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Tagesarchiv für 19. Dezember 2011

Nur eine(r) kommt durch

Montag, den 19. Dezember 2011 um 14:00

Das Beispiel der 53jährigen Susanne Ruoff, die in diesem Jahr die Leitung der Schweizer Post übernehmen wird, macht deutlich: Von 200 Kandidaten kam eine durch. „Nur einer kam durch“ war auch das Prinzip der Heldenfilme aus dem Zweiten Weltkrieg, wo es galt, aus Lagern zu fliehen oder in Patrouillen zu überleben.

Die Nr. 1 ist immer die glückliche Siegerin und wird gefeiert; neun weitere können auch sonst eine Chance haben, aber 190 Kandidaten stecken im Sumpf des täglichen Chrampfens fest, ohne Aussicht auf Karriere.

Wer 2012 keine Karriere macht, wird lange keine machen, um Bertolt Brecht zu persiflieren. Susanne Ruoff, ehemals Mitglied der Schweizer Junioren-Ski-Nationalmannschaft, kam durch und darf sich freuen. Den anderen bleibt der erneute Anlauf oder die Resignation.

Arbeiterkinder klar benachteiligt in der Schule

Montag, den 19. Dezember 2011 um 13:40

Kinder aus einfachen Verhältnisse und Ausländerkinder werden in Deutschlands Schulen von den Lehrern in der Notengebung klar benachteiligt. Dies ergab eine Studie der Vodafone-Stiftung.

Solche Kinder erhalten bei gleichen Leistungen schlechtere Noten als die Kinder „angesehener“ Eltern einer höheren sozialen  Schicht. Aus meiner Erfahrung ist dies in der Deutschen Schweiz häufig nicht anders; gerade dort, „wo man sich kennt“, gibt es schichtenspezifische Noten und Begünstigungen, wie eine Erleichterung des Schulübertritts.

Ganz offensichtlich neigen manche Lehrer/-innen dazu, schon aus Gründen der sozialen Anpassung, die Kinder angesehener Familien besser zu beurteilen und zu benoten als Kinder, deren Familien nicht die gleiche gesellschaftliche Position haben.

Nun fehlt nur noch ein weiterer Erkenntnisschritt: Ist dieser Prozess mit der Schule zu Ende oder setzt sich diese Haltung, gerade in konservativen Gesellschaften, die sich langsam entwickeln, ein ganzes Leben lang fort?

Milliardäre kaufen sich Schweizer Gemeinden

Montag, den 19. Dezember 2011 um 12:55

Die Zürcher Gemeinde Rüschlikon kann die Steuern massiv senken, weil Ivan Glasenberg, der CEO des Glencore-Konzerns, dort seinen Wohnsitz genommen hat. In der Luzerner Gemeinde Vitznau hat der österreichische Milliardär Peter Pühringer gleich 5 Mio. Franken für die Gemeindekasse gestiftet, damit in den kommenden Jahren die Steuern gesenkt werden können.

Das sind gute Nachrichten für viele, die aber gleichzeitig ein hohes Risiko bedeuten. Im Zürcher Oberland hatten wir die Situation, dass ein reicher Bankier lange Jahre in einer kleinen Gemeinde Steuern bezahlte, bis er ins Fürstentum Liechtenstein auswanderte. Davon hat sich die einst wohlhabende Gemeinde bis heute nicht mehr erholt.

Merke: Was ist besser als ein Milliardär? Zwei und mehr.

Schweiz als Rettungsinsel für Superreiche?

Montag, den 19. Dezember 2011 um 12:30

Genf als „einzige grosse Geldwaschanlage“, wie es Grusel-Autor Robert Harris („Angst“) formuliert, das ist eine Idee, die keinem Schweizer gekommen wäre. Der Cambridge-Absolvent hat am Ort, wo auch „Frankenstein“ entstand, ein neues Werk von Weltklasse formuliert, das in die Schweizer Geschichtsbücher eingehen wird. Die „big bankers“, die Hedge Fund-Manager, so schreibt er, zerstören nicht nur sich selber, sondern gleich die ganze Welt. Ich meine, das kann schon zutreffen, zumal heute schon gegen 50% der Schweizer Bevölkerung ohne staatliche Zuschüsse oder Ergänzungsleistungen kaum überleben können. In Deutschland sind zwei Drittel der Bevölkerung drei Monatssaläre vom persönlichen Bankrott entfernt. Immerhin sollten wir als Rettungsinsel für Superreiche, wie sie jetzt von der UBS umworben werden, eine sichere Zukunft haben.

Bürgertum ohne Strategie

Montag, den 19. Dezember 2011 um 11:55

Eines muss man SP-Präsident Christian Lévrat und Bundesrat Alain Berset lassen: Mit ihrem in einem gemeinsamen Buch schon 2007 vorgelegten SP-Strategieplan einer Schweizer Mitte-Links-Regierung waren sie erfolgreich. Demgegenüber war die FDP schon seit 1990 nicht mehr in der Lage, eine liberale Perspektive für die Schweiz aufzuzeichnen. In Wirklichkeit waren die neoliberalen Freisinnigen sehr erfolgreich, dürfen aber nicht darüber sprechen, wie sie der Schweiz gedient haben, indem sie das Land den globalen Konzernen weiter als je zuvor öffneten. Die damit geschaffene globalisierte Schweiz bringt nur wenige Stimmen im Gegensatz zur national orientierten Schweizer Bevölkerung, die nicht recht versteht, wie ihr geschehen ist. Nach 30 Jahren von allen guten Geistern verlassen ist die SVP, die bisher nur eine Strategie hatte: Christoph Blocher. Die von ihr vertretenen rund  30% aller Schweizerinnen und Schweizer müssen den Weg in die Normalschweiz des 21. Jahrhunderts zurück finden und wieder urbaner werden, sonst wird aus der Schwingfest- auch eine Schwundpartei. Das den Staat finanzierende Schweizer Bürgertum wird unter der Schwäche seiner beiden führenden Parteien, FDP und SVP, leiden. Die von der Mitte-Links-Regierung unnötigerweise forcierte Energiewende wird jeden Haushalt ein kleines Vermögen kosten. Die gelobte Freiheit der Wirtschaft wird erstarren unter Sozial- und Arbeitszeitregelungen, die den Weg zu einem Etatismus à la France weisen. Dem können FDP und SVP nur gemeinsam begegnen. Keine Ausrede zählt.

Die US-Amerikaner haben den Irak zerstört

Montag, den 19. Dezember 2011 um 11:01

Jetzt, wo Barack Obama die US-Truppen aus dem Irak weitgehend zurück gezogen hat, ist Zeit für eine Bilanz. Die US-Amerikaner haben den Irak zerstört und bei weitem nicht jene Gesellschaft aufgebaut, sie sie versprochen haben. Hunderttausende von Toten, zerstörte Familien, ein ausgeraubtes Land, das ist geblieben. Dieses Land, das der Familie Bush zum Opfer fiel, hätte Besseres verdient.

Die Amerikaner hatten noch die Kraft, den Vietnam-Krieg zu kritisieren. Was im Irak vorging, hat sie nicht mehr interessiert. Die Führungsmacht des Westens hat sich unsterblich blamiert; wer will ihr noch vertrauen?

Ehrt die Erfolgreichen, die Erfolglosen auch

Montag, den 19. Dezember 2011 um 8:00

Es ist merkwürdig, wie sich die strengen Gesichtszüge erfolgreicher Unternehmer verändern, wenn sie einen Preis erhalten. Ob es ein Stein aus Granit, eine Metallskulptur oder nur ein Stück Papier ist, sie reissen diese Objekte mit beiden Armen über ihre Köpfe in die Höhe und ihr Gesicht strahlt mehr als bei einer Verdoppelung der Dividende.

Es geht um die gesellschaftliche Anerkennung. Wir gewähren diese viel zu wenig. Micheline Calmy-Rey liess sich vom Kosovo mit einer Metallplastik auszeichnen, obwohl dieser „Staat“ von kaum jemand anerkannt wird und kaum mehr Einwohner als der Kanton Zürich hat.

Es gibt keinen Preis für die Erfolglosen, obwohl diese ihn zum Aufbau ihrer Motivation am nötigsten hätten.

 
     
     
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