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Monatsarchiv für November 2011

Leere Worte

Montag, den 28. November 2011 um 12:44

„Forschung und Entwicklung bleiben in der Schweiz“, sagten einmal die Oberen von Novartis; die Auswanderung in günstigere Länder hat längst begonnen, ganz wie bei Nestlé auch, ein Konzern, der sich in den vorteilhaften Schweizer Mantel hüllt. „Cham wird unser Mittelpunkt bleiben“, sagt der VRP der Cham Paper Group und zieht zwei Drittel der Belegschaft ab, weil Mietwohnungen heute höhere Erträge in der Schweiz bringen als die Papierproduktion. Merke: Der „Mittelpunkt“ kann sehr klein sein und letztlich aus nicht mehr als einem Dutzend Personen bestehen. So ging es mit der St. Galler Textilindustrie, wo zuletzt der Mittelpunkt vieler Firmen nur noch aus einer Finanzholding bestand.

Treues Zürcher Ferienvolk

Montag, den 28. November 2011 um 12:40

Nicht Vertreter der meistbegünstigten Deutschen Lufthans und Air Berlin traten vor die TV-Kameras, sondern Flughafen-CEO „Tommy“ Kern, der sich darüber freuen durfte, dass die Bevölkerung des Kantons Zürich einen künftigen Ausbau des Zürcher Flughafens nicht behindern will  Die Air Berlin, welche zur Hauptsache deutsche Mallorca-Urlauber über Zürich fliegen lässt, ist ohnehin nahe der Pleite.  Die Deutsche Lufthansa kämpft mit ernsthaften Cashflow-Schwierigkeiten, die von der Tochter Swiss nur unzulänglich gemildert werden. Die flughafennahen Gemeinden stimmten unisono gegen weitere Ausbaumöglichkeiten; sie wurden vom Rest des Zürcher Volks glatt überstimmt.

Zunehmendes bürgerliches Chaos

Montag, den 28. November 2011 um 11:11

Wie die Stahlhelm-Fraktion der Schweizer FDP vor 20 Jahren untergegangen ist, hat am letzten Wochenende die Panzer-Fraktion der Schweizer SVP die schwerste Niederlage ihrer 30jährigen Geschichte hinnehmen müssen. Nach der Abwahl von Bundesrat Dr. Christoph Blocher aus dem obersten politischen Führungsgremium des Landes, ist nun sein erneuter Anlauf gescheitert, die Politik des Landes mit bestimmen zu dürfen.

Während die SVP weiterhin als, wenn auch geschwächter, Sieger der Herbstwahlen betrachtet werden darf, der nicht einmal ihre Gegner den zweiten Bundesratssitz streitig machen, steht die FDP Schweiz weiterhin im Regen. Nicht die Parteiführung hat die Totalniederlage verhindert, sondern starke freisinnige Politiker in den Kantonen vermochten sich dank ihrer Persönlichkeit durchzusetzen.

Dennoch haben weder SVP noch FDP erkennbare Nachfolger in der Parteiführung, denen eine neue Strategie für die schwierigen vor uns stehenden Jahre zuzutrauen ist. Ständerat Prof. Dr. Felix Gutzwiller wies es von sich, für das Amt des Parteipräsidenten zu kandidaten, denn „dafür gibt es Jüngere“. Es müssen Jüngere mit hundert Jahren liberaler Erfahrung sein; keine einfache Aufgabe.

Das über Jahrzehnte erfolgreiche Blocher-Frey-Modell der SVP-Führung hat mit einem in der Schweiz bisher nie gesehenen Aufwand für die Wahlwerbung eine gewaltige Niederlage eingefahren. Es ist offensichtlich, dass nur der Weg in die Mitte, hin zu einer Zusammenarbeit mit der kaum handlungsfähigen FDP, eine Lösung bringen kann, welche der Schweiz dienlich ist. Das verlangt auf beiden Seiten Verhandlungspartner von einer Sensibilität, wie sie bisher nur im Kanton Zürich in der Aera Frei/Fiala zu beobachten war. Wer mit einer neuen Stahlhelm- oder Panzerfraktion in die Verhandlungen nach den Wahlen zieht, wird nichts erreichen, das dem Lande dient.

