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Tagesarchiv für 6. Oktober 2011

Democracy à la Liechtenstein

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 16:45

Was einem Volk geschieht, das seine demokratischen Rechte verschenkt, ist am Beispiel des Fürstentums Liechtenstein gut erkennbar. Dort hat das Volk im Jahr 2003 unter massivem Druck des Fürstenhauses einer Verfassungsreform zugestimmt, die zu einer „geteilten Souveränität“ führte, in welcher das Fürstenhaus „etwas mehr Souveränität hat“, wie der fürstentreue FBP-Chef Alexander Batliner es auszudrücken beliebt. Das Volk und viele Politiker wollen in Liechtenstein den Schwangerschafts-Abbruch einführen. Der eiserne Erbprinz will dies nicht. Damit ist der Fall, vorerst, entschieden.

Traumpolitik

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 13:19

Wir sind in das Zeitalter der Traumpolitik eingetreten:

  • Es ist mir in den letzten Tagen kein vernünftiger Mensch begegnet, der an einen Ausstieg aus der Kernenergie glaubt. Woher soll eine auf 9 Mio. Menschen anwachsende Schweiz die notwendige Energie nehmen? Sicher nicht aus den letzten Walliser und Bündner Tälern und sicher nicht aus der Sonnenenergie.
  • Der Entscheid, überflüssige Flugzeuge zu kaufen, wo wir bessere Bahnen und Strassen benötigen, wo wir bessere Schulen und Spitäler finanzieren müssen, ist nur aus militärischer Sicht und aus derjenigen der Schweizer Kompensations-Industrie verständlich. Es ist ohnehin die NATO, die uns verteidigt, sollte wirklich einmal etwas passieren.

Es ist nicht nur die EU, die den Boden unter den Füssen verloren hat; wir sind im Begriff, es ihr gleich zu tun.

Kultur mit Überdruck

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 13:00

Von der Roten Fabrik spricht in Zürich niemand mehr; auch die Veranstaltungen im Volkshaus sind eher an den Rand von Zürichs kultureller Szene gerückt. Dafür erlebt Zürich Kultur der Oberklasse, die ganz dem globalen Anspruch der zahlreichen Konzernmitarbeiter und der wohlhabenden Stadtbewohner entspricht.

Das Zurich Filmfestival wird, soweit dies nicht schon heute der Fall ist, Locarno als Nr. 1-Festival in der Schweiz ablösen. Die Stadtverwaltung und die Credit Suisse stellen bedeutende Finanzmittel zur Verfügung, um diese optische Attraktion aufzuwerten. Noch ist aber die Gefahr nicht ausgeräumt, ganz wie beim Max Schmidheiny-Preis an der Hochschule St. Gallen, dass durch eine wenig kluge Preisvergabe der Anlass selber geschädigt wird. Jedenfalls ist nicht einsichtig, warum die Filme des diesjährigen Jahrgangs wirklich bedeutend sind.

Mit 135 Veranstaltungen steht vom 27.-30. Oktober „Zürich liest“ vor der Tür. Das Buchfestival in Zürich und Winterthur, aber auch den grösseren Zürcher Gemeinden, verfügt nur über einen Bruchteil der Finanzmittel des Filmfestivals. Violanta von Salis und Tamaris Meyer als Festival-Leiterinnen haben, unterstützt von Markus Wieser, ein grossartiges Leseprogramm aufgestellt, das den Ruf Zürichs als Kulturstadt beflügelt.

Das Rietberg-Museum, immer noch ein Tip für Eingeweihte, übertrifft sich seit zwei Jahren an grossartigen Ausstellungen von Weltgeltung. Angesichts der vielen Mystiker, die in Zürich Ruhe vor beruflichem oder privatem Stress suchen, sollte die neue „Mystik“-Ausstellung überlaufen sein. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes einmalig.

Wer es einfacher will, wird im HB Zürich von der Caterer- und Hoteliersfamilie Candrian zur Züri-Wiesn gelockt, heuer zum fünften Mal. Das tausend Personen fassende Zelt ist ein beliebter Anlaufplatz für Umsteiger, die vor der Rückkehr in ihre Heimatgemeinde schnell noch einen tiefen Zug nehmen wollen.

Keine andere Schweizer Stadt bietet, einmal abgesehen von den anderen Attraktionen, derzeit derart viel „action“ wie die Limmatmetropole. Sie dient im besten Fall als Integrationsmotor für die zahlreichen Neubürger, die man in der Stadt auch halten will. Das Ergebnis ist Kultur mit Überdruck.

Das Ende des Denkens rückt näher

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 10:15

Wir sollten aufhören, zu denken. Wenn Roger Penrose in seinem jüngsten Werk recht hat, ist die Ewigkeit höchst langweilig, weshalb die „Ewige Wiederkehr“ sich einstellt, um dem Universum einen neuen Schub zu geben. Damit wäre die lineare Entwicklung, die unser Denken derzeit bestimmt, nur Teil eines noch bedeutenderen Vorgangs. Wir wissen es nicht, wir können es nur ahnen, auf keinen Fall aber erleben. Deshalb rückt für die Klügsten unter uns das Ende des Denkens näher. Schon die altrussischen Mönche zogen es vor, sich einmauern zu lassen, um der Welt und ihren Fragen zu entgehen. Der Fortschritt hat uns nur in Aspekten weiter gebracht.

Leseverhalten

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 10:07

Weil mein Schreibtisch mit Printmedien gut besetzt ist, fallt mir auf, welche Medien ich seit einiger Zeit nur noch im Blitzverfahren lese: 5-10 Sekunden. Es sind die Migros-Zeitung, die Coopzeitung und die „Schweizer Illustrierte“. Als geistreich fallen bei letzterer nur noch die Gespräche von Marc Walder mit F.A. Meyer auf. Zweimal Gratis-Leseschrott, der über den Produktpreis finanziert wird, einmal Billigunterhaltung, die wenig mit Journalismus zu tun hat.

Frechheit und Dummheit…

Donnerstag, den 6. Oktober 2011 um 9:16

…sind immer gepaart, sagte schon der legendäre Ludwig Erhard, dem Deutschland zu Teilen des Aufschwung nach dem Grossen Weltkrieg (I+II) verdankt. Wer demnächst Parlamentariern seine Stimme geben will, sollte diesen Satz beherzigen.

Wir haben in der Schweiz, wie in Europa, zuerst Banken, dann die Konjunktur gerettet. Jetzt stehen um die Schweiz herum die Staaten zur Rettung an. Zu leisten ist dies nur um den Preis der Verarmung der Völker.

 
     
     
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