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Tagesarchiv für 14. November 2011

Die Genfersee-Metropole macht ernst

Montag, den 14. November 2011 um 16:05

Die beiden Kantone Waadt und Genf machen ernst mit der Stärkung der Genfersee-Metropole, die sie nach Zürich als zweitstärkste der Schweiz sehen. Beide kantonale Regierungen haben einen Pakt geschlossen, künftig in Bern gemeinsam stärker aufzutreten, um wichtige Projekte und Finanzierungen an den Léman zu holen. Früher oder später wird auch der Kanton Wallis in das Einzugsgebiet dieser neuen Schweizer Grossmacht geraten; das Unterwallis wächst seit Jahren überdurchschnittlich aufgrund der Expansion der Lausanner Wirtschaft.

Basel wird sich mit der Chemie noch lange gut halten, hat aber auf Dauer ein Wachstumsproblem, da die französischen und deutschen Nachbargebiete eigene Interessen verfolgen. Bern wird immer mehr zur Hauptstadt der Schweiz ohne eigene wirtschaftliche Substanz. Die Staatsunternehmen SBB, Post und Swisscom machen den Berner Hasen nicht fett.

Die Ostschweiz rund um St. Gallen wacht erst langsam auf. Östlich von Zürich hat sich keine selbständige Grossregion gebildet, weshalb viele Zürcher davon ausgehen, dass St. Gallen zur Zürcher Metropolitan-Region zählt. Der Tessin gehört operativ ohnehin zu Milano.

Ueli Sigg will China-Kunst zurück geben

Montag, den 14. November 2011 um 11:50

Der Schweizer Allround-Unternehmer und Kurzzeit-Diplomat Ueli Sigg, der über die weltgrösste Sammlung moderner chinesischer Kunst verfügt, will diese nach China „an die öffentliche Hand“ zurück geben. Viele chinesische Künstler seien von der modernen Kunst desillusioniert und würden heute in ihrer eigenen Kunst Inspiration suchen, sagte er Juliana Schwager von der immer besser werdenden „Handelszeitung“. Damit würde der Schweiz eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen entgehen. Eine bessere Lösung wäre es, die junge chinesische Kunst in der Schweiz an einem attraktiven Ort anzusiedeln, damit Geschäftsleute und Touristen aus China hier etwas Heimat entdecken können. Wollen wir ein attraktives Touristenland bleiben, müssen wir derartige Lösungen ins Auge fassen.

Die FDP-Niederlage hat klare Ursachen

Montag, den 14. November 2011 um 10:07

Wenn heute früh in den Schweizer Medien über die Dauer-Niederlage der FDP Schweiz nachgedacht wird, bleibt der wesentliche Faktor unbehandelt, weil die Medien selber es waren, die ihn während 20 Jahren nicht begriffen oder wohlwollend vertuschten: Der Zusammenbruch des Freisinns ist zurück zu führen auf die falsche Parteipolitik von Parteipräsident Franz Steinegger, der während zehn Jahren eine Schaukelpolitik zwischen Links und Rechts betrieb und damit die Substanz der FDP vernichtete. Dann kam Parteipräsident Fulvio Pelli, der nie in der Lage war, eine kohärente liberale Politik zu entwickeln, sondern in alle Richtungen nach politischen Rettungsringen griff, die sich ihm entzogen. Pelli wurde deshalb in der Deutschen Schweiz nie akzeptiert.

  • Im Kanton Bern wurden Traumtänzer wie Johannes Matyassy zu Parteipräsidenten gemacht, die rein gar nichts brachten. Folgerichtig war sein Nachfolger dann noch schwächer. Die falsche Personalauswahl an der Spitze lähmte auch viele andere Kantone.
  • In Zürich rieb sich, wie in vielen anderen Kantonen auch, die FDP an der SVP auf, mit welcher sie die Zusammenarbeit verweigerte.

Die Parteiführung verhindert bis heute den vollen politischen turnaround, weil sie damit ihr Versagen eingestehen müsste. Das macht weitere Niederlagen unvermeidlich.

Wolfsnot im Oberwallis

Montag, den 14. November 2011 um 9:30

In der Gemeinde Oberwald, im schönen Goms gelegen, streicht der Wolf schon durch das Dorf. Die Behörden erwarten für das kommende Jahr vier Wölfe zwischen dem Obergoms und dem Lötschental. Wenn sich Wolfsrudel bilden, können, wie 2009 im Val d’Illiez, in kurzer Zeit 250 Tiere gerissen werden. Der Walliser Jagdchef Peter Scheibler sagt: „Mir sind keine Angriffe auf Menschen bekannt. Aber ich sage nicht, dass der Wolf für den Menschen keine Gefahr sein kann.“ Damit ist eine der schönsten Langlauf- und Wanderregionen der Schweiz von der Wolfsnot bedroht.

Widersprüchlich sind die Aussagen, ob sich die Touristen mehr von den Wölfen oder den Herdenhunden bedroht fühlen. Die Walliser Schafzüchter müssen für das kommende Jahr 150 Herdenhunde und viele Schäfer engagieren, die aber nicht zu finden sind. Viele Fachleute, auch aus dem Wallis, sagen, die Zeit der kleinen Schafherden sei vorbei; man müsse die Bildung grosser Herden fördern, um diese besser schützen zu können.

Der Walliser ohne Schaf ist wie ein Bischof ohne Stab. Bauer Hermann Kreuzer, der im letzten Jahr 24 Tiere durch den Wolf verlor, sagt: „Wenn unsere Grossväter heute hier wären, die würden uns alle glattweg als Hosenscheisser bezeichnen.“ Er ist der einzige, der Beifall erhält.

Bashar al-Assad gibt nicht auf

Montag, den 14. November 2011 um 9:15

Für viele erstaunlich ist es, wie konsequent der Herrscher Syriens, Bashar al-Assad seine Herrschaft, die er von seinem Vater geerbt hat, verteidigt. Noch im Juni schrieb der britische Historiker Patrick Seale im jüdischen „Aufbau“: „Ob er in der Lage ist, sich unter Druck auf radikale innere Reformen einzustellen, muss sich in den kommenden Wochen zeigen.“ Assad jr. lässt seither die Waffen sprechen, sieht er doch am Beispiel von Hosni Mubarack, wie man den Menschen auf dem Krankenbett vorgeführt wird, oder an dem Muammar Ghadhafis, wie man auf einem Pick-up vom Mob gelyncht wird. Ich schätze, auch mancher Westeuropäer würde in einer solchen Situatio nicht ohne weiteres aufgeben.

Heimat – Schweiz – Welt

Montag, den 14. November 2011 um 8:45

Die Zehnder Wanner-Presse, allgemein bekannt unter az-Medien, hat sich zum 175. Geburtstag ein 90seitiges Denkmal gesetzt, das aus der bedeutenden Regionalzeitung ein nationales Medium der Triple A-Klasse machen soll. Zwischen Zürich, Bern und Basel dominiert heute Peter Wanners Medienkonglomerat, der damit aus dem Badener Bollwerk seines Vaters Otto ein Mittelland-Bollwerk gegen die Ansprüche von „Tagesanzeiger“ und „NZZ“ gemacht hat.

Die Strategie des neuen Multimedia-Verlagshauses lässt sich zusammenfassen in der Formulierung: Geld verdienen wir zuhause, die Schweiz gilt es zu erobern, die Welt ist unser Spiegel.

Der lange unterschätzte Peter Wanner hat eines der jüngsten und kompetentesten Führungsteams der Schweizer Medienlandschaft um sich geschart. Während Ringier auf ausländische Journalisten auswich, als den eigenen die Luft weg blieb, und der „Tagesanzeiger“ verlegerisch zur Nr. 1 in der Schweiz heranwuchs, während er die Redaktionen zwischen dem Mitte- und dem linken Pol pendeln liess, hat Peter Wanner die Chance genutzt, als schweizerisch bestimmtes Verlagshaus im Zentrum des Landes zu wachsen. Die kommenden drei Jahre werden zeigen, wer von Schaffhausen bis Basel und Biel die Randmärkte integrieren kann. Der Bergsteiger Peter Wanner bleibt hungrig.

 
     
     
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