Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 27. Oktober 2011

Will die FDP eine Gewerbepartei werden?

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 14:55

Philipp Müller, FDP-Nationalrat aus dem Aargau, ist ein ausgezeichneter Unternehmer und wunderbarer Mensch. Ganz wie Otto Ineichen auch, der Müller zum neuen Präsidenten der FDP Schweiz machen möchte mit einer Karin Keller-Sutter, FDP-Ständerätin aus St. Gallen, als Vize. Das sind immerhin die bisher besten Kandidaten für die Pelli-Nachfolge, von denen ich gehört habe.

Anderseits stellt sich die Frage, ob die einst stolze FDP, die einst von einem Ueli Bremi und Peter Spälti, beide Unternehmer der Spitzenklasse, geführt wurde, nun zu einer Gewerbe- und KMU-Partei absinken soll.

Die A-Schweiz der Banken, Versicherungen und globalen Dienstleister wie Konzerne braucht eine FDP-Führung mindestens von europäischem Format. Damit könnten auch die SVP-Milliardäre, die grosse Kleinkonzerne führen (Emil Frey-Gruppe, EMS Chemie, Spuhler Holding) überrundet werden. Was der FDP fehlt, ist ein machtbewusster, das liberale Spektrum erfassender Unternehmer oder Spitzenmanager von mindestens europäischer Kragenweite. Peter Wuffli versuchte es als letzter, stolperte aber über seine eigenen Führungsfehler im UBS-Konzern.  Wird dieser neue Mann, der auch eine Frau sein darf, nicht gefunden, ist der Abstieg der FDP in die B-Liga nicht aufzuhalten.

Post vom Proto-Papst: Vatikan will Banken kontrollieren

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 14:40

Aus dem Vatikan kommt die Kunde, man solle eine Weltzentralbank schaffen und die Banken einer moralisch-ethischen Kontrolle unterstellen. Autor ist der renommierte ghanesische Kardinal Peter Turkson, in welchem viele einen kommenden Papst, den ersten aus Afrika, sehen.

Was wird nun die Schweizerische Bischofskonferenz tun, was die Bischöfe, die jeder einzeln dem Vatikan unterstellt sind? Werden sie die beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS, um deren Verantwortung es in erster Linie geht, zu einem ersten Gespräch einladen, wie sie den Wünschen des Vatikans entsprechen möchten.

Es war Philippe de Weck selig, einstmals Präsident der Generaldirektion der „alten“ UBS, der dem Vatikan darin behilflich war, die Finanzskandale des späten 20. Jahrhunderts zu überwinden. Müsste man nicht den sehr katholischen Rainer E. Gut, einst „der mächtigste Bankier der Schweiz“ genannt, zu Mittlerdiensten aufrufen.

Ich schätze, Kardinal Peter Turkson, den auch viele europäische Bischofe und Kardinäle als eindrücklich beschreiben, hat seine Antrittsarbeit als Proto-Papa abgeliefert. Geschehen wird natürlich nichts, aber die ärmeren Staaten der Welt haben nun einen Kandidaten für die Papst-Nachfolge, mit dem sich eine Forderung verbindet.

Qatar, scheusslich!

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 13:05

Blitzbesuch in Qatar, 5 Stunden Geschäfte, 8 Stunden Aufenthalt. Nichts als Einkaufszentren, wo man Gondeln fast wie in Venedig fahren kann. Shopping, drinking. Schlimmer als in Spreitenbach. Kein Wunder, dass die Araber vorzugsweise an den Léman kommen. Bei uns herrscht wirkliches Leben.

