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Tagesarchiv für 21. Oktober 2011

Sieben Milliarden und Du!

Freitag, den 21. Oktober 2011 um 16:06

Es ist erschütternd, eine Welt voller Talente zu erleben, die alle cleverer und besser ausgebildet sind als Du. Kaum beschreiben wir die Welt, wird uns der 80jährige John le Carré vor die Nase gehalten, der alles besser getan hat. Meine Spende für swissaid geht unter angesichts der Grossspenden von Melinda und Bill Gates. Während sich die meisten für uns für die Schweiz, für Europa, abstrampeln, geht Europa langsam vor die Hunde. Empire verloren, Weltgeltung verloren. Jetzt kommen die Inder und Chinesen, beide im Geschäftsleben keine angenehmen Partner. Europas Konzerne müssen kämpfen, um Weltgeltung zu behalten. Unsere besten Geister, wem dienen sie? Wer Schweizer Fernsehen sieht, ist ein Provinzler, denn die grosse Welt ist andernorts. Ganz, ganz traurige Entwicklungen.

Vor dem 23. 10: Sind wir wahlmüde?

Freitag, den 21. Oktober 2011 um 15:40

Ausländische Beobachter nennen uns „wahlmüde“. Die Schweizer gingen nicht abstimmen, weil sie keine Probleme hätten, was, gemessen an Italienern, Franzosen und Deutschen, teilweise stimmt.

Anderseits kommen 22,5% der Bevölkerung aus dem Ausland; sie sind nicht wahlberechtigt. Gegen 70% der jungen Schweizer haben besseres zu tun, als eine für sie weitgehend unverständliche Politik zu verfolgen.

Die klassischen Parteien, SP, CVP und FDP vor allem, haben wenig Interesse an einem wirklichen Wahlkampf. Können sie ihre Stammwähler an die Urne bringen, reicht das. Neue Wähler bringen nur Unruhe und Unsicherheit. Die stärkste Schweizer Partei, die SVP, möchte um alles in der Welt die 30%-Marke überspringen; sie hat 30 Jahre daran gearbeitet. Grüne und Grünliberale gleichen eher bunten Luftballons, die vom Herbstwind getragen werden. Nach umsetzungsfähigen Inhalten fragt kaum jemand.

Als Verlierer wird die FDP gesehen, „denn Fulvio Pelli ist  Vertreter der italienisch sprachigen Minderheit mit einer Ausstrahlung, die etwa derjenigen eines Sachbearbeiters entspricht“, schrieb gestern Jürgen Dunsch, der sonst sehr nette Korrespondent der FAZ.

Das tut richtig weh

Freitag, den 21. Oktober 2011 um 15:20

Mit einer Inflationsrate von 5,6 % in Grossbritannien (der Prozentsatz gilt als echt) tut den Engländern und Schotten der Preisanstieg schon richtig weh, denn die Einkommen sind seit drei Jahren nicht mehr vergleichsweise gestiegen. Die „brits“ müssen ernsthaft sparen, die Arbeitslosigkeit steigt und bald 3 Mio. Menschen an.

Auch in der EU ist die Inflation mit offiziell 3,3 % erheblich vermögensmindernd. Die Niedrigzinspolitik der unter staatlicher Aufsicht stehenden Nationalbanken macht den Mittelstand jetzt rasch ärmer.

Dieser Prozess läuft für viele auch in der Schweiz, nur einige Stufen langsamer. Eine Kehrtwende ist nicht zu erkennen.

Weihnachtsferien in der Schweiz!

Freitag, den 21. Oktober 2011 um 12:50

Nach Djerba Ferien machen? Kommt nicht infrage, die Wellness-Anlagen mögen noch so prächtig sein. Wie kann man in Ländern Ferien machen, wo Regierungen und Menschen wie Hasen gejagt werden? Von Marokko bis Aegypten erstreckt sich eine Zone der Unsicherheit bis hin zur gesellschaftlichen Verwahrlosung. Jemen und Bahrain haben auch einen Nachgeschmack.

Machen wir Weihnachtsferien in der Schweiz! Diese Luft, dieses Licht, diese Genüsse! In Leukerbad und Saas Fee locken die schönsten Innen- und Aussenbäder. Zermatt und Verbier haben Pisten, die zu den schönsten der Welt zählen. Auf der Rieder- wie der Bettmeralp tummeln sich die Familien mit ihren Kindern; die Stimmung ist phantastisch.

Über Nordafrika weht der Geschmack des Todes. In der Schweiz herrscht der Wind der Freiheit. Wer sich auch mental erholen will, bleibt in diesem Winter zuhause.

Ende der Bürgerlichkeit?

Freitag, den 21. Oktober 2011 um 8:20

Während das Bürgertum in grossen Teilen der USA, Englands, Frankreichs und Italiens seit über 20 Jahren schon im Rückzug ist und sich andernorts, wie in Russland, China und Brasilien, kaum entwickeln konnte, gilt die Schweiz auch weiterhin als bürgerlicher Staat par excellence. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass sich die gesellschaftlichen Risse erweitern: den Schweizer Kernbürgern, wie man sie in Genf, Basel und Zug antrifft, steht eine grosse Zahl Schweizer Wanderbürger aus anderen Kantonen gegenüber, die sich meist aus wirtschaftlichen oder familiären Gründen angesiedelt haben. In Zürich ist nur jeder siebte noch in der Stadt geboren. Dazu kommt eine wachsende Zahl meist gebildeter Ausländer, deren Integration in die Schweizer Kerngesellschaft schlechter ist als angenommen wird. Ein Schweizer Prekariat von über einer halben Million Menschen setzt sich aus In- wie Ausländern zusammen.

Die Schweizer Bürgerlichkeit, wie sie im Paar Blocher/Anker zum Ausdruck kommt, ist ein Restposten der Geschichte, ein schöner, aber letztlich wenig repräsentativer. Die in den Häusern der alten Familien zu findenden Ahnenbilder gelten  den neuen Eliten meist als Last, zählt dort doch der zunehmend grenzenlose Individualismus, der sich in der Gegenwart verbrennt, als aktuelles Lifestyle-Ideal. Der Wohlstand, sofern er nicht geleast ist, hat in der Schweiz eine neue Form globaler Lebenskunst ausgelöst, der ein Faktor der alten fehlt, die Beharrung.

 
     
     
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