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Tagesarchiv für 1. November 2011

Asylanten als Gewinnmaschine

Dienstag, den 1. November 2011 um 14:30

Schon immer hatte ich den Verdacht, einige würden am Asylantenwesen in der Schweiz gut verdienen. Andreas Hirsbrunner hat in der „Basler Zeitung“ nun aufgedeckt, dass in Ramlinsburg, einem Nest im Kanton Baselland, der ehemalige Gemeindepräsident und SVP-Politiker Anton Zurfluh vom Kanton jährlich rund Fr. 160 000.—erhält, damit er eine Liegenschaft mit 564 qm. Wohnfläche für 80 Asylsuchende zur Verfügung stellt. Hirsbrunner meint, das sei über dem kantonalen Schnitt.

Die Betreuung der Asylanten ist an eine Firma ABS Betreuungsservice AG in Pratteln delegiert, welche das Haus führt. Die Verpflegung der im Schnitt drei Wochen in Ramlinsburger Asylzentrum, bevor sie in eine Gemeinde abgeschoben werden, wo andere verdienen dürfen, weilenden Ausländer wird von einer weiteren Firma geliefert, weil eine Renovation der Küche zu aufwändig wäre. Die BaZ schreibt: „Eine wahre Goldgrube.“ Nicht für die Asylanten, aber für viele Schweizer, die aus Steuermitteln mächtig gut an den Asylanten verdienen.

Treibjagd auf neue Mitarbeiter

Dienstag, den 1. November 2011 um 12:00

Während die SVP sich mit Händen und – dies vor allem – Füssen gegen die Masseneinwanderung zur Wehr setzt, bieten die SBB Fr. 2 500.—für die Vermittlung eines neuen Mitarbeiters und die Nidwalder Polizei Fr. 1000.—für das gleiche Geschäft. Ich nehme an, dies ist erst der Beginn dieser neuen Treibjagd  auf Mitarbeiter. Immerhin können Bankiers und Chemieangestellte jetzt umschulen, sofern sie nicht zu alt sind. Die über 35jährigen will eigentlich niemand.

Provinz-Uni gegen Star-Historiker

Dienstag, den 1. November 2011 um 10:00

Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld ist wohl der beste lebende Vertreter seines Fachs. Seine Bücher sind Pflichtlektüre für alle, die unsere alten wie neuen Kriege verstehen wollen. Jetzt hat ihn die Provinz-Uni Trier vor die Tür gestellt, weil der geplante Creveld-Vortrag „Männer, Frauen, Kriegsspiele und Kultur“ als zu provozierend für die zarten Seelen in der alten deutschen Reichsstadt empfunden wurde. Provinz bleibt Provinz.

Der Vorgang hat jedoch System: Wer die Wahrheit nicht verträgt, muss sich auf das Moralisieren beschränken; dort darf sich jeder tummeln, dem der Sachverstand fehlt.

Schweiz ohne Kapitän

Dienstag, den 1. November 2011 um 7:30

Wo acht Millionen Menschen, abzüglich von knapp zwei Millionen Ausländern, das oberste Gremium der Demokratie darstellen, braucht es eigentlich keinen Kapitän. Oder doch? General Guisan war der letzte grosse „leader“ des Landes, dann, bis etwa 1975 der Freisinn, zunehmend eingebunden in die Viererbande, die vier grossen Parteien, welche bis in die Gegenwart das Land regierten, bis zur Oktoberwahl 2011, die aus der Viererbande eine Siebener-Bande machte.

Kein Bundesrat macht den Eindruck, als würde er das Land führen, höchstens die anonymen Maschinisten in den Departementen, die sich mit den grossen Wirtschafts- und Arbeitnehmerverbänden arrangieren.

Kein Intellektueller macht den Eindruck als hätte er eine Vorstellung davon, wohin sich die Schweiz entwickeln solle. Es gibt einen Chor von Parteivertretern, einmal mehr links, manchmal mehr rechts, die Mehrheit in der Gebrauchsphilosophie zu Hause, welche den 700jährigen schweren Kreuzer Schweiz in ihre Richtung ziehen möchten, der aber bewegt sich langsam.

Bleiben die Chefredaktoren, Inlandredaktoren, Ressortleiter und Kommentatoren, die tatsächlich täglich ein Froschkonzert aufführen, wo jeder als Tenor gehört werden möchte. Jede lauter, je bunter, desto besser für die Schweiz, geht die Rede.

Derweil, von aussen beobachtet, driftet die Schweiz, mit Schätzen wohl ausgestattet, einigermassen ziellos dahin, verfolgt von europäischen und US-amerikanischen Freibeutern, bei denen man sich mit Milliarden freizukaufen hat.

Ohne Kapitän wird das nicht mehr lange gut gehen.

 
     
     
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