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Tagesarchiv für 20. Dezember 2011

Zuppiger und Wulff: Skandal + Hinrichtung

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 16:50

Während wir alle auf dem Vulkan der westlichen Verschuldung sitzen, der jeden Augenblick ausbrechen und uns vernichten kann, werden gerade zwei prominente Politiker öffentlichkeitswirksam hingerichtet. Es handelt sich in beiden Fällen, wo Schlaumeierei nicht ausgeschlossen werden kann, offensichtlich um rituelle Handlungen zur Säuberung der Gesellschaft.

Bruno Zuppiger und Christian Wulff haben sich aus fremden Kassen bedient oder bedienen lassen, der eine, um seinen Wahlkampf zu finanzieren, der andere, um sich die ersehnte Villa bauen zu können. In der Schweiz zeigt dies, dass sich normale Bürger kaum mehr einen echten Wahlkampf leisten können, in Deutschland, dass auch ein Länderpräsident nicht mehr warten will, wenn er sich zur neuen Frau auch noch ein neues Haus wünscht.

Unruhige Zeiten. Wo bleibt Savonarola?

Biedenkopf-Entschuldungsplan überzeugt

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 14:14

Eine volle Generation wird in Deutschland sparen müssen, um sich der Altschulden von über zwei Billionen Euro zu entledigen. CDU-Vordenker Kurt Biedenkopf hat sich damit zu Wort gemeldet und überzeugt. Er schlägt vor, die  Altschulden auszulagern und dem Parlament eine Schuldenbremse aufzuerlegen. Diese Teilentmachtung des Parlaments ist gerechtfertigt, hat es doch darin versagt, eine solide Staatswirtschaft zu erhalten.

Die deutsche wie europäische Schuldenlawine hängt über unseren Köpfen. Jede Zinserhöhung lässt sie zur Katastrophe werden; dies ist nicht eine Frage des ob, sondern des wann.

Politiker denken in zu kurzen Zeitfenstern, um diesen GröfUZ aufhalten zu können. Der Biedenkopf-Plan ist der erste Silberstreifen am Horizont.

Medien machen Themen

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 10:44

Wenn 1542 Schweizer Journalisten darüber abstimmen, welchen ihrer Kollegen sie zum „Journalisten des Jahres“ machen wollen, ist dies ein Thema von Bedeutung. Markus Wiegand, der als Chefredaktor des „Schweizer Journalist“ unsere Medienlandschaft jedes Jahr stärker beeinflusst, hat diesen Wettbewerb erfolgreich ausgeschrieben.

Wir stellen nicht die Frage: Wer ist Sieger, sondern welche Themen sind Sieger?

1. Der perfekt getimte Skandal

Noch immer macht am besten Karriere, wer durch seinen Artikel einen Skandal auslöst, der perfekt getimt ist. Urs Paul Engeler von der „Weltwoche“ ist dies gelungen.

 2. Gesunde Ernährung

Die Sorge um eine wirklich gesunde Ernährung nimmt im Volk laufend zu. Wenn daher der „Kassensturz“ einen Coop-Fleischskandal thematisiert, um dieser Sorge zu entsprechen, trifft er den Nerv.

3. Atomausstieg und Energiethemen

Weil niemand weiss, ob ein Atomausstieg wirklich möglich ist und wie teuer den Privathaushalt dann die Energie kommt, ist dies ein Thema von zentraler Bedeutung, mit welchem der freie Journalist Hanspeter Guggenbühl Karriere gemacht hat.

Am 1. Februar 2012 wird Chefredaktor Markus Wiegand die Preise vergeben und die Medien darin bestätigen, dass sie Themen machen können.

Was wollen die 300 Reichsten der Schweiz?

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 10:10

Das welsche Magazin „bilan“ hatte vor Weihnachten die 300 Reichsten der Schweiz eingeladen, was auf 90% der doppelseitigen Berichterstattung ein Feuerwerk an Fotos mit eleganten Garderoben auslöste. Auf der Suche nach Inhalten, denen nur wenige Zeilen galten, beschwerten sich die Genfer Bankiers, die Schweiz würde ihre Märkte aufgeben und müsse sich stärker gegen den internationalen Druck zur Wehr setzen. Abwehr, nicht Angriff, hiess die Parole. Mit Alain Berset als Aussenminister und Johann Schneider-Ammann als Wirtschaftsminister werden es die reichen Genfer schwer haben. Les Liberaux sind nicht mehr, was sie einmal waren und die UDC ist nicht in Form.

Akademi-ker im Vormarsch

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 8:50

Der Ruf unserer Studenten und Hochschulabsolventen ist, nicht erst seit von und zu Guttenberg, nicht mehr der allerbeste. Das wird sich auch nicht ändern, wenn nun die Firma Akademi international auf den Plan tritt. Sie bietet Sicherheitsdienstleistungen weltweit an und steht unter dem besonderen Schutz der US-Regierung. Akademi hiess zuerst Blackwater und änderte den Namen in Xe-Services, als einige ihrer Mitarbeiter bei einer Schiesserei im 2007 in Bagdad 27 Zivilisten erschossen. Den Akademi-kern wird dies nicht passieren, hoffen wir.

Leben ohne „Schweizerzeit“, „Landbote“ und bald auch „Berner Zeitung“

Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 8:20

Die Schweizer Verleger und deren Redaktionen legen keinen gesteigerten Wert auf qualitativ gute Medienberichterstattung, ebenso wenig wie die meisten anderen Menschen wie Unternehmen auch. Medien sind wichtig, aber sie stören auch. Das ist ihr Geschäft.

Manche machen sich auch überflüssig, weshalb ich meinen Medienkonsum ab Januar wie folgt einschränken werde:

  • Die „Schweizerzeit“, von Ulrich Schlüer scharf rechts geführt, werde ich nicht mehr lesen. Die SVP muss erst wieder zeigen, dass sie einen vertretbaren Kurs fährt.
  • Den „Landbote“ werde ich auch nicht mehr lesen. Noch vor zwei Jahren fand man darin auch auf nationaler Ebene gute Artikel und Interviews; heute ist dies selten geworden.
  • Nächster Kandidat ist die „Berner Zeitung“, die pro Woche manchmal 1-2  lesenswerte Artikel und Interviews brachte; heute ist das sehr selten der Fall.

Die Konzernbildung der Medien, allen voran tamedia, zerstört die Vielfalt der Meinungen. Dies mit voll zahlenden Jahres-Abonnements auch noch zu unterstützen, fällt mir nicht ein. Langeweile ist keinen Rappen wert, schade um die Bäume.

Klaus J. Stöhlker

 
     
     
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