs floriert

Freitag, den 23. Dezember 2011 um 8:08

Wie viel muss ich bezahlen, um nicht schuldig gesprochen zu werden, um in der Gesellschaft nicht als gerichtlich Verurteilter da zu stehen?

  • Baron von und zu Guttenberg kaufte sich von einer Klage wegen Fälschung einer Doktorarbeit mit Euro 20 000.—frei. Zugunsten wohltätiger Institutionen.
  • Deutschbanker Rolf Breuer kaufte sich soeben mit Euro 350 000.—frei von dem Vorwurf, in der Angelegenheit Kirch gelogen zu haben. 250 000.—für den Staat, 100 000 Euro für wohltätige Institutionen.

Wie sagte Bill Clinton, der als US-Präsident an seinem letzten Amtstag in Washington den Zuger Ölhändler Marc Rich begnadigte: „It’s the money, stupid.“

Ikonisches Bild

Freitag, den 23. Dezember 2011 um 7:55

Auf die Fotografen ist längst kein Verlass mehr. Die Redaktionen verlangen gestylte Fotos, die den Leser oder Betrachter beeindrucken. Mehr noch, sie verlangen ikonische Bilder, welche ein Zeitgefühl ausdrücken. Echt war das Foto des Chinesen auf dem Roten Platz in Peking, der sich den Panzern der Regierung entgegen stellte. Unecht sind Fotos aus Ägypten, wo sich ein „Held“ mit dem Rücken zum Fotografen mit ausgebreiteten Armen vor einen Unimog stellt, der von Soldaten begleitet wird. Daraus wird ein gestellter Krieg.

 
     
     
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