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Tagesarchiv für 5. Dezember 2011

Sind reiche Ausländer solidarisch?

Montag, den 5. Dezember 2011 um 15:40

Es gibt reiche Ausländer in der Schweiz, die ob ihres Geizes berühmt sind: Ingvar Kamprad, Hauptaktionär des IKEA-Konzerns, der seit Jahrzehnten in der Westschweiz lebt, ist in seiner Gemeinde bekannt dafür, dass er noch nie einen Rappen gespendet hat. Da derlei Mitleid-Genossen nach Aufwand besteuert werden, machen sie sich klein und unauffällig; es sollen aber Ausnahmen sein.

Andere sehr reiche Ausländer haben ebenfalls Steuerabkommen, sind aber verpflichtet, Stiftungen zu schaffen, die für die Kunst, die Medizin oder die Universitäten generell zum Teil bedeutende Millionenbeträge bereitstellen.

Wie im Kanton Zürich zu beweisen war, flüchten derlei staatliche Halb-Bürger umgehend in andere Kantone oder ins Ausland, wenn sie Steuern wie ein vergleichbarer Schweizer zahlen sollen. Sie kommen nur dank Privilegien, wie einige Russen bewiesen, die von der Goldküste sofort in den Kanton Zug zügelten.

Wenn die Schweizer Politiker sich Milliardärs-Inseln im eigenen Land leisten wollen, ist das nicht nur ihre Sache. Viele Schweizer, auch sehr reiche, zahlen hohe Steuern zur Erhaltung und zum Ausbau der nationalen Infrastruktur, der Strassen, Schulen, der AHV/IV, des Gesundheits- und Bildungssystems. Die pauschale Steuern zahlenden Ausländer sind davon befreit. Sie zahlen im Kanton Bern, vorwiegend aber im Saanenland, jährlich gut Fr. 300 Mio. an die regionalen Betriebe, die an teuren Bauten, Autos, Essen etc. gut verdienen. Deshalb verteidigen sie diese Praxis. Dabei nehmen Schweizer viel höhere Investitionen vor, geben auch viel mehr Geld für Konsum aus, zahlen darauf aber immer noch saftige Steuern.

Die Saaner Handwerker schlagen nun vor, auch andere Gemeinden in gleicher Art zu begünstigen. Das sei immer noch besser, als die Günstig-Steuern für Reiche abzuschaffen. Es steht der Schweiz frei, grosse Teile des eigenen Volkes schlechter zu stellen als Wohlstands-Zigeuner, die Treuhänder und Anwälte reich machen, die Banker nicht zu vergessen. Darob aber vertiefen sich die Unterschiede zwischen der A-Schweiz, die immer weniger Steuern zahlt, und den Angehörigen der B-Schweiz, die seit 20 Jahren latent ärmer werden. Das heisst, die Freiheitskämpfe der alten Schweizer kommen nicht mehr den eigenen Kindern, sondern reichen Zuwanderern zugute, die eine solche Praxis nur loben können. Diese Praxis ist nicht neu. Schon in den ehemaligen Südstaaten der USA oder in den Villen der reichen englischen Sahibs in Nordindien waren die einheimischen Hausdiener, die gegenüber denen ausserhalb der Sphäre der reichen Herrscher begünstigt waren, immer auf der Seite ihrer „Masters“, notfalls auch bereit, die Interessen ihrer eigenen Mitbürger zu verraten.

Im Falle des Kantons Bern ist dieser Vorgang besonders delikat, weil die anderen Kantone die einst reichste Stadt und Region nördlich der Alpen mit Fr. 1,1 Milliarden im Jahr subventionieren. Wenn die Berner schon zu viele Arme haben, die nur wenig Steuern bezahlen können, sollten sie mindestens jene ernsthaft besteuern, die es sich problemlos leisten können – aber freiwillig dies nicht leisten wollen.

La Suisse hybride, das ist die Zukunft

Montag, den 5. Dezember 2011 um 14:22

Der viertgrösste Schweizer Privatbankier heisst Joseph Safra. Er ist gläubiger Jude, der zweimal täglich betet und am Wochenende in die Synagoge geht, er ist Brasilianer und bekennender Libanese (vielleicht auch Syrer, zieht man die Herkunft seiner Familie in Betracht).

Derlei hybriden Menschen gehört die Zukunft. Es sind reiche, sehr gebildete und kulturell hochstehende Weltbürger, welche die Machtmechanismen vieler Staaten und Gesellschaften verstehen, weil sie sie verkörpern.

La Suisse hybride, das ist nicht nur die Zukunft, es ist bereits Gegenwart. Davon legen die wachsenden Flughäfen unseres Landes Rechenschaft ab, wo nicht nur Touristen unterwegs sind, sondern zehntausende von Führungskräften, die laufend in die Welt ausschwärmen und von dort Wissen und Geld zurück bringen.

Die Schweiz wächst dort, wo sie global angelegt ist; das gilt für Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Schweiz stagniert, meist in charmanter Art und Weise, wo sie „Ballenberg“ ist. 147 Unternehmen regieren die Welt, hat die ETH Zürich vor wenigen Monaten publiziert. Zwei Drittel allen Kapitals unserer börsenkotierten Firmen in der Schweiz liegt in der Hand von Ausländern. Das ist die Realität.

Wer, als Schweizerin oder Schweizer, als Europäer, Amerikaner, Afrikaner oder Asiate, dieser Vorgabe standhält, der wird gewinnen.

 
     
     
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