Wer in arabischen Ländern protestiert, hat es schwer

Montag, den 28. November 2011 um 7:15

Einen Protest auszulösen, ist heute nicht sehr schwer. Ihn aber professionell durchzuhalten, ist bedeutend schwerer. Vor der Polizei zu fliehen, ist vor allem in den arabischen Ländern höchst schwierig. In den langen weissen Gewändern, welche die Männer tragen, kann man keine grossen Sprünge machen. Dazu kommen die dort beliebten Schlappen an den Füssen, die einem bestiefelten Soldaten oder Polizisten jede Chance geben, den Protestierenden einzuholen. Schon aus dieser Sicht müsste man die Protest-Ausrüstung professionalisieren.

Warum kein „Goldküstentag“ in Winterthur?

Freitag, den 25. November 2011 um 17:17

Ein durchaus erheblicher Anteil der Steuern der Einwohner von Küsnacht, Zumikon und Zollikon fliesst an die Stadt Winterthur, die meines Wissens bisher kein Zeichen des Dankes gegeben hat, obwohl diese Praxis den Winterthurern zu erheblichem Wohlstand verholfen hat. Weil die Goldküstenbewohner in diesem Fall „taxes without representation“ zahlen, was in Amerika zur bekannten Revolution gegen Grossbritannien geführt hat, wäre ein jährlich wiederkehrender Tag des Dankes, ein Goldküstentag in Winterthur, vergleichbar den Erntedankfesten, angebracht.

Immerhin renovieren die Winterthurer ihre einstige Arbeiterstadt mit diesem Geld ganz ansehnlich. Sie haben das Unglück der Griechen vermieden, mit dem Geld von aussen den eigenen Missstand noch zu befördern, wobei dies als griechische Praxis gelten darf: Schon Perikles ruinierte den Stadtstaat von Athen, hinterliess aber den Parthenon; die heutigen Griechen haben eine unpünktliche U-Bahn und ein frühzeitig  ruiniertes olympisches Stadion. Im kommenden Jahr werden Zumikon und Zollikon, FDP-Anträgen folgend, mehr Steuern bezahlen müssen. Welche Stadien braucht Winterthur?

Wer will 2000 junge, kräftige Männer?

Freitag, den 25. November 2011 um 17:15

Das Bundesamt für Migration sucht dringend Unterkünfte für 2000 „mehrheitlich junge, kräftige Männer“, die in der Schweiz einen Unterschlupf suchen. Sie sind erstmals von zu Hause weg und freuen sich darauf, in der Schweiz integriert zu werden. Die Gemeindebehörden und die Bewohner dieser Gemeinden freuen sich keineswegs, denn sie brauchen keine „2000 junge, kräftige Männer“, welche die Landessprachen nicht beherrschen und auch sonst meist schwer integrierbar sind. Wir sind auf derlei nicht vorbereitet.

Dänisch Ferien machen, in Aserbeidschan tanken

Freitag, den 25. November 2011 um 14:50

Obwohl die SVP den Eindruck macht, als gehöre die Schweiz noch den Schweizern, leben wir doch in einer viel bunteren Welt. Alleine das Gefühl, an meiner Esso-Tankstelle, die bisher den US-Amerikanern gehörte, schon in Aserbeidschan zu sein, dessen Regierung das Schweizer Tankstellen-Netz soeben übernommen hat, sollte uns beflügeln; vielleicht können wir dort bald Teppiche kaufen und Reisen ans Kaspische Meer buchen.

