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Tagesarchiv für 8. November 2011

Politiker kommunizieren besser als Bankiers

Dienstag, den 8. November 2011 um 17:10

Wohin ich komme, jammern die Bankiers (die Banker ohnehin) über ihren schlechten Ruf, das Unverständnis der Medien und die bösen Politiker, die eigentlich an der Schuldenmisere die grösste Verantwortung tragen würden. Die Politiker, nicht faul, teilen sich in solche, auch bürgerliche, die glattweg die Banken beschuldigen, die Dauerkrise ausgelöst zu haben, und in die anderen, die sich hinter die Banken stellen. Gabor Steingart, Chefredakteur des renommierten deutschen „Handelsblatt“, hat deshalb einen bedeutenden Kommentar gegen die Dämonisierung der Marktwirtschaft verfasst („Handelsblatt, Nr. 215 vom 7.11.2011).

Das Volk hat ohnehin den Eindruck, als wolle man ihm die letzten Euro, Franken und Pfund aus der Tasche ziehen, um Banken wie Staaten gleichermassen zu sanieren. Wer an dieser Stelle „Zurück zur Marktwirtschaft“ ruft, um den global vorherrschenden Kapitalismus zu relativieren, wird es schwer haben, dies in die Praxis umzusetzen.

Es ist nicht zu übersehen, dass in der Schweiz ausser dem St. Galler Privatbankier Dr. Konrad Hummler, geschäftsführender Partner der Wegelin & Co., kein Bankier zu finden ist, dem volle Glaubwürdigkeit zugestanden wird. Angeschlagen sind nicht nur die beiden Grossbanken UBS und CS, sondern auch einige Kantonalbanken, die im Übernahmekarrussel kämpfenden Banken Bär-Sarasin und Raiffeisen, und nicht ganz einfach hat es die zwischen den beiden Grossbanken lavierende Schweizerische Bankiervereinigung.

In Österreich ist die Lage der Banken ganz miserabel, haben sie doch mehr Verpflichtungen und Skandale zu bewältigen, als man es im krisenreichen Wien ohnehin gewohnt ist. In Italien, Frankreich und Spanien ist die Stabilität der Banken nicht mehr angemessen gesichert. Und in Deutschland, wo sogar die einst renommierten Landesbanken angeschlagen sind, ragt nur „Joe“ Ackermann, der Ostschweizer, hervor, den viele Deutsche ohnehin nicht schätzen. Sein Nachfolger ist ein indischer Investmentbanker, was die Lage nicht vereinfacht.

Die Banken sind einigermassen verzweifelt darum bemüht, Geld zu verdienen, nach Oswald J. Grübel die höchste Form der Legitimation eines Bankers. Es sieht daher nicht so aus, als wäre ausser Dr. Konrad Hummler, der auch in Deutschland oft zu vernehmen ist, irgendwo ein Bankier sichtbar, der über den Rand der Kaffeetasse hinaus blickt.

Stilles Entsetzen

Dienstag, den 8. November 2011 um 17:00

Der Novartis-Konzern verdient viel Geld und entlässt dennoch Mitarbeiter, darunter wissenschaftliche Spitzenkräfte. Teile der Forschung werden in andere Weltteile verlegt. Solches Tun war in Basel noch vor zehn Jahren undenkbar. Auch der Credit-Suisse-Konzern des Erlenbacher Wochenaufenthalters Brady Dougan verdient Geld, entlässt aber weitere 1 500 Mitarbeiter. Es wird gepresst, wo immer dies möglich ist.

„Normale“ Schweizer Unternehmer und deren obere Kader sehen dies mit stillem Entsetzen, denn die Sozialpartnerschaft, die auch von den Gewerkschaften sehr weitgehend gewahrt wurde, droht zu zerbrechen. Kein Wunder, wenn Entscheide bei Jimenez und Dougan getroffen werden, spielt die Erhaltung sozialer Stabilität die geringste Rolle.

Merke: Der Friede kostet.

Wolf Biermann, Deutschlands Schmetterling

Dienstag, den 8. November 2011 um 13:55

Kaum jemand hat die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts derart hautnah erlebt wie Wolf Biermann, der jetzt 75 wird. Zuletzt sah ich ihn auf der Party eines Hamburger Milliardärs, wo er, zwischen Managern und Politikern, liebevoll geduldet wurde. Später sass ich ihm in seiner Hamburger Villa gegenüber, von seiner Frau umsorgt, ein Schmetterling mit stählernen Flügeln. Er wird als europäischer Volkslied-Autor in die Geschichte eingehen. Und doch Hamburger, sehr geschäftsbewusst.

 

Ohne Arabellion kein Strom für Europa

Dienstag, den 8. November 2011 um 9:15

Jetzt, wo die unkontrollierbaren Herrscher in Nordafrika gestürzt sind, die uns Europäern den Vorwurf gemacht hatten, wir seien mit unseren Energieprojekten im Süden des Mittelmeers neokolonialistisch, kann das europäische Grossprojekt Desertec voll in Angriff genommen werden. Grüne Energie aus der Sahara soll unsere Kernkraftwerke ablösen. Auch die US-Amerikaner sind schon da, um dieses Reservoir auszuschöpfen.

Von Marokko über Aegypten bis in den Irak blühen die Solar- und Windkraftwerk-Projekte. Nur Syrien macht noch nicht mit. Das ist besonders peinlich, will doch die nördlich gelegene Türkei ausgesprochen beschleunigt EU-Mitglied werden, wie Sayyib Erdogan gesagt hat. Und der Iran stellt sich immer noch quer, weshalb die israelische Regierung den Westen zu einem Angriff auf das Reich im Mittleren Osten aufgerufen hat. Deus volt. Avanti popolo.

 

 

 
     
     
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