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Tagesarchiv für 8. September 2011

Let the Japanese in

Donnerstag, den 8. September 2011 um 17:00

Will ein Japaner in England, Verzeihung: Grossbritannien, arbeiten, muss er einen fürchterlichen Visa-Prozess durchlaufen. Die Japaner, fast isoliert im Fernen Osten, würden liebend gerne in der Schweiz kommen, aber auch unsere Visa-Büros arbeiten langsam. Sogar für Touristen.

Warum nehmen wir Japan nicht in den EWR auf? Die Schweiz hat sich dem verweigert, aber das Fürstentum Liechtenstein, Island und Norwegen sind glücklich darin. Japan würde die EU mit allen seinen Fähigkeiten stabilisieren. Dann hätten viele auch weniger Angst, die stolzen Türken in die EU aufzunehmen. Let the Japanese in.

Die ganze grosse Welt im „Aufbau“

Donnerstag, den 8. September 2011 um 16:00

Es gilt, wieder einmal das jüdische Monatsmagazin „Aufbau“ zu loben, das in seiner Septemberausgabe wieder einmal brillante Artikel publiziert, in diesem Fall zur Geopolitik, wohin sich andere Schweizer Redaktion selten wagen. Chefredaktor Yves Kugelmann, der zu den besten Köpfen der Schweiz zählt, hat eine Fülle erstrangiger Autoren darin versammelt. Sie schildern eine Welt im Umbruch, wie sie nicht herausfordernder sein könnte:

–         Andreas Mink schildert US-Präsident Obama als jemand, „der seinen Mitbürgern keinen reinen Wein einschenken möchte über die strukturelle Krise ihrer Nation, die in politischer Paralyse und Schulden versinkt, während die Reichen immer reicher werden.“

–         Princeton-Professor Aaron Friedberg erklärt die Spannungen zwischen den USA und China als diejenigen zwischen einer „dominierenden“ und einer „aufstrebenden“ Weltmacht. China strebe eine Vorrangstellung nur in Ostasien an. Es zeige, dass ökonomische Fortschritte auch ohne politische Freiheiten möglich sind. Als Europäer erinnern wir uns: Fortschritt gab es in Europa schon vor dem demokratischen Zeitalter.

–         Victor Willi erinnert an die Brüskierung des türkischen Ministerpräsidentin Tayyib Erdogan am 28. Januar 2009 am WEF in Davos, wo man ihm wegen eines Buffets das Wort abschnitt. Seither habe sich das türkisch-israelische Verhältnis laufend verschlechtert. Die Türkei brauche heute keine EU-Mitgliedschaft mehr.

9/11 wird elegant umgangen, indem „personality stories“ in den Vordergrund gestellt werden. Amerika, sagt Rashid Khalidi im Interview mit Andreas Mink, habe Kriege geführt, die auf fehlerhaften Analysen beruhen und von Leuten angezettelt wurden, welche die Welt nicht verstehen.

Yves Kugelmann und Andreas Mink haben mit dem „Aufbau“ eine Publikation geschaffen, die ich heute unverzichtbar für jene nenne, welche die Welt als komplex verstehen möchten.

Leben am Rand des Abgrunds

Donnerstag, den 8. September 2011 um 11:00

Wie wir erst heute erfahren, stand auch Spanien „einige Tage am Abgrund“ des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, wie Ministerpräsident Zapatero gestanden hat. Die USA stand im Herbst 2008 auch mehrfach am Abgrund, was uns Normalbürgern niemand bestätigen wollte. Natürlich steht jetzt auch die EU sehr nahe am Abgrund, weshalb deren Kommissare, der Präsidenten und die Aussenbeauftragte vielsagend schweigen. Die Schweiz scheint gerade vom Abgrund etwas abgerückt zu sein, um dafür dem Abyss der Inflation näher zu rücken. Kaum tröstet es, dass die Japaner nun wirklich am Abgrund stehen, weil ihr Staat bankrott ist.

Man drehe und wende es, wie man will: Das Leben der Gesellschaft am Abgrund ist ein Kick, der diejenigen unserer Junioren, die sich von Felsen oder Brücken stürzen, bei weitem übertrifft. Dafür haben wir Mahner und Warner zuhauf, die nichts anderes wollen, als den Staat mit seinen Mitteln auf ihre Seite zu ziehen. Das Volk hat, auch in der Schweiz, keine Partei, denn die einzige Volkspartei ist operativ Eigentum zweier Milliardäre und ihrer Millionärs-Freunde

Bittere Entschlossenheit und Schauspielkunst

Donnerstag, den 8. September 2011 um 10:10

Wäre die Schweizerische Nationlbank glaubwürdiger, wenn ein kichernder Hans-Rudolf Merz, die Hand vor die zitternden Lippen hebend, den Entscheid bekannt gegeben hätte, den Höhenflug des Frankens zu verhindern? Sicher nicht. Im Falle von Philipp Hildebrand, der den Entscheid vor den Weltmedien bekannt gegeben hat, kam zur Leistung, die anerkennenswert ist, auch die Kunst des Staatsschauspielers. Entschlossen wie Churchill, sich den Nazis nicht zu beugen, stand Hildebrand vor Mikrofonen und Kameras, Augen und Mundwinkel fest unter Kontrolle. Kein Wort mehr, kein Interview. Die Welt hat begriffen, dass einer in der Schweiz es ernst meint.

Arme Freunde des CIA

Donnerstag, den 8. September 2011 um 9:30

Nun stellt sich heraus, dass auch Muammar Ghadhafi dem CIA gute Dienste geleistet hat, die ihm dann wenig geholfen haben. Erinnern wir uns: Saddam Hussein war lange ein Statthalter der USA im Mittleren Osten gegen den Iran. Osama bin Laden’s al Kaida war eine Gründung des CIA gegen die Sowjets in Afghanistan. Merke: Es lohnt sich nicht, ein Freund des CIA zu sein.

700 Topfirmen ohne EU-Angst

Donnerstag, den 8. September 2011 um 8:50

Dort, wo in der Schweiz noch wirklich Geld verdient wird, bei den 700 Topfirmen, die international erfolgreich sind, haben die Spitzenmanager keine Angst vor einem EU-Beitritt der Schweiz. Es sind gerade die ausländischen Unternehmen, welche die Schweiz sogar im Vorteil sehen, wenn sie der EU beitritt und den Euro übernimmt.

Diesen Firmen der erfolgreichen A-Schweiz stehen die Interessen der B-Schweiz gegenüber, die ein Arbeitsrecht hat, das durch seine Offenheit die Beteiligten begünstigt. Die in der Schweiz attraktiven Steuern würden mit einem EU-Beitritt wohl ebenso verschwinden, wie dem Volk die Milliardenlasten des Beitritts auferlegt würden. Unsere rekordtiefe Mehrwertsteuer würde bald der Vergangenheit angehören.

Dies zeigt: Die Führungskräfte der ausländischen Firmen in der Schweiz haben einen anderen politischen Pegel als echte Schweizer Manager. Herausgefunden hat dies Ernst & Young.

„Schweizer Monat“ auferstanden

Donnerstag, den 8. September 2011 um 7:30

Als „intellektuellen Wirbelwind“ lässt sich René Scheu gerne bezeichnen, der als Herausgeber und Chefredaktor des runderneuerten „Schweizer Monat“ in der Gilde ambitionierter Schweizer Jungpublizisten (Roger Köppel, Martin Binswanger) seinen Platz sucht. Er lässt Hans Magnus Enzensberger die Frage beantworten, ob die Schweiz „ein demokratisches Museum“ sei, bringt das Model Xenia Tschoumitscheva zur bedeutungsvollen Aussage „Das absolute Glück ist eine Illusion.“ und verleitet Prof. Norbert Bolz zum gerade für die Schweiz wichtigen Hinweis: „Tätowieren ist für Verlierer.“ Mit Starautoren dicht bepackt, wirkt der „Schweizer Monat“ ein wenig wie der „Economist“. Diese Parforce-Leistung gilt es durchzuhalten.

 
     
     
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