Kuoni, einst zusammen mit der zum Absturz gebrachten Swissair ein Schweizer Traumpaar, das zusammen Schweizertum par excellence verkörperte, lässt schon seit 15 Jahren kaum von sich hören, wird jetzt von einem Dänen geführt, der aber ganz Westeuropa mit betreuen muss. Kein Wunder, dass Spezialanbieter, wie ohnehin mässig bezahlte Journalisten, diesen Markt für sich entdeckt haben. Sie bieten tolle Leistungen und Persönlichkeit.

Angst vor Deutschland?

Freitag, den 25. November 2011 um 13:50

Wenn die „Weltwoche“, die ihre Substanz aus der SVP und dem Prinzip Widerspruch bezieht, Deutschland zu den „Totengräbern der Demokratie“ zählt und von Henryk M. Broder als „failed state“ bezeichnen lässt, darf dies eher als Humoreske gelten. Dass die „NZZ“ gleichentags vor einer „Germanisierung“ Europas warnt, ist sicher hoch übertrieben. Immerhin helfen die Deutschen entscheidend mit, den Euro und die EU zu stabilisieren, was jedoch nicht in jedermanns Interesse ist. Die Schweiz darf sich trösten, adoptiert sie doch derzeit den Kosovo als 27. Schweizer Kanton, wo ein Schweizer Oberkommandierender in Kürze die oberste UNO-Gewalt ausüben darf.

Der Grübel-van Rompuy-Irrtum

Donnerstag, den 24. November 2011 um 13:55

Schon Oswald J. Grübel, der als CEO des UBS-Konzerns in der Kommunikation keine glückliche Hand bewies, ebenso wenig wie VR-Präsident Kaspar Villiger, der mit grosser Sicherheit vorzeitig zurück treten wird, sagte „Unser Ruf wird besser werden, wenn wir wieder Geld verdienen“. In die gleiche Kerbe haut Hermann van Rompuy, der Präsident des Europäischen Rats, der den schlechten Ruf der EU mit den Worten kommentiert: „Sobald es uns gelungen ist, die Schuldenkrise zu überwinden, wird sich das Ansehen der EU automatisch wieder verbessern.“ Umgekehrt ist der Schuh: Würde die EU den Beweis antreten, dass die Europäer sie wirklich brauchen, würde deren Image sich schlagartig verbessern, ebenso wie die Bereitschaft aller, die notwendigen Lasten zu tragen. Weder die Grübel’sche UBS noch die EU-Spitzen konnten beweisen, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen sind.

Oswald J. Grübel und Walter Kielholz im Clinch

Donnerstag, den 24. November 2011 um 11:45

Während Oswald J. Grübel, ex CEO des UBS-Konzerns, darauf besteht, dass VR-Präsidenten ausser der Bestimmung der Spitzenmannschaft wenig zu sagen hätten und in der Schweiz in ihrer Funktion überschätzt würden, meldet sich auch Walter Kielholz, VRP der CS Group zu Wort mit der Aussage: „Es kann nicht sein, dass sinkende Margen im Bankgeschäft über geringere Gewinne und Dividenden einzig vom Aktionär absorbiert werden.“ Damit macht er klar, dass der VRP in erster Linie die Interessen der Aktionäre vertritt, eine Aufgabe, die zu unterschätzen leichtfertig wäre.

Kielholz findet den Finanzplatz Schweiz „paradiesisch“. Das ist nahe am „Glücksfall Schweiz“, wie er vom St. Galler Privatbankier Dr. Konrad Hummler (Wegelin & Co.) anlässlich des Ustertags 2011 geschildert wurde. Oswald J. Grübel sieht bis zu 20 000 arbeitslose Banker auf die Schweiz zukommen, die Bilerateralen seien gescheitert. Kielholz meint, die Zeit der Banker, die mit Handelsaktivitäten nach oben gekommen seien (Marcel Ospel, Oswald Grübel, Lloyd Blankfein) sei ohnehin vorbei.

 
     
     
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