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Monatsarchiv für November 2011

Lachhafte Reste eines Empires

Mittwoch, den 30. November 2011 um 16:32

Natürlich verteidigt David Cameron den Finanzplatz London und dessen Einnahmen gegen alle, die ihm ans Leder wollen. Wovon wollen die Engländer künftig leben? Die Autoindustrie gehört Ausländern, die Flugzeugindustrie ist ein waghalsiges Geschäft, das ohne staatliche Subventionen nicht überleben kann. Den Tourismus haben die Schotten, den Whiskey auch. Jetzt wollen die Engländer die Berufsausbildung wieder einführen, die sie vor 40 Jahren abgeschafft haben; vom königlichen Staatszirkus alleine können sie auf Dauer nicht leben. Merke: Ein Gentleman arbeitet ohnehin nicht.

Abt Martin, der Tweetupt (=abt auszusprechen)

Mittwoch, den 30. November 2011 um 11:34

Wenn die Römisch-Katholische Kirche einst revolutionär und mit Bildungsansprüchen die Kommunikation beherrschte, hat sie in Abt Martin Werlen einen würdigen Nachfolger gefunden. Er twittert, zwitschert, wie ein Vögelchen aus dem Einsiedler Himmel herab. Dann teilt er seinen fast 4000 Followers mit, wann er wo im Zug sitzen wird, worauf die Seelsorge des Benediktinermönchs in die SBB verlagert wird. Spricht sich das herum, werden die SBB bald einen „Abt Zug“ einrichten müssen, um die Menge zu fassen. Ich sehe Abt Martin, der in Einsiedeln nach Ablauf seiner Amtszeit in zwei Jahren schon heute als „Patron der Schweizerischen Bundesbahnen“ durch die Lande fahren. Ob SBB-CEO Andreas Meyer einen solchen Schritt wagen wird? Immerhin, „Jesus würde heute wohl auch twittern“, sagt der Sohn der Walliser Berge.

Unsere Piloten wollen keinen Aldi-Flieger

Mittwoch, den 30. November 2011 um 8:10

Sollen wir den Aldi-Flieger Gripen kaufen, den kaum jemand in der Welt will, oder darf es ein richtiges Kampfflugzeug sein? Die Franzosen bieten den Rafale mit Fr. 150 Mio. pro Stück klar zu teuer an, aber vielleicht sind damit politische Zugeständnisse verbunden, welche uns die scheidende Aussenministerin nicht ohne weiteres mitteilen wird. Am vernünftigsten wäre es, den Eurofighter zu kaufen, um damit auch ein Bekenntnis zu Europa abzulegen. Weil die US-Amerikaner verdächtig still sind, kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie uns einen ihrer F/A verkaufen wollen, aber ohne ein klares Bekenntnis zu einer besseren Zusammenarbeit auf allen Ebenen sollten wir die Finger davon lassen.

Ohne „Alphatiere“ keine lebendige Kirche

Mittwoch, den 30. November 2011 um 8:05

Warum die Kirchenbänke der Römisch-Katholischen wie der Reformierten Kirche immer leerer werden, liegt weniger an der Überalterung der Gläubigen, sind doch gerade die es, die mehr als andere ihrer Kirche treu geblieben sind, als an der mangelnden Attraktivität der predigenden Geistlichkeit. Was die es gut meinenden Standardprediger beider Konfessionen an Langeweile produzieren, ist unsäglich.

Drei prominente Gegenbeispiele machen den Unterschied deutlich:

–         In Zollikerberg, der Gemeinde über den Hügeln der Goldküstengemeinde Zollikon, ist Pater Josef Imbach, der in Aesch/BL wohnt, ein gerne gesehener Gast, der volle Kirchenbänke garantiert. Als Theologieprofessor, der sich der römischen Kurie, wo er einst studierte, nicht in dem Masse unterwarf, wie es der kirchliche Beamtenapparat verlangte, verfügt er über brillante Bibelkenntnisse einschl. der Sekundärliteratur, ist ein bekannter Autor religiöser Werke und praktizierender Koch mit einer von Fachwissen und Liebe zur Kirche getragenen packenden Rhetorik. Imbach nimmt die Gemeinde ernst und wird mit gutem Besuch seiner Gottesdienste bedankt.

–         In Köniz im Kanton Bern wurde soeben von seiner in Hundertschaften erschienen Kirchgemeinde der reformierte Pfarrer André Urwyler zwangsweise verabschiedet. Der packende Prediger geriet in Konflikt mit seinem Kirchengemeinderat, der den Auszug des beliebten Geistlichen nach 20jähriger Amtstätigkeit durchsetzte. Die Gemeinde stimmte mit den Füssen für ihren Pfarrer ab.

–         Ein Sonderfall in jeder Beziehung ist der amtierende Abt des 1100jährigen Benediktiner-Klosters Einsiedeln, Martin Werlen. In nur neun Jahren hat er dem Kloster neuen Glanz gegeben, es ausgebaut und erneuert, sodass es mehr denn je zu einer nationalen wie internationalen Attraktion geworden ist. Abt Martin,  Mönch aus dem einsamen Goms/VS, hat seither auch eine Sprache entwickelt, welche die Zuhörer, darunter zuerst die Gläubigen, in ihren Bann zieht. Als Klosterchef im Rang eines Bischofs bekennt er sich zum politischen Auftrag der Kirche, nämlich „Sauerteig in dieser Welt zu sein“. Es überrascht nicht, dass er damit innerhalb der Kurie nicht immer verstanden wird.

Dies sind lebendige Beispiele einer Amtskirche und einer weltlichen Kirchenverwaltung, die letztlich zur Gottesdienstverweigerung durch die Gläubigen führen. Mehr denn je komme ich zur Auffassung, dass Kirche und Staatskirche getrennt werden müssen, die eigentliche Kirche dann aber verpflichtet ist, ihre Aufgabe wieder ernst zu nehmen. Nicht Angst vor der Welt darf es sein, welche die Haltung der Kirchenoberen bestimmt, sondern die Freude über Gottes Gegenwart auch in unserer Welt hoher Komplexität.

Jesus Christus war ein Alphatier, wie es Petrus und Paulus waren. Die Kirchenväter waren Alphatiere, wie es jene Christen waren, die sich lieber hinrichten liessen als sie ihrem Glauben abschwören wollten.  Heute muss jeder gläubige Christ ein Alphatier sein, denn er verweigert sich einem Zeitgeist, der im Konsum die tägliche Erlösung sucht.

Alphatiere ohne eine Herde sind einsame Hirten. Daher ist es vor allem die Aufgabe der Bischöfe, den richtigen Geist zu befördern, der die Kirche wieder aufrichten kann.

Kunst und Kunstbegriffe

Mittwoch, den 30. November 2011 um 7:55

Während die europäische Kunst angesichts einer unbegrenzten Freiheit achtzig Jahre brauchte, um zu verwahrlosen, haben es die Chinesen in nur 20 Jahren geschafft. Ai Weiwei präsentiert sich zum Jahresende hüllenlos, begleitet von vier ebensolchen Frauen. Wie lautet die Botschaft? Wir sind angekommen.

Was tunStrahlemänner? „Go!“ – „mit Energie“

Dienstag, den 29. November 2011 um 17:40

Emmi-CEO Urs Riedener, vormals Migros,lächelt dynamisch vom Titelbild des staatlichen OSEC-Magazins und ruft anderen Unternehmern zu: Go! Nahezu im gleichen Stil präsentiert sich auf der Titelseite des Magazins des SchmidtColleg der Unternehmer Dirk Solbach, der den Unternehmern „Energie“ abverlangt.

Das sind Zeichen für das kommende Jahr, wo jeder sich neu erfinden muss, um zu überleben. Wo Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Direktorin des SECO, die KMU-Unternehmer auffordert „in die Schwellenländer zu gehen“, können Verluste nicht ausgeschlossen werden.. Als „neues Chancenfenster“ wird das stagnierende Japan empfohlen, wo japanische Firmen wegen des hohen Yen gerade ins Ausland flüchten. Merke: Es wird wohl wild werden.

Dem CO2-Witz folgt der Atom-Witz

Dienstag, den 29. November 2011 um 16:16

Der CO2-Verbrauch  hat sich in den letzten 14 Jahren in den USA und China mehr als verdoppelt; nur die EU weist einen mässigen Anstieg auf, der auch auf das schlechte Wirtschaftswachstum zurückgeführt werden kann. In keinem Land der Erde ist in dieser Zeit der CO2-Verbrauch gesunken. Wer die Versprechungen zusammen zählt, muss das Ergebnis die CO2-Lüge nennen.

Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie wird es nicht anders laufen. Weder werden die Völker plötzlich zu sparen beginnen, noch werden die neuen und sauberen Energien der Wasserkraft, der Solarpanels und der Erdsonden jene Wirkung entfalten, die sie benötigten, um die Atomkraft abzulösen. Im Gegenteil: Mit teuren Subventionen aus alten Energien werden teure neue Energien verbilligt, zum Teil auf Kosten der armen Menschen, denen Weizen und Soja vom Teller genommen werden wird. Der CO2-Lüge folgt die Energie-Lüge.

Aus für die vierte Landessprache, Romantsch

Dienstag, den 29. November 2011 um 14:40

Hammerschlag aus Graubünden: Die Dachverbände der Bündner Wirtschaft fordern vom Kantonsparlament in Chur, das Romantsch möge an den Schulen aufgegeben werden zugunsten von Englisch und Französisch. Der120köpfige Grosse Rat muss nun entscheiden, ob es den Kanton zusammen zu halten gilt mit dem Instrument der Sprachpolitik, oder ob den jungen Bündnern eine Chance gegeben werden soll, in der Marktwirtschaft mitzuhalten. Wer als Bündner in andere Kantone auswandert, hat einen Romantsch-Malus, weil man andernorts in der Schweiz früh Englisch und Französisch lernt.

Damit ist die vierte Landessprache am Ende.

Elias Hagmanns kluger Kalender

Dienstag, den 29. November 2011 um 11:23

Die Suche nach originellen Weihnachtsgeschenken verläuft heute meist unbefriedigend, weshalb ich Ihnen einen Blick auf www.zuerich2012.ch empfehle. Dort stellt der junge Fotograf Elias Hagmann seinen neuen Weihnachtskalender vor. Er zeigt uns Einblicke in die Limmatstadt von einer Frische und Lebendigkeit, die jeder Küchen- und Wohnzimmerwand gut ansteht.

Die üblichen Stadtzürcher Fotokalender richten sich an Touristen und werden eher routiniert verfertigt. Weil ihnen meist jene Intimität und Individualität fehlt, wird jeder anspruchsvolle Käufer derlei Baum-, Zeit- und Geldvernichtung eher vermeiden. Hagmanns Erstlingswerk zeigt noch den Kampf mit dem Objekt, womit jegliche Ermüdung beim Anblick der Monatssujets vermieden wird.

Mehr über den Kalender „SEITENBLICKE Zürich 2012“ und dessen Gestalter über info@zuerich2012.ch

5 Mia. USD für den Abzug

Dienstag, den 29. November 2011 um 8:05

Die Weltbank meint, eine Prämie von USD 5 Mia. sei angemessen, um den Amerikanern und ihren Freunden den Abzug aus Afghanistan zu erleichtern. Soviel Geld brauche die Regierung in Kabul, um ihr Land wieder aufzubauen, das von den Friedenstruppen zerstört wurde. Dabei ist jede Million zu viel, die nicht in den Wiederaufbau der USA selber investiert wird.

 
     
     
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