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Monatsarchiv für September 2011

Oskar Freysinger als Brunner-Vize

Donnerstag, den 29. September 2011 um 15:45

Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat alle Chancen, ein Vizepräsident der SVP Schweiz zu werden. Der perfekt vielsprachige Mittelwalliser Sekundarlehrer, ein Mann von hoher Intelligenz und brillanter Rhetorik, steht fest zu seiner Partei, behält sich aber eigene Positionen vor. Freysinger, 52, dessen intellektuelle Vitalität legendär ist, wäre in der Lage, der SVP in der Westschweiz endlich jene Position zu geben, die sie bisher nicht erreicht hat.

Derweil sinkt bei den Deutschschweizer Spitzenfreisinnigen der Glaube, die FDP könne am 23. Oktober einen nennenswerten Erfolg erzielen. „Halten ist noch das Beste, das wir erwarten dürfen“, sagen auch Insider. Die Grünliberalen, obwohl weitgehend ohne politischen Inhalt, dürften vor allem von abtrünnigen FDP- und CVP-Wählern profitieren.

Die SP ist weit und  breit kein Thema.

Hunde helfen den Bossen

Donnerstag, den 29. September 2011 um 14:14

„Wenn Sie geliebt werden wollen, dann nehmen Sie sich einen Hund“, sagt Oswald J. Grübel, als er noch CS-Chef war, zu seinen Mitarbeitern im oberen Kader. Begriffen hat dies Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der sagt: „Meine grössten Fans sind meine Hunde, weil sie keine Zeitung lesen können….“

Zuneigung geniessen die Bosse in Wirtschaft und Politik offensichtlich nur im näheren Umfeld. Sie sind derart durch die Terminkalender gehetzt, dass Oswald J. Grübel seine Vorzimmer-Chefin zur Ehefrau nahm; auch der erfolgreiche CEO der Raiffeisengruppe, Pierin Vincenz, nahm mit Nadja Ceregato gleich die Chefin seines Rechtsdienstes zur Frau. Sie hatten offensichtlich keine Zeit, ihren gesellschaftlichen Spielraum darüber hinaus auszudehnen.

Wo Wirtschaftsführer „auf den Hund kommen“ und sich an den Medien reiben, sollten Politiker vorsichtiger sein. Ein Bundesrat hat ein öffentliches Amt, in welches er vom Schweizer Parlament gewählt wurde, dem er auch Rechenschaft ablegen muss. Die Medien sind ein wichtiges Element der Gewaltenteilung, auf welche die Schweiz mit Recht stolz sein kann.

Offensichtlich ist Oswald J. Grübel früh auf den Hund gekommen. In Bern läuft noch die Lernphase.

Fleissige Frau folgt brillantem Mann

Donnerstag, den 29. September 2011 um 12:15

Wer Jean-Daniel Gerber, den vormaligen seco-Chef hörte, spürte noch ein wenig vom Glanz Prof. Dr. Franz Blankarts, dem legendärsten aller Schweizer Aussenwirtschaftspolitiker, der zur Öffnung der Schweiz in den Weltmarkt entscheidend beigetragen hat.

Den brillanten Männern folgen fleissige Frauen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der zum Schaden seiner Partei, der FDP, laufend an Ansehen im Publikum verliert, hat Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, vielsprachige Tochter eines Nordschweizer Gesundheitsunternehmers, zur Nachfolgerin von Jean-Daniel Gerber gemacht. Der Unterschied ist frappant.

Was wir erleben, ist eine brave und überaus ehrgeizige Vorleserin ihrer Manuskripte, keine Persönlichkeit, die einen hochrangigen Stab zu beeindrucken mag. „Die wirtschaftlichen Herausforderungen der Schweiz“ vermag sie vorzutragen, wobei aufgrund der Aussprache nicht klar wird, ob sie unser Land als „safe heaven“ oder „safe haven“ sieht. Der Inhalt ihrer Ausführungen bewegt sich irgendwo zwischen dem „tagi“- und dem NZZ-Niveau. Wo Blankart brillierte und Gerber zu intellektuellen Ausflügen aufgelegt war, erscheint das Nichts:

  • Die Devisenkontrolle liegt „wahrscheinlich  bei der Nationalbank in Zusammenarbeit mit dem Bund“.
  • Der Bauwirtschaft „geht es langsam zu gut“.
  • Einen Bericht zum Cassis de Dijon-Prinzip (Anm: Und dessen kaum sichtbaren Erfolgen) erscheine erst später.
  • Den Berggebieten helfe man mit Tourismusförderung und der Unterstützung der Landwirtschaft (Anm: die zur Landschaftsgärtnerei mutiert).

Die dienende Funktion unserer Chefbeamten gegenüber den wesentlich erfahreneren Lobbyisten der A-Schweiz (Banken, Grosskonzerne) kommt darin zum Ausdruck. Es wird nicht mehr gestaltet, sondern gefördert.

Die Waadt wird Bern überholen

Donnerstag, den 29. September 2011 um 8:20

Das Waadtland zielt auf 870 000 Einwohner und wird noch bis zur Mitte dieses Jahrhunderts den Kanton Bern an Bedeutung überholen. In Bern haben wir derzeit gut 100 000 Einwohner mehr, aber das Wirtschaftswachstum der freien privaten Unternehmen ist stark rückläufig; nur die staatsnahen Betriebe SBB, Swisscom, SRG etc. bremsen diesen Vorgang vorläufig ab.

In der Waadt, angefeuert vom Wachstum der EPFL und der grossen globalen Konzerne, die zahlreiche Schweizer Dienstleister mit sich ziehen, wurden die Staatsschulden um über 80 % reduziert. Der Kanton ist sprungbereit für weiteres Wachstum, womit aus dem ehemaligen Berner Untertanenland ein neues Schweizer Zugpferd wird. Die Berner, pro Kopf mit fast CHF 1200.– von den reichen Kantonen, darunter auch der Waadt, subventioniert, leben in semi-griechischen Zuständen: Alle jammern, der Staat spart nicht, der Wagen ist zu schwer beladen und steht de facto gleich still.

Pellis schwache Batterie

Mittwoch, den 28. September 2011 um 16:15

In seinem Heimatkanton Tessin steht FDP-Präsident Fulvio Pelli unter schwerem Beschuss. Als VR-Präsident der Tessiner Kantonalbank hat er den Sturz seines Generaldirektors Barbuscia über Monate verschwiegen. Er konnte nicht kommunizieren, liess er wissen, „wegen einer schwachen Batterie“. Diese „schwache Batterie“ ist wohl ein Kennzeichen des Präsidenten der FDP Schweiz, der gut drei Wochen vor den Parlamentswahlen immer noch sagt, die FDP werde 20% machen. Sofern dies der Fall sein sollte, ist dies nicht Pellis Verdienst.

Nicht Kronjuwelen, sondern Substanz verkaufen

Mittwoch, den 28. September 2011 um 15:00

Stellen wir uns einmal vor, die Deutschen müssten ihre staatlichen Autobahnen, den Hamburger Hafen, die Flughäfen Frankfurt und München und die Regierungsgebäude in Berlin und Bonn mitsamt dem Schloss Charlottenburg verkaufen, dazu vieles andere – eine Revolution wäre die Folge.

Genau dies aber schlägt der deutsche Berater Roland Berger der griechischen Regierung vor. Wenn man die Substanz des griechischen Staates im Wert von Euro 125 Mia. in eine Holding einbringe, könne man diese ins Ausland verkaufen und somit die griechischen Schulden tilgen.

Jetzt werden nicht mehr nur die Kronjuwelen verlangt, jetzt geht es um die Substanz. Von Griechenland wird auf jeden Fall wenig übrig bleiben, aber so unerbittlich geht die Geschichte mit Staaten um, deren Zeit gekommen ist.

Maschinenbauer jammern wie Bauern

Mittwoch, den 28. September 2011 um 12:19

Wir haben noch knapp 60 000 Bauern, aber 330 000 Beschäftigte in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Die Bauern tragen knapp 3 %, die Swissmem-Mitglieder 9 % zum Bruttoinland-Produkt bei. Jedes vierte Mitglied der Swissmem ist operativ in der Verlustzone. Ist das schlimm?

Keineswegs, denn die Schweiz ist unterwegs in eine globale Dienstleistungswirtschaft. Die Maschinenbauer fordern einen Frankenkurs zum Euro von 1.40; das ist, wie es aussieht, ziemlich aussichtslos.

Nun haben wir drei Jammerbranchen: die Bauern, die Hoteliers und die Maschinenbauer. Es wäre an der Zeit, dass man in diesen träg-verwöhnten Branchen einmal antritt, um Strukturen für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Staatshilfe ist kein Weg.

Zeyer gegen Hartmeier

Mittwoch, den 28. September 2011 um 12:13

Peter Hartmeier ist nicht zuständig für die Corporate Communications des UBS-Konzerns, aber beauftragt, das Image der einstigen Superbank in der Schweiz zu retten. Ob Oswald J. Grübel jetzt den Bettel hinschmiss, was er noch vor zehn Tagen sicher nicht wollte, oder VRP Kaspar Villiger ihn zum Rücktritt veranlasste, wird uns vorläufig niemand bestätigen.

Vorläufiger Gewinner in diesem “bad  game“ ist der Orell Füssli Verlag, dessen Hausautor René Zeyer im „Grossbanken Bashing“ in der Schweiz die Goldmedaille trägt. Orell Füssli, pikant, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Nationalbank, hat soeben ein neues Zeyer-Buch publiziert „Cash oder Crash“, eine Gebrauchsanweisung, um Abzocker zu durchschauen. Der ehemalige Grossbanken-PR-Berater weiss bestens, wie die Geldmaschine funktioniert; sein Seitenwechsel, wie dies in England und den USA bei PR-Beratern häufiger der Fall ist, schiesst grosse Löcher in die Image-Verteidigungsmauern der Banken.

René Zeyer, geschult bei der „Neue Zürcher Zeitung“, lange Zeit deren Lateinamerika-Korrespondent, wurde noch von Pia Hiefner entdeckt, der langjährigen Programmleiterin des Orell Füssli Verlags. Diese kreative Luzernerin, der man den Titel des Geschäftsführers nicht gönnen wollte, obwohl sie mehrere Jahre jene Autoren-Goldkörner fand, die Orell Füssli als Verlag am Leben erhielten, wechselte dann in die NGO-Landschaft.

Der Wechsel von Chefredaktoren in die PR-Landschaft der Grosskonzerne bringt ausser einer durchschnittlichen Verdopplung bis Verdreifachung des Salärs meist nicht viel. Sie können aufgrund ihrer langfristigen Medienbeziehungen manches Interview arrangieren oder einen nützlichen Hinweis geben, wie Dummheiten zu vermeiden sind (sofern es nicht schon zu spät ist), aber wirkungsvolle Kommunikation in eine Konzern-Generaldirektion hinein zu tragen, verlangt Macht. Diese hat sich die legendäre Beatrice Tschanz bei Jelmoli wie bei Swissair einfach zugesprochen, weil sie schwache Chefs hatte. Nicht jedermann ist dies gegeben.

Werbeabteilungen und deren Werke kann man, wie der Fall UBS zeigt, in der Krise ohnehin nur einstampfen. Was eine wirklich gute Kampagne ist, zeigt nur der Ernstfall; die meisten Werber haben davon keine Ahnung.

Brauchen wir eine Piraten-Partei?

Mittwoch, den 28. September 2011 um 8:45

Ob die in Deutschland erfolgreiche Piraten-Partei, die in Berlin fast 9% aller Stimmen holte, wirklich brauchen, darf bezweifelt werden. Der Zerfall der alten bürgerlichen Parteien ist auch bei uns in vollem Gang: Grüne, Grünliberale, BDP sind Zerfallsprodukte des Freisinns und der Volkspartei, die nicht wirklich in der Lage sind, das Schweizer Volk in seiner Gänze zu repräsentieren. Weil die Schweiz kein definiertes Ziel mehr hat, es sei denn die Verteidigung des erworbenen Wohlstands, kann es auch keine Partei mehr geben, welche die Wähler in ihrer Ganzheit überzeugt.

Schweiz als Fluchtburg gefragt

Dienstag, den 27. September 2011 um 14:15

Es macht durchaus Sinn, dass es gerade die reichen Italiener, Griechen und Portugiesen sind, die weiterhin ihr Geld, deklariert oder nicht deklariert, in die Schweiz bringen. Wie Boston Consulting uns wissen lässt, bleibt die Schweiz als Fluchtburg des Geldes gefragt.

Griechenland, das während 170 Jahren mehrfach Bankrott ging, könnte man eigentlich auflösen, in einen anderen Staat integrieren. Die Reichen sind schon lange in die Schweiz ausgewandert und benutzen in der alten Heimat nur noch einige Produktionsstätten, Häfen für die Boote und eigene Inseln zur Unterhaltung von Familie und Freunden.

Die verbleibende Armut zu finanzieren, macht wenig Sinn.

 
     
     
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