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Tagesarchiv für 20. Oktober 2011

Traum von der Zivilgesellschaft

Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 15:00

Kann mir jemand ein Land nennen, das über eine nennenswerte Zivilgesellschaft verfügt? USA: vielleicht ein wenig rund um Boston. Italien: vielleicht im Raum Triest. Frankreich: in Collombey? Deutschland: ein wenig in Hamburg und Düsseldorf.

Jetzt kommt aus Mexiko City von Edgardo Buscaglia folgender Hilferuf: „Die politisch-wirtschaftlichen Eliten in Mexiko müssen sich nun dem Verbrechen und der Korruption, deren Wuchern sie jahrzehntelang befeuert haben, entgegenstellen.“ Buscaglia ruft nach der Zivilgesellschaft. Ob sie es hört?

Wie wurden früher Staatsschulden eingetrieben?

Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 14:14

Wer sich nicht an Burt Lancaster in „Vera Cruz“ erinnert, war nie ein Fan dieses immer grinsenden Superstars aus der guten, alten amerikanischen Zeit. Weniger bekannt ist ein anderer Mitspieler dieses nun 150 Jahre zurück liegenden Dramas: Die Schweizer Bank J. B. Jecker, die der konservativen mexikanischen Regierung Schuldverschreibungen über 15 Mio. Pesos vermittelte. Die „Jecker Bonds“ waren der Grund, weshalb Frankreich, Spanien und England 1861/62 als damalige „alliierte Streitkräfte“ in Mexiko einfielen, um die Schulden einzutreiben, die Mexiko in Europa hatte. Schon damals ging dies schief, wie später im Irak und Afghanistan auch. Kaiser Maximilian, Erbe europäischen Glanzes, wurde von den Einheimischen exekutiert, dies mit lebendiger Anteilnahme der USA, die Mexiko schon damals als ihren Hinterhof betrachteten.

Welche liberale Partei wollen wir?

Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 12:10

Es gibt die Sozialliberalen, die Nationalliberalen, die Neo-Liberalen und die Schweizer Liberalen. Zusätzlich ist Stefan Nünlist, der Kommunikationschef der SBB und ein verdienter Oltener FDP-Politiker, der auch zwei FDP-Bundesräten gedient hat, erneut in die Hosen gestiegen und will die von mir so genannten „pragmatischen Liberalen“ wieder zum Leben erwecken, jene Freisinnigen, die bis in die frühen 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Bund der einstigen Volkspartei zwischen Volk und Finanzen gefestigt hatten. Welche liberale Partei wollen wir? Das kommende Wochenende wird wohl einen weiteren Einbruch der „sleeping Liberals“ bringen, dann werden die Karten neu gemischt.

NB) Der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew schreibt „Leider ist Putin liberaler als 80% unserer Bevölkerung. Die Russen sind ein archaisches Volk und ganz von Nationalismus durchzogen.“ Sicher gilt das auch für Teile unserer Bevölkerung.

Der Interpret als Maulwurf

Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 11:30

Kaum geschieht etwas in der Welt, wie die Arabellion, wo man heute nicht mehr weiss, was diese bedeuten sollte, melden sich die Interpreten als Maulwürfe zu Wort, die Erde umgrabend, auf der Suche nach Goldkörnern der Erkenntnis. Man muss Berge von Kommentaren durchwühlen, um einen guten Gedanken zu finden; der Rest ist akademische oder literarische Selbstbehauptung, Kampf um Meinungs-Marktanteil. Die Goldkörner lassen sich auch nur schwerlich sammeln, weil Gold nur sieht, wer auch Gold im Auge hat.

Wo bleiben die Erwachsenen?

Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 9:00

Merkwürdig, dass „Radios für Erwachsene“, wie in Basel und Zürich, es bei den Zuhörern eher schwer haben. Offensichtlich überwiegen die Kinder mit ihren Unterhaltungswünschen. Bald werden auch Zeitungen für geistig Minderbemittelte bei uns auftauchen, ganz wie dies in Skandinavien, in Belgien und Estland schon der Fall ist. Dort wird in einem Stummel-Slang geschrieben, einer Einfachsprache für Sechsjährige, damit die „Erwachsenen“ verstehen, worum es geht. Jeder siebte Deutsche versteht den Inhalt der „ARD Tagesschau“ nicht mehr, weil er den Ausdrücken nicht mehr zu folgen vermag. In der Gemeinde Fischbach/LU protestieren die Einheimischen gegen Asylanten mit dem Spruch „Wir wollen kein Asylzenter.“ (siehe NLZ vom 19.10.11, S. 19). Diese Wortschöpfung war der Redaktion nicht einmal mehr ein Kommentar wert. Ebenso der Bildbericht der „Berner Zeitung“ vom gleichen Tag, wo es heisst „Vor Weihnachten dürfen die Gänse ihr Federkleid ablegen.“ Offensichtlich haben sie eine elegante Garderobe, wo man die Federn abgibt und aufbewahrt. In Wirklichkeit werden die Gänse geschlachtet, um zu Weihnachtsbraten zu werden.

Offensichtlich verdummen wir, trotz aller Bildungsmilliarden.

 
     
     
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