Neue politische Zentren

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:20

Nicht Bern und Zürich sind die alleinigen politischen Zentren der Schweiz, auch Baden, Savièse und Dübendorf. Die Region Baden hat im grossen Flächenkanton Aargau mit neun Sitzen im National- und Ständerat die kantonale Hauptstadt Aarau absolut in den Schatten gerückt. Baden ist hoch vital, aus Aarau hört man selten Bedeutendes. Ebenso die kleine Walliser Gemeinde Savièse oberhalb von Siders. Dort wurde „le socialiste“ Mathias Reynard, 24, als Jüngster in den Nationalrat gewählt, dessen Vater noch ein Freisinniger war, ein junger Gegner des erfolgreichen SVP-Nationalrats Oskar Freysinger aus der gleichen Gemeinde. Die Stadt Dübendorf bei Zürich hat gleich drei Nationalräte gewonnen: Zwei Grünliberale, darunter Parteipräsident Martin Bäumle, und ein BDP-Vertreter. Allen Gemeinden ist eines gemein: Sie liegen in eigentlichen Wachstumszonen, die urban geprägt sind.

Es fällt auch auf, dass es nicht die geniale FDP-Strategie war, die der Partei viele Mandate erhalten hat. Vielmehr hat Otto Ineichen im Luzernischen der Partei ein Mandat gerettet und Christian Wasserfallen wie Christa Markwalder haben das gleiche im Kanton Bern geleistet. Während ihre Partei jeweils zehntausende von Stimmen verlor, setzten sich die FDP-Nationalräte locker bei den Wählern durch. D.h., die FDP Schweiz ist noch schwächer als gedacht. Sie hat aber, aus der Vergangenheit, noch Träger, die überzeugen.

UBS oder Axel Weber in Not?

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:17

Der Vorstand der Deutschen Bundesbank ist „unglücklich“ darüber, dass ihr ehemaliges Mitglied Axel Weber derart rasch „in die Schweiz drängt“. Es muss also Not herrschen beim UBS-Konzern, wenn VRP Kaspar Villiger per 1. Februar 2012 auf die Einsetzung des neuen deutschen Spitzenberaters drängt.

Gotthelf und die Gegenwart

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 11:11

Zu den humanen Schätzen, welche die Schweiz birgt, zählt Alfred Reber, ein Freund von E.Y. Meyer, der soeben im Berchtold Haller Verlag „Geld ist und bleibt Geld…“, ausgewählte Schriften von Jeremias Gotthelf, publiziert hat. Geld, Reichtum und Armut, die auch heute unsere Schweizer Gesellschaft übermässig beschäftigen, haben den Emmentaler Pfarrer und Dichter zwischen 1820 und 1840 stark beschäftigt. Einige seiner schönsten Schriften sind in dem gut 300seitigen Band enthalten.

Gotthelf schreibt: „Die Kämpfe um Mein und Dein durchwühlen die Menschheit, wie vom Maulwurf die Erde durchwühlt wird. Das Recht saugt das Blut aus dem Körper, der Wucher das Mark aus den Knochen, verwegenes Spiel setzt alles auf einen Wurf.“

Ist es heute anders? Bankkunden erhalten vor Gericht nur selten recht, die Kleinkreditzinsen sind erschreckend hoch und die Spieler-Mentalität wird an der Zahl unserer Casinos im ganzen Land erkennbar.

Alfred Reber, Jahrgang 1932, Herausgeber des Buches und Verfasser der Kommentare, wirkte von 1965-1994 als Lehrer und Schuldirektor in Bern. Er ist bekannt durch zahlreichen Gotthelf-Publikationen.

Axel Weber, Kaspar Villiger, Sergio Ermotti

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 10:40

Natürlich ist „unser“ UBS-Konzern, dessen Aktienmehrheit sich in ausländischen Händen befindet, ein grossartiges Unternehmen, das durch Bilanz-Transaktionen auch dann Gewinne erzielt, wenn einer seiner Mitarbeiter glatte Fr. 2,3 Mia verliert.

Dennoch wüsste ich gerne, wer diesen wichtigen Schweizer Finanzkonzern, dessen Kredite ein vielfaches des Schweizer Brutto-Inlandprodukts ausmachen, in Zukunft führen wird. Wir haben die Auswahl:

. Sergio Ermotti, CEO ad interim, hat sich, privat wie beruflich, durch die Kenntnis globaler Steuerspar-Häfen ausgezeichnet. Dafür werden ihm die Bankkunden danken, wobei weiterhin die Grübel-Regel gilt: Der Chef berät nur, wer mehr als Sfr. 50 Mio. auf dem UBS-Konto hat.

. Kaspar Villiger, amtierender VR-Präsident, der sich bewusst, wie beim Empfang des Präsidenten der Euro-Gruppe in Zürich, in die hinteren Reihen setzte, wird weiterhin amtieren und Verantwortung tragen, was ihm niemand glaubt.

. Axel Weber, „Chairman oft he Board in coming“, wird bereits ab 1. Februar als Consultant der UBS-Konzernleitung zur Verfügung stehen. Der intellektuelle, etwas bullige Deutsche wird, wie wir ihn kennen, keinen wesentlichen Entscheid ohne seine Zustimmung zulassen. Damit ist Kaspar Villiger „dead man walking“ und Sergio Ermotti muss zeigen, dass er Webers Mann ist.

Was bedeutet dies für die Schweiz? Wenig, denn wir sind ein „producer of income“, mehr nicht. Wer sich an die alte UBS erinnert, die in der Schweiz eine grosse gesellschaftspolitische Rolle spielte, kann nur in Melancholie verfallen.

Energiesysteme neu steuern – wie?

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 9:25

Roberto Schmidt, der Walliser CVP-Nationalrat, ist das erste Opfer einer nicht verstandenen Energiepolitik. Der Stadtpräsident von Leuk wollte die Schweiz vor einem Energiekollaps retten; die Wähler sagten ihm nicht danke dafür.

Doris Leuthard, Energie-Bundesrätin, muss im Kanton Aargau eine zusammenbrechende CVP zur Kenntnis nehmen; nicht nur dort, sondern praktisch im ganzen Land. Ist das Thema Energie nur bei den Grünliberalen ein positives Thema?

Was wir brauchen, ist ein Energie-Monitoring, das erfasst, nicht nur wie viel Energie wir derzeit verbrauchen, sondern wie die Leuthard’sche Umstellung erfolgt. Alle drei Monate ein kleiner Fortschritt.

Natürlich werden sich unsere technischen Hochschulen darum reissen, derlei auf die Beine zu stellen, aber es wird Zeit, dass es auch passiert.

Mittelstand rutscht in Armutszone ab

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 9:10

Zum Mittelstand in der Schweiz, 60% der Bevölkerung, gehört bei Avenir Suisse jedermann mit einem monatlichen pro Kopf-Nettoeinkommen von Fr. 2 450.—bis Fr. 5 250.–. Das Schweizer „future lab“ schreibt: „Mehr als ein Drittel der Mittelstandsfamilien sind am Limit.“ Sie können nichts mehr auf die hohe Kante legen und verzichten lieber auf ein weiteres Kind als auf das eigene Auto.

Kein Wunder, dass Schweizer auf Deutsche sauer sind, wenn diese bereits über 10% der Bevölkerung der Zürcher Kreise 7+8 ausmac hen. Diese beliebten, einst freisinnigen Kreise am Züriberg gehören zu den besten Wohnlagen der Limmatstadt. Ein klarer Fall von Verdrängung.

Vom Irrtum zum falschen Eindruck

Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 7:45

Bestellen wir nicht stets „Fleisch mit Beilagen“, obgleich Fleisch einen schlechten ökologischen Fussabdruck hat? Wir, und mit uns die Wirte mit ihren Speisekarten, sollten „Beilagen mit Fleisch“ verkaufen.

Weil viel vom Wucher mit Rohstoffen die Rede ist, sollten wir uns daran erinnern, dass noch im frühen 19. Jahrhundert die Kornwucherer aufgehängt wurden. Seither haben sich bei uns die Menschenrechte durchgesetzt.

Unsere grossen Städte, in der Schweiz vor allem der Grossraum Zürich, leben in einem Hype: mehr Menschen, mehr Immobilien, mehr Strassen, mehr von allem. Kein Wunder, dass der Konsum als einziges Mittel gilt, dem Stand zu halten. Die Häuser der Besinnung sind an den Rand gedrängt und halten sich noch knapp in den Altstädten.  

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog