Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 16. November 2011

SRG stolpert dahin

Mittwoch, den 16. November 2011 um 17:30

Weil ich kaum Lust habe, Sendungen der SRG zu sehen, da diese entweder die Tatbestände verwedeln oder unscharf wiedergeben, frage ich mich, wie mancher gebildete Schweizer, was SRG-Generaldirektor Roger de Weck bisher geleistet hat. Die personellen Änderungen in den Standard-Gefässen sind kaum von Bedeutung. Roger Schawinski „Superstar“ holt auch nur jene an den Bildschirm, die länger arbeiten müssen und noch nicht müde sind, jenes urbane Publikum, das man als „news junkies“ bezeichnet, aber sicher nicht das Schweizer Volk. DRS 2 hält seine Qualität aus früheren Jahren; das ist eine gute Nachricht. Die welschen Sender leben in einer eigenen Welt; sie zu verändern hiesse nur, sie zu verschlechtern. Das SRG-Internetangebot ist eine Schlaumeierei gegenüber den Verlegern, die aber genug auf ihren eigenen Feldern zu tun haben.

Minergie: Marketing top, Leistung flop

Mittwoch, den 16. November 2011 um 17:20

Jetzt, wo alle Energie sparen sollen, stellt sich zunehmend heraus, dass der 1998 angelaufene Minergie-Boom nicht die Sparleistungen erbringt, welche seine leidenschaftlichen Promotoren, darunter alt SP-Präsident Peter Bodenmann, sich davon erhofften. Wichtige Untersuchungen, so der Uni Genf, bestätigen die angestrebten Sparziele nicht, Bauherren beklagen sich: Mehr Aufwand als echte Leistung.

Damit steckt die Minergie-Bewegung, die heute jährlich bei rund 4000 Neubauten angewendet wird, in einer Qualitätskrise. Merke: Wir sollten bei allen „grünen Experimenten“ weniger von der Hoffnung als von der Wirklichkeit leben.

Gestern sprach ich mit einem glp-Politiker, der die Zukunft gestalten will. Er konnte mir nicht sagen, ob die Visionen seiner Partei wirklich umsetzbar sind. Man solle einfach die alten Energien abschalten, meinte er, dann würden die neuen schon nachwachsen. So einfach ist das Leben der Grünen.

Hotelier gegen Financier?

Mittwoch, den 16. November 2011 um 15:15

Während hunderte Schweizer Hoteliers dem kommenden Winter mit Schrecken entgegen sehen, weil die Buchungen bisher weitaus zurückhaltender eintreffen, als es nützlich wäre, legen internationale Financiers ihr flüssiges Kleingeld gerne in Schweizer Hotelimmobilien an, weil sie es dort sicher glauben vor Währungszusammenbrüchen und anderen Imponderabilien.

  • Im Bündnerland finanzieren schon lange Deutsche und Griechen die grossen Hotels.
  • In Andermatt ist es Samih Sawiris, ein koptischer Ägypter und Montenegriner, der sein alpines Grossprojekt über die Runden zu bringen sucht.
  • In der Innerschweiz sind es, abwechselnd, Russen und Katari, die an die Zukunft des Schweizer Tourismus glauben. Araber sind es auch in Bern und Genf, die aus ihren Ölgewinnen in „bricks“ investieren.
  • In Zürich und der Innerschweiz, so in Vitznau und Weggis, sind es Finanzjongleure, wie Schwarzenbach und Pöhringer, die sich Hotelpaläste leisten können. Die zuständigen Wirtschaftsförderungen reiben sich die Hände, weil aus den „deep pockets“ zwar wenig Steuern, aber sonst viel Geld in kantonale Kassen fliesst.

Wenn ich dann sehe, wie sich anerkannte und vielfach ausgezeichnete Hoteliers jeden Franken abringen müssen, um ihren Betrieb in Triple A-Qualität am Laufen zu halten, dann frage ich mich, ob dies Sinn macht. Die Seilers in Zermatt haben ihre Hotels schon vor Jahren an Erben aus der Pharmaindustrie und der Autobranche verkauft. Diese bewährte Schweizer Hoteliersfamilie hat in der Hotellerie zu wenig Geld verdient, um die Häuser autonom weiter entwickeln zu können. Dieses Schicksal wird im kommenden Jahr auch anderen blühen.

Was der UBS-Konzern uns zumutet….

Mittwoch, den 16. November 2011 um 12:00

Ermes Gallarotti von der NZZ-Wirtschaftsredaktion hat nachgezählt: Innerhalb von vier Jahren haben wir jetzt schon das vierte Führungsduo, das die UBS in eine bessere Zukunft führen will. Ein umstrittener Tessiner Bankier als CEO und ein deutscher Bankenwissenschaftler als VR-Präsident, der den hilflos agierenden obersten PR-Mann des UBS-Konzerns, Kaspar Villiger, schon im kommenden Frühjahr, 12 Monate früher als geplant, ablösen soll.

Was der UBS-Konzern seiner Schweizer Kundschaft, seinen Schweizer Mitarbeitern und seinen Schweizer Aktionären zumutet, ist normalerweise Grund für eine fristlose Kündigung. Ausländische Aktionäre, wie der Stadtstaat Singapur, erhalten seit Jahren Vorzugszinsen. Uns bleiben die abstürzenden UBS-Aktien ohne Dividende.

Die Bank Leu, die älteste Zürcher Bank, wird soeben eingestampft, nachdem eine Geschäftsleitung über Jahre hinweg behauptete, sie habe alles im Griff. Die Bank Sarasin steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Credit Suisse macht nicht den Eindruck, als biete sie bessere Dienstleistungen als ihr Nachbarkonzern UBS. Fortsetzung folgt.

Bauernschlauer Blocher

Mittwoch, den 16. November 2011 um 9:55

Wird Dr. Christoph Blocher Zürcher SVP-Ständerat, was kaum zu befürchten ist, will er

  • in der Flughafenfrage Zugeständnisse machen, wenn die Abgeltungssteuer in Deutschland akzeptiert wird,
  • will er Kernkraftwerke erst dann stilllegen, wenn die alternativen Energien wirklich vorhanden sind,
  • die „gesunde Entwicklung des Flughafens Kloten“ nicht blockieren.

Prof. Dr. Felix Gutzwiler, FDP-Kandidat, der sich in allen Diskussionen sichtbar zurückhält, weil seine Wahl ohnehin sicher ist, will er kleine Veränderungen, was dem Wähler gefällt. GLP-Kandidaten Verena Diener gibt sich sehr liberal, tritt aber für die Erhöhung der Kosten für umweltfeindliche Praxen ein und will die Städte mehr als die Regionen fördern.

„Mut“ für einen Stadtstaat Schweiz

Mittwoch, den 16. November 2011 um 8:00

Während viele intelligente Schweizer noch Mühe haben mit dem Gedanken, unser 8-Mio-Volk könne sich zu einem Stadtstaat entwickeln, hat die renommierte deutsche Kultur-Monatszeitschrift „Mut“, die von Bernhard C. Wintzek im 1-Mann-Verfahren seit über 500 Ausgaben redigiert und finanziert wird, dem Buch „Stadtstaat Schweiz – Utopie oder realistisches Modell“ von Dr. Konrad Hummler und Franz Jaeger grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Sie publizierte in ihrer November-Ausgabe, die der „Merkel’schen Stabilitätsunion“ gewidmet ist, den Beitrag von Dr. Gerhard Schwarz zur Autonomie und Selbstbestimmung der Schweiz. Darin schreibt der Chef von Avenir Suisse: „Klar ist, dass ein Stadt-Staat Schweiz in Europa nicht überleben kann, wenn es die EU nicht will.“ So messerscharf hat noch niemand formuliert, wie abhängig wir von der Europäischen Union wirklich sind. Schwarz: „Die EU muss der Schweiz gegenüber Grosszügigkeit, einiges Wohlwollen und einige souveräne Toleranz an den Tag legen.“ Wir dürften uns nicht zu schade sein, „um die Gunst der grossen EU zu werben“, meint  Schwarz.

Derlei klingt im Ausland vernünftig, im eigenen Land ist die Skepsis ob solcher Forderungen erheblich.

www.mut-verlag.de

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog