Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 28. September 2011

Pellis schwache Batterie

Mittwoch, den 28. September 2011 um 16:15

In seinem Heimatkanton Tessin steht FDP-Präsident Fulvio Pelli unter schwerem Beschuss. Als VR-Präsident der Tessiner Kantonalbank hat er den Sturz seines Generaldirektors Barbuscia über Monate verschwiegen. Er konnte nicht kommunizieren, liess er wissen, „wegen einer schwachen Batterie“. Diese „schwache Batterie“ ist wohl ein Kennzeichen des Präsidenten der FDP Schweiz, der gut drei Wochen vor den Parlamentswahlen immer noch sagt, die FDP werde 20% machen. Sofern dies der Fall sein sollte, ist dies nicht Pellis Verdienst.

Nicht Kronjuwelen, sondern Substanz verkaufen

Mittwoch, den 28. September 2011 um 15:00

Stellen wir uns einmal vor, die Deutschen müssten ihre staatlichen Autobahnen, den Hamburger Hafen, die Flughäfen Frankfurt und München und die Regierungsgebäude in Berlin und Bonn mitsamt dem Schloss Charlottenburg verkaufen, dazu vieles andere – eine Revolution wäre die Folge.

Genau dies aber schlägt der deutsche Berater Roland Berger der griechischen Regierung vor. Wenn man die Substanz des griechischen Staates im Wert von Euro 125 Mia. in eine Holding einbringe, könne man diese ins Ausland verkaufen und somit die griechischen Schulden tilgen.

Jetzt werden nicht mehr nur die Kronjuwelen verlangt, jetzt geht es um die Substanz. Von Griechenland wird auf jeden Fall wenig übrig bleiben, aber so unerbittlich geht die Geschichte mit Staaten um, deren Zeit gekommen ist.

Maschinenbauer jammern wie Bauern

Mittwoch, den 28. September 2011 um 12:19

Wir haben noch knapp 60 000 Bauern, aber 330 000 Beschäftigte in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Die Bauern tragen knapp 3 %, die Swissmem-Mitglieder 9 % zum Bruttoinland-Produkt bei. Jedes vierte Mitglied der Swissmem ist operativ in der Verlustzone. Ist das schlimm?

Keineswegs, denn die Schweiz ist unterwegs in eine globale Dienstleistungswirtschaft. Die Maschinenbauer fordern einen Frankenkurs zum Euro von 1.40; das ist, wie es aussieht, ziemlich aussichtslos.

Nun haben wir drei Jammerbranchen: die Bauern, die Hoteliers und die Maschinenbauer. Es wäre an der Zeit, dass man in diesen träg-verwöhnten Branchen einmal antritt, um Strukturen für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Staatshilfe ist kein Weg.

Zeyer gegen Hartmeier

Mittwoch, den 28. September 2011 um 12:13

Peter Hartmeier ist nicht zuständig für die Corporate Communications des UBS-Konzerns, aber beauftragt, das Image der einstigen Superbank in der Schweiz zu retten. Ob Oswald J. Grübel jetzt den Bettel hinschmiss, was er noch vor zehn Tagen sicher nicht wollte, oder VRP Kaspar Villiger ihn zum Rücktritt veranlasste, wird uns vorläufig niemand bestätigen.

Vorläufiger Gewinner in diesem “bad  game“ ist der Orell Füssli Verlag, dessen Hausautor René Zeyer im „Grossbanken Bashing“ in der Schweiz die Goldmedaille trägt. Orell Füssli, pikant, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Nationalbank, hat soeben ein neues Zeyer-Buch publiziert „Cash oder Crash“, eine Gebrauchsanweisung, um Abzocker zu durchschauen. Der ehemalige Grossbanken-PR-Berater weiss bestens, wie die Geldmaschine funktioniert; sein Seitenwechsel, wie dies in England und den USA bei PR-Beratern häufiger der Fall ist, schiesst grosse Löcher in die Image-Verteidigungsmauern der Banken.

René Zeyer, geschult bei der „Neue Zürcher Zeitung“, lange Zeit deren Lateinamerika-Korrespondent, wurde noch von Pia Hiefner entdeckt, der langjährigen Programmleiterin des Orell Füssli Verlags. Diese kreative Luzernerin, der man den Titel des Geschäftsführers nicht gönnen wollte, obwohl sie mehrere Jahre jene Autoren-Goldkörner fand, die Orell Füssli als Verlag am Leben erhielten, wechselte dann in die NGO-Landschaft.

Der Wechsel von Chefredaktoren in die PR-Landschaft der Grosskonzerne bringt ausser einer durchschnittlichen Verdopplung bis Verdreifachung des Salärs meist nicht viel. Sie können aufgrund ihrer langfristigen Medienbeziehungen manches Interview arrangieren oder einen nützlichen Hinweis geben, wie Dummheiten zu vermeiden sind (sofern es nicht schon zu spät ist), aber wirkungsvolle Kommunikation in eine Konzern-Generaldirektion hinein zu tragen, verlangt Macht. Diese hat sich die legendäre Beatrice Tschanz bei Jelmoli wie bei Swissair einfach zugesprochen, weil sie schwache Chefs hatte. Nicht jedermann ist dies gegeben.

Werbeabteilungen und deren Werke kann man, wie der Fall UBS zeigt, in der Krise ohnehin nur einstampfen. Was eine wirklich gute Kampagne ist, zeigt nur der Ernstfall; die meisten Werber haben davon keine Ahnung.

Brauchen wir eine Piraten-Partei?

Mittwoch, den 28. September 2011 um 8:45

Ob die in Deutschland erfolgreiche Piraten-Partei, die in Berlin fast 9% aller Stimmen holte, wirklich brauchen, darf bezweifelt werden. Der Zerfall der alten bürgerlichen Parteien ist auch bei uns in vollem Gang: Grüne, Grünliberale, BDP sind Zerfallsprodukte des Freisinns und der Volkspartei, die nicht wirklich in der Lage sind, das Schweizer Volk in seiner Gänze zu repräsentieren. Weil die Schweiz kein definiertes Ziel mehr hat, es sei denn die Verteidigung des erworbenen Wohlstands, kann es auch keine Partei mehr geben, welche die Wähler in ihrer Ganzheit überzeugt.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog