Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 23. September 2011

Was wollen die USA vom Rest der Welt?

Freitag, den 23. September 2011 um 16:50

Weil die USA gemäss dem Grafen Alexis de Tocqueville, der dies im 19. Jahrhundert in seinem Werk „De la démocratie en Amérique“ schrieb, vom Aufstieg direkt in die Dekadenz übergegangen und heute in einem Masse bankrott sind, wie es der Halbkontinent noch nie erlebt hat, muss die Frage gestellt werden: An welchen eigenen oder fremden Haaren will sich das regierende US-Establishment aus jenem wenig erfreulichen Zustand herausziehen, den man Niedergang nennt? Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die US-Elite diesen Niedergang überhaupt nicht sieht, sondern sich eine Stärke zuspricht, welche die Weltgeltung dieses gut 250 Jahre alten Staates bestätigt.

Angesichts eines Militär-, Verteidigungs- und Geheimdienstbudgets von nahezu 1000 Milliarden USD, wobei ich die Bewältigung einiger Folgen weitgehend unnötiger Kriege (Irak, Afghanistan) mit einbeziehe, kann davon ausgegangen werden, dass die US-Eliten die Lösung dort suchen, wo es schon die alten europäischen Empires getan haben: Eroberungs- und Destabilisierungskriege mit dem Ziel, sich fremder Ressourcen zu bedienen oder mindestens Zugriff darauf zu haben:

  • Osteuropa wurde ganz wesentlich mit US-Hilfe destabilisiert.
  • Gleiche Versuche in China sind bisher fehlgeschlagen.
  • Jugoslawien wurde zerbrochen, um wichtige Rohstoffe für den Westen zugänglich zu machen.
  • Nordafrika wurde mit Hilfe der Nordamerikaner politisch umgepflügt, um willfährige Regierungen zu schaffen.
  • In Aegypten und dem Mittleren Osten sind die gleichen Grossmanöver im Gange, um eine neue Sicherheitslage zu schaffen.

Die vor gut 20 Jahren verkündete US-Vorstellung von der zu beherrschenden „Greater Middle East Region“ von Marokko bis Afghanistan ist weiterhin gültig.

Wer in die Unterlagen des US-Finanzministeriums taucht, wird mit Erstaunen und Erschrecken feststellen, dass man dort geradezu jubelt, „dem legendären Schweizer Bankgeheimnis einen vernichtenden Schlag zugefügt zu haben.“ Solche Formulierungen weisen auf einen Wirtschaftskrieg hin, den die USA gegen die Schweiz führen. Es darf bezweifelt werden, ob Madame Calmy-Rey, unsere Aussenministerin, dem gewachsen ist.

Ospel bringt Pech

Freitag, den 23. September 2011 um 16:20

Marcel Ospel, der aus Kleinbasel stammende ehemalige Finanzgnom, dem man heute die Finanzierung der erneuerten „Basler Zeitung“ nachsagt, bringt allen Pech: Tausenden von UBS-Aktionären, deren Aktie an der Börse zusammengebrochen ist, tausenden von Bankmitarbeitern. Die entlassen werden mussten und vielen Finanzchefs, die in den Kommunen keine Steuern mehr erhalten. Erinnern wir uns: Er wollte die Bank retten und lockte die Regierung des Stadtstaates Singapur in das UBS-Aktionariat. Obwohl die Bank seither überdurchschnittlich hohe Zinsen an das Staatsvehikel GIV zahlen muss, werden die Verluste des grössten UBS-Aktionärs auf bis zu 7 Mia. Franken geschätzt. Schweizer Aktionäre können ohnehin nur auf die Zähne beissen.

Den Deutschen gefällt unsere Bundesrätin

Freitag, den 23. September 2011 um 15:30

Was ein unbefangener Blick leisten kann, beweisen die Fotografen der Deutschen Presseagentur dpa. Bei ihrem Besuch in Berlin wurde Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf besser, sprich attraktiver, fotografiert, als es jedem Schweizer Fotografen bisher gelungen ist. Ihre Vitalität und Intelligenz kommt in den „deutschen“ Fotos weitaus besser zum Ausdruck, als dies bisher in den Schweizer Medien erfolgte. Erst jetzt weiss ich, diese Frau sieht gut aus.

Kirchen für reiche Jugendliche

Freitag, den 23. September 2011 um 7:55

Gehe ich in eine christliche Kirche in der Schweiz, sehe ich jede Menge alte Leute und Angehörige der mittleren wie unteren Mittelklasse. Nur sehr wenige wohlhabende Leute sind erkennbar; sie geben sich höchst bescheiden. Eine Ausnahme waren die Predigten von Bischof, heute Erzbischof, Haas, der sichtlich wohlhabende Leute, auch solche von Adel, anzog. Auch Abt Martin Werlen im Kloster Einsiedeln lässt die wohlhabenden Schweizer nicht im Regen stehen, sondern widmet ihnen die gleiche Aufmerksamkeit wie ärmeren Schweizern oder Ausländern, die sonst leicht ausgegrenzt werden.

Im New Yorker Stadtteil Soho befindet sich eine neue Synagoge, die gemäss „tachles“ mehr an einen Szeneclub als an ein Betlokal erinnert. Die Hipster-Synagoge zieht junge, reiche New Yorker Juden an. Diese soziale Trennung der Gläubigen ist natürlich nicht im Sinne des Alten wie des Neuen Testaments, aber eines ist klar: Wer sich „hip“ fühlt, will nicht mit Verlierern gemeinsam beten.

Wenn die Zürcher Reformierten, andere werden folgen, nun ihre Kirchen umbauen, sollten sie dieses Beispiel im Auge haben. Mit dem jesuitischen Lassalle-Haus oberhalb von Zug gibt es durchaus gleichartige Entwicklungen in der Schweiz. „Einfache“ Menschen wagen sich dort kaum hin, weil eine intellektuelle Elite, die sich bescheiden gibt, dort oft eine als eklektisch aufzufassende theologische Praxis betreibt, die einem Primarschüler kaum zugemutet werden kann.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog