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Tagesarchiv für 15. September 2011

Ratlose Anleger, noch ratlosere Berater

Donnerstag, den 15. September 2011 um 17:30

Wer heute Vermögensverwalter trifft, sieht sich Vertretern einer höflich-depressiven Branche gegenüber. Weil ich jede Woche 4-6 solcher „Fachleute für Geldvermehrung“ begegne, fällt die Perspektivenlosigkeit dieser Bankvertreter und Vermögensverwalter auf. Es sieht so aus, dass die Enteignung der Mittelklasse und der oberen Mittelklasse unaufhaltsam voran geht. Die Staaten müssen sich entschulden und werden dafür, wie überall in den EU-Staaten schon sichtbar wird, jene Bürger beiziehen, die sich nicht wehren können.

Die UBS macht mit Oswald J. Grübel seit Monaten den Eindruck, als wolle sie sich mindestens aufrappeln. Jetzt sitzt sie wieder in der Falle, die ihr ein eigener Investment-Banker gestellt hat. Meiner Feststellung, dass die beiden Schweizer Grossbanken heute weder schweizerisch noch Herren im eigenen Haus sind, wird damit nur bestätigt. Wer dem zustimmt, muss auch zugeben, dass die Schweiz im Rucksack der höchste Risiken eingehenden beiden Grossbanken sitzt. Keine Sorge, die Rechnung für diese Entmündigung wird uns noch gestellt werden.

Was die Banken jetzt mit unserem Spargeld machen, ist eine ganz andere Frage. Wer hat eine Lösung?

Liberale Marktwirtschaft verhindert keine Vermögensverluste

Donnerstag, den 15. September 2011 um 14:00

Mit einem Vergleich, wie er nur aus dem Mund erfolgreicher Bankiers kommen kann, bezeichnete Dr. Otto Bruderer, unbeschränkt haftender geschäftsführender Teilhaber von Wegelin & Co., Privatbankiers in St. Gallen, das Verhältnis zwischen Investmentbankiers und den Staaten, deren Anleihen sie kaufen, als eines dem des Dealers mit den Junkies vergleichbar. Zu vernehmen war dies bei einem KION-Anlass in Zürich, wo sich Edelgeister zur Zukunft der liberalen Marktwirtschaft informieren liessen.

Bruderer, der an Wortgewalt seinem in der Öffentlichkeit bekannteren Partner Dr. Konrad Hummler keineswegs unterlegen ist, sagte voraus, dass die Staatsschulden wohl mit Inflation bezahlt werden würden, was er „Monopoly-Geld“ nannte. Die Schweiz sei insofern eine „Insel der Glückseligen“, weil die Schuldenbremse und die gewohnheitsmässige Sparsamkeit des Volkes das Staatsbudget unter Kontrolle halten. Es sei aber neu, dass die Schweizer nun die Steuereintreiber für Europa machen müssten. Er bestätigte: „Wir leben alle über unsere Verhältnisse.“

Unter Leitung von Dr. Peter Fischer, dem neuen Leiter der Wirtschaftsredaktion der NZZ, kam auch Prinz Michael von Liechtenstein zu Wort, der beklagte, dass Vermögende schleichend enteignet würden. Es sei der verschuldete Staat, der die liberale Marktwirtschaft abschaffe. Würden nicht neue Parteien in Europa auftreten, die mehr Selbstverantwortung des Staates und seiner Bürger verlangen, sei die Radikalisierung der Parteien unausweichlich.

Die zahlreichen Zuhörer, schon durchaus verängstigt und zunehmend besorgt, schluckten auch Bruderers Aussage: „Freiheit bedeutet Verzicht. Auf Konsum und staatliche Regulierung.“ Die Vermögensverwalterin Antoinette Hunziker-Ebneter doppelte nach: „Wir alle werden künftig weniger Geld haben.“ Schuld seien wir alle, Konsumenten wie Investoren; an den Devisenmärkten mache  die Realwirtschaft vom Umsatz nur 2% aus, der Rest, so Hunzicker-Ebneter, sei Spekulation. Seine Durchlaucht, darob erregt, bestätigt: „Die ‚accounting firms“  und die ‚rating agencies‘ haben dabei mitgemacht, weil sie die Firmen zu hoch bewerten.“ Prinz Micheal sieht eine Lösung: „Wir können uns den Wohlfahrtsstaat nicht mehr leisten. Ein ‚haircut‘ ist angebracht, worunter Banken und Versicherungen leiden werden.“ Auch Dr. Otto Bruderers Bestätigung der Bankenlage: „Wir werden kriminalisiert. Das ist die Endphase.“ wirkt keineswegs beruhigend. Mit dem Ausruf „Dann sind auch Schweizer Vermögen gefährdet.“ gehen die „Kionisten“ zum geselligen Apéro im Zunfthaus zur Schmiden über. Frau Dr. Olivia Bosshart, maîtresse de plaisir, hat es gut angerichtet.

Warum die Schwächsten immer schwächer werden

Donnerstag, den 15. September 2011 um 12:55

Wenn sich das Wohlergehen des Volks am Zustand seiner Schwächsten zeigt, gehen wir düsteren Zeiten entgegen. Im Kanton Luzern will der Regierungsrat den ärmsten Gemeinden Millionen an Hilfsgeldern entziehen, um damit Sozialleistungen in den grösseren Luzerner Städten zu finanzieren. Man sieht, das Leintuch, unter welchem die Luzerner Gesellschaft liegt, wird stets kürzer. Einige zittern bereits.

Banken-Zukunft ohne einfache „Volks“-Kunden

Donnerstag, den 15. September 2011 um 11:45

Wie uns der sehr sympathische Claude-Alain Margelisch, Direktor der Schweizerischen Bankiervereinigung, wissen liess, werde die Zukunft der Schweizer Banken von drei Faktoren abhängig sein:

  • Der Gewinnung sehr reicher Kunden; dies beginnt bekanntlich bei einem Cash-Vermögen von ca. 30 Mio. Franken.
  • Dem Ausbau des Asset Managements (das seit Jahren eher schwache Renditen erbringt).
  • Und dem Neugeschäft mit Rohstoffhändlern, die mehr Bankservices benötigen.

Was die Schweizer Banken offensichtlich nicht mehr brauchen zur Gestaltung einer positiven Zukunft, sind die Schweizer Normalkunden und Normalmillionäre. Diese sind offensichtlich Füllmaterial für Fonds und andere Kategorien der Massenbewirtschaftung.

Frauenzünfte sind so dumm wie Männerzünfte

Donnerstag, den 15. September 2011 um 11:00

Wenn ein retardierendes Zürcher Bürgertum, ausschliesslich „Manne“, sich weiterhin in Zünften versammelt, dient dies der Erhaltung der Zunfthäuser, der gegenseitigen Freundschaft und Zürich Tourismus. Die einst berühmten „Zouft“-Reden voller oft lateinischer und griechischer Eleganz, von Professoren für Magistraten ausgefertigt, sind in den letzten Jahren ebenso abgeflacht, wie die über das Pflichtenheft hinaus gehende kulturelle Bedeutung dieser Männerbünde. Wie manches aus der Geschichte, haben die Zünfte längst ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren. Wenn daher die Mitglieder dieser „Macho Clubs“ der Zürcher Frauenzunft die Mitwirkung beim offiziellen Umzug verweigern, entspricht dies der geistigen Ebene dieser Organisationen. Anderseits ist es auch überaus lächerlich, wenn Mittelstandsfrauen in Gewändern, die halb arabisch, halb iberisch nachempfunden sind, winkend durch Zürichs Gassen ziehen. Spätes Bürgertum erkennt man daran, dass es wenig eigene Kultur produziert, sondern frühere Kulturen reproduziert.

Orban und Erdogan: starker Osten

Donnerstag, den 15. September 2011 um 10:20

Viktor Orban hat mit einem Währungsbeschluss zugunsten von 1,3 Mio. seiner ungarischen Landsleute viele österreichische Banken teilenteignet, deren Kurse auch prompt stark einbrachen. Die Banken hatten den Ungarn Frankenkredite vermittelt, die durch den Anstieg der Schweizer Währung für viele Ungarn unhaltbar teuer wurden. Orban sorgt für Ordnung im eigenen Land, was vielen nicht gefällt.

Vielleicht ist sein Vorbild Tayyib Erdogan, der im Begriff ist, die Türkei wieder zu einem Machtzentrum im Nahen Osten zu machen. Nicht nur hat er die pleite gegangenen Griechen auf Distanz gehalten; jetzt nimmt er Israel in die ägyptisch-türkische Zange.

Im Westen Europas gibt es nichts neues, es sei denn, man liebe Chaos-Meldungen. Völker, die sich eine Merkel, einen Sarkozy oder einen Berlusconi leisten wollen, sind selber an der Schwäche des Westens schuld. Polit-Schauspieler wie David Cameron, der völlig von Washington abhängig ist, bringen Europa auch nicht weiter.

Das zweite Gesicht der reichen Schweiz

Donnerstag, den 15. September 2011 um 9:05

Der Schweizer Staat mag, bisher, relativ wenige Schulden haben, obgleich die Verpflichtungen für die Sozialleistungen, wie AHV und 2. Säule, von Schweizern alleine nicht mehr gemeistert werden. Junge Ausländer zahlen den Rest. Gross sind die Schulden jedoch bei den offiziell reichen privaten Schweizern:

  • Hypothekarschulden pro Kopf von über Fr. 60 000.—
  • Kleinkreditschulden (bei Schuldnern) pro Kopf im Schnitt Fr. 67 000.—(dies bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von Fr. 4 400.—
  • Jeder sechste Haushalte muss Kredite abzahlen: für Steuern (25%), Autos, Möbel, Ferien, Unterhaltungselektronik. Man gönnt sich was!

Reichtum und Wohlstand sind vielerorts nur eine Fassade. Die meisten Schweizer tun alles, um diese Wohlstands-Fassade aufrecht zu erhalten. Die kommenden Zinserhöhungen, wann immer dies der Fall sein wird, werden die echte Substanz zeigen.

 
     
     
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