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Tagesarchiv für 31. Oktober 2011

Unfähige Demokraten

Montag, den 31. Oktober 2011 um 15:40

Im Kanton Zürich waren bei den jüngsten Parlamentswahlen von 436 800 eingereichten Stimmzetteln 5,9%, d.h. 25 824, ungültig. Die Wählerinnen und Wähler waren nicht in der Lage, die allerdings für viele zu komplexen Unterlagen richtig auszufüllen. Man kann daher davon ausgehen, dass die Wahlergebnisse mindestens in Zürich nicht dem Wählerwillen entsprechen. Es waren vor allem die Briefwähler, die in dieser demokratischen Disziplin versagten.

Gigi, Beatrice und Christoph

Montag, den 31. Oktober 2011 um 14:41

Das Schöne am Millionärs- und Milliardärsdasein ist es, dass man sein Geld unkontrolliert ausgeben kann für Spielereien aller Art:

  • Gigi Oeri ist depressiv, weil Puppen und Fussball offensichtlich nicht genügen, um ein Erwachsenenleben auszufüllen. Fussball ist ohnehin, wie jede Sportart, eine ephemere Kunst, der die Nachhaltigkeit fehlt. Die Millionen für den FC Basel sind verspielt.
  • Beatrice Oeri, eine Art Basler „freak“, hat nun ein linkes Basler Blättchen aus dem Boden gestampft und für vier Jahre garantiert, in welchem frustrierte linke Journalisten eine Gegenkultur zur „ Basler Zeitung“ aufbauen wollen. Da schon die national-linke „Wochenzeitung“ in ihrem 30. Jahr nur noch schwache Lebenszeichen von sich gibt, weil deren beste Redaktoren in die bürgerlichen Medien abgewandert sind, ist das Ende des Basler Experiments absehbar.
  • Dr. Christoph Blocher und Freunde haben sicher Fr. 20 Mio. in den immer noch laufenden Wahlkampf gebuttert – und verloren. Blocher muss nun, wie ein Hedge Fund-Manager, bis zur letzten Minute kämpfen, um die politische Rendite dieses Investments seiner Freunde und von ihm zu steigern. Das ehrt ihn. Weniger ehrenvoll war der TV-Film des Schweizer Fernsehens über die SVP, der bei bester Sendezeit, aber noch mitten im Wahlkampf über den Bildschirm flimmerte. War das nicht Wahlwerbung? TV-Chef Matter hat offensichtlich mit einem Sieg der SVP gerechnet, was den Film gerechtfertigt hätte; einer Verliererpartei dies zu gewähren, ist fatal.
  • SVP-Millionärs-Kandidat Thomas Matter, Banker, hat mit seinen Zürcher und Innerschweizer Freunden auch hoch gepokert, um Nationalrat zu werden – und wieder einmal verloren. Die Banker werden nie begreifen, dass mit Geld allein keine Glaubwürdigkeit entsteht. Nicht einmal Beatrice Tschanz in seinem Komitee konnte dies ändern.

Auf die nächste Runde.

Der CVP-Gletscher schmilzt weiter

Montag, den 31. Oktober 2011 um 13:00

Wer in den grossen Schweizer Agglomerationen die CVP sucht, muss ein leistungsstarkes Vergrösserungsglas benutzen. Von den 90 Parlamentariern in den Kantonen Zürich, Bern, Aargau und Waadt sind gerade noch vier von den CVP besetzt. Die Innerschweiz und das Wallis sind die Rückzugsgebiete der Christlich-Konservativen, die jetzt auch massiv an die neuen Mitteparteien Mandate verloren haben. Christophe Darbellay, CVP-Präsident, der die neuen Parteien GLP und BDP mit Geld und Strukturen massgeblich unterstützen liess, sieht sich nun von seinen Stiefkindern überholt. Was tun? Die urbanen Schweizer Kantone sind der ehemaligen Staatspartei davon gezogen; deren Bevölkerung lebt mehr in Europa und der Welt als in Martigny und Schwyz. Wie die FDP, hat auch die CVP kein Rezept gegen den Wählerschwund gefunden. Würde man dem Volk mehr zuhören und sich nicht so viel mit sich selbst beschäftigen, wäre dies anders.

Reich zu sein, ist kein Vergnügen

Montag, den 31. Oktober 2011 um 7:50

Wenn 147 Konzerne die Welt beherrschen, wie die ETH Zürich herausgefunden haben will, und die 67 grössten Schweizer Konzerne sich unter ausländischer Kontrolle befinden, wie UBS-noch-Präsident Kaspar Villiger zu Beginn des Jahres verlauten liess, dann ist es doch beruhigend zu hören, dass das eine Prozent der reichsten Amerikaner nur ein Drittel der US-Reichtümer besitzt. Zudem sind aus 400 000 Amerikanern, die im Jahr 2007 über eine Mio. USD an Jahreseinkünften versteuerten, nur 230 000 im Jahr 2009 geworden. Wie man sieht, ist reich zu sein, nicht immer ein Vergnügen. Zum Schutz der Reichen, die offensichtlich eine aussterbende Spezies sein könnten, haben die USA in weiser Voraussicht alle Jahreseinkommen von über einer Million USA mit einer bescheidenen Steuer von 29,8% ausgestattet. Wer zwischen USD 250k-350k verdient, muss schon 32,5% bezahlen, wer unter 100k pro Jahr versteuert, dient dem Staat mit 34,9% seines Einkommens.

Wie sagte mir einst ein 800facher Zürcher Vermögensmillionär? „Ich bin nur ein armer Reicher.“ In der Schweiz kann man damit auskommen, in den USA nur einigermassen.

 
     
     
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