Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Oktober 2011

Neue politische Zentren

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:20

Nicht Bern und Zürich sind die alleinigen politischen Zentren der Schweiz, auch Baden, Savièse und Dübendorf. Die Region Baden hat im grossen Flächenkanton Aargau mit neun Sitzen im National- und Ständerat die kantonale Hauptstadt Aarau absolut in den Schatten gerückt. Baden ist hoch vital, aus Aarau hört man selten Bedeutendes. Ebenso die kleine Walliser Gemeinde Savièse oberhalb von Siders. Dort wurde „le socialiste“ Mathias Reynard, 24, als Jüngster in den Nationalrat gewählt, dessen Vater noch ein Freisinniger war, ein junger Gegner des erfolgreichen SVP-Nationalrats Oskar Freysinger aus der gleichen Gemeinde. Die Stadt Dübendorf bei Zürich hat gleich drei Nationalräte gewonnen: Zwei Grünliberale, darunter Parteipräsident Martin Bäumle, und ein BDP-Vertreter. Allen Gemeinden ist eines gemein: Sie liegen in eigentlichen Wachstumszonen, die urban geprägt sind.

Es fällt auch auf, dass es nicht die geniale FDP-Strategie war, die der Partei viele Mandate erhalten hat. Vielmehr hat Otto Ineichen im Luzernischen der Partei ein Mandat gerettet und Christian Wasserfallen wie Christa Markwalder haben das gleiche im Kanton Bern geleistet. Während ihre Partei jeweils zehntausende von Stimmen verlor, setzten sich die FDP-Nationalräte locker bei den Wählern durch. D.h., die FDP Schweiz ist noch schwächer als gedacht. Sie hat aber, aus der Vergangenheit, noch Träger, die überzeugen.

UBS oder Axel Weber in Not?

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:17

Der Vorstand der Deutschen Bundesbank ist „unglücklich“ darüber, dass ihr ehemaliges Mitglied Axel Weber derart rasch „in die Schweiz drängt“. Es muss also Not herrschen beim UBS-Konzern, wenn VRP Kaspar Villiger per 1. Februar 2012 auf die Einsetzung des neuen deutschen Spitzenberaters drängt.

Gotthelf und die Gegenwart

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:11

Zu den humanen Schätzen, welche die Schweiz birgt, zählt Alfred Reber, ein Freund von E.Y. Meyer, der soeben im Berchtold Haller Verlag „Geld ist und bleibt Geld…“, ausgewählte Schriften von Jeremias Gotthelf, publiziert hat. Geld, Reichtum und Armut, die auch heute unsere Schweizer Gesellschaft übermässig beschäftigen, haben den Emmentaler Pfarrer und Dichter zwischen 1820 und 1840 stark beschäftigt. Einige seiner schönsten Schriften sind in dem gut 300seitigen Band enthalten.

Gotthelf schreibt: „Die Kämpfe um Mein und Dein durchwühlen die Menschheit, wie vom Maulwurf die Erde durchwühlt wird. Das Recht saugt das Blut aus dem Körper, der Wucher das Mark aus den Knochen, verwegenes Spiel setzt alles auf einen Wurf.“

Ist es heute anders? Bankkunden erhalten vor Gericht nur selten recht, die Kleinkreditzinsen sind erschreckend hoch und die Spieler-Mentalität wird an der Zahl unserer Casinos im ganzen Land erkennbar.

Alfred Reber, Jahrgang 1932, Herausgeber des Buches und Verfasser der Kommentare, wirkte von 1965-1994 als Lehrer und Schuldirektor in Bern. Er ist bekannt durch zahlreichen Gotthelf-Publikationen.

Axel Weber, Kaspar Villiger, Sergio Ermotti

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 10:40

Natürlich ist „unser“ UBS-Konzern, dessen Aktienmehrheit sich in ausländischen Händen befindet, ein grossartiges Unternehmen, das durch Bilanz-Transaktionen auch dann Gewinne erzielt, wenn einer seiner Mitarbeiter glatte Fr. 2,3 Mia verliert.

Dennoch wüsste ich gerne, wer diesen wichtigen Schweizer Finanzkonzern, dessen Kredite ein vielfaches des Schweizer Brutto-Inlandprodukts ausmachen, in Zukunft führen wird. Wir haben die Auswahl:

. Sergio Ermotti, CEO ad interim, hat sich, privat wie beruflich, durch die Kenntnis globaler Steuerspar-Häfen ausgezeichnet. Dafür werden ihm die Bankkunden danken, wobei weiterhin die Grübel-Regel gilt: Der Chef berät nur, wer mehr als Sfr. 50 Mio. auf dem UBS-Konto hat.

. Kaspar Villiger, amtierender VR-Präsident, der sich bewusst, wie beim Empfang des Präsidenten der Euro-Gruppe in Zürich, in die hinteren Reihen setzte, wird weiterhin amtieren und Verantwortung tragen, was ihm niemand glaubt.

. Axel Weber, „Chairman oft he Board in coming“, wird bereits ab 1. Februar als Consultant der UBS-Konzernleitung zur Verfügung stehen. Der intellektuelle, etwas bullige Deutsche wird, wie wir ihn kennen, keinen wesentlichen Entscheid ohne seine Zustimmung zulassen. Damit ist Kaspar Villiger „dead man walking“ und Sergio Ermotti muss zeigen, dass er Webers Mann ist.

Was bedeutet dies für die Schweiz? Wenig, denn wir sind ein „producer of income“, mehr nicht. Wer sich an die alte UBS erinnert, die in der Schweiz eine grosse gesellschaftspolitische Rolle spielte, kann nur in Melancholie verfallen.

Energiesysteme neu steuern – wie?

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 9:25

Roberto Schmidt, der Walliser CVP-Nationalrat, ist das erste Opfer einer nicht verstandenen Energiepolitik. Der Stadtpräsident von Leuk wollte die Schweiz vor einem Energiekollaps retten; die Wähler sagten ihm nicht danke dafür.

Doris Leuthard, Energie-Bundesrätin, muss im Kanton Aargau eine zusammenbrechende CVP zur Kenntnis nehmen; nicht nur dort, sondern praktisch im ganzen Land. Ist das Thema Energie nur bei den Grünliberalen ein positives Thema?

Was wir brauchen, ist ein Energie-Monitoring, das erfasst, nicht nur wie viel Energie wir derzeit verbrauchen, sondern wie die Leuthard’sche Umstellung erfolgt. Alle drei Monate ein kleiner Fortschritt.

Natürlich werden sich unsere technischen Hochschulen darum reissen, derlei auf die Beine zu stellen, aber es wird Zeit, dass es auch passiert.

Mittelstand rutscht in Armutszone ab

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 9:10

Zum Mittelstand in der Schweiz, 60% der Bevölkerung, gehört bei Avenir Suisse jedermann mit einem monatlichen pro Kopf-Nettoeinkommen von Fr. 2 450.—bis Fr. 5 250.–. Das Schweizer „future lab“ schreibt: „Mehr als ein Drittel der Mittelstandsfamilien sind am Limit.“ Sie können nichts mehr auf die hohe Kante legen und verzichten lieber auf ein weiteres Kind als auf das eigene Auto.

Kein Wunder, dass Schweizer auf Deutsche sauer sind, wenn diese bereits über 10% der Bevölkerung der Zürcher Kreise 7+8 ausmac hen. Diese beliebten, einst freisinnigen Kreise am Züriberg gehören zu den besten Wohnlagen der Limmatstadt. Ein klarer Fall von Verdrängung.

Vom Irrtum zum falschen Eindruck

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 7:45

Bestellen wir nicht stets „Fleisch mit Beilagen“, obgleich Fleisch einen schlechten ökologischen Fussabdruck hat? Wir, und mit uns die Wirte mit ihren Speisekarten, sollten „Beilagen mit Fleisch“ verkaufen.

Weil viel vom Wucher mit Rohstoffen die Rede ist, sollten wir uns daran erinnern, dass noch im frühen 19. Jahrhundert die Kornwucherer aufgehängt wurden. Seither haben sich bei uns die Menschenrechte durchgesetzt.

Unsere grossen Städte, in der Schweiz vor allem der Grossraum Zürich, leben in einem Hype: mehr Menschen, mehr Immobilien, mehr Strassen, mehr von allem. Kein Wunder, dass der Konsum als einziges Mittel gilt, dem Stand zu halten. Die Häuser der Besinnung sind an den Rand gedrängt und halten sich noch knapp in den Altstädten.  

Ist eine Linksregierung der Schweiz vorstellbar?

Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 17:00

Was das Omen aus Brig, Peter Bodenmann, erhofft, einen starken Linksblock gegen die zersplitterten Rechtsparteien, wird es wohl nicht geben. Das Team Berset-Sommaruga als Bundesratsdoppel der SP in Bern ist zu angepasst, um dem Kapital Furcht einzujagen. Ob es Gerold Bührer von der économiesuisse weiterhin gelingt, die Mitte- und Mitte Rechts-Parteien auf Kurs zu halten, ist unklar. Es wäre auf jeden Fall angebracht, dem BDP mehr Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, damit er seine Position konsolidieren kann. Martin Bäumle, Präsident der GLP, steht, vergleicht man die liberalen Tabellen, bei weitem nicht so liberal, wie er sich gibt. Er hat mit seiner Partei einen Durchbruch geschafft, mehr nicht. Die Chance ist grösser, einen dynamischen Bürgerblock zu schaffen als die eines Links-Grünen Blocks. Das mag im Einzelfall, bei einer Sachabstimmung, anders ausgehen, weshalb es aus Sicht der Wirtschaft geradezu fahrlässig ist, nicht auf eine engere Zusammenarbeit zwischen SVP und FDP zu bestehen. Die Stabilität der Schweiz beruht auf bürgerlichen Leistungen unter Respektierung der sozialen Verantwortung, nicht auf linken Leistungen mit ausschliesslich sozialen Forderungen.

Kavallerist soll Kanzler werden

Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 16:45

Keine gute Nachricht für die Schweiz: Der von vielen Deutschschweizern geliebte und hoch verehrte deutsche alt Kanzler Helmut Schmidt will den deutschen SP-Kavalleristen Peer Steinbrück als neuen Bundeskanzler sehen. Schmidt: „Er kann es.“ Wir sollten uns daher bei den bevorstehenden Wahlen in den Bundesrat Gedanken darüber machen, wer Steinbrück Paroli bieten kann; einfach wird es auf keinen Fall.

 

Das Doris Leuthard-Fragezeichen

Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 15:15

Sicher wird Doris Leuthard als Bundesrätin aus dem Aargau sicher wiedergewählt, dies obgleich die CVP heute nur noch eine sehr kleine Partei ist, die im Aargau selber kaum noch existiert. Jetzt nähert sich Doris Leuthard der Kommunikationstechnik von Dölf Ogi selig an. Sie fordert uns alle auf „Seid sparsam mit Strom.“ Der von ihr verkündete Ausstieg aus der Kernenergie darf heute schon als gescheitert gelten. Wenn die Schweiz als wirtschaftliches Hochleistungsland mit demnächst nicht nur acht, sondern neun Millionen Einwohnern ihr Wachstum bestätigt, werden wir mehr Energie benötigen als je zuvor. Auch Kernenergie.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog