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Monatsarchiv für September 2011

FDP: Game over

Freitag, den 30. September 2011 um 15:00

Nach der katastrophalen Sendung im Schweizer Fernsehen von gestern Abend über die Leistungen der FDP, haben Parteipräsident Fulvio Pelli, sein Vorstand und sein Generalsekretariat keine Munition mehr, um vor dem 23. Oktobers die Wähler nennenswert auf ihre Seite zu ziehen. Die Entschuldigung von Chefredaktor Diego Yanez war notwendig, hilft aber wenig.

Ein Mailing an die 100 000 Parteimitglieder und –freunde, das ist alles, was die FDP noch im Köcher hat. Notwendig wären Telefone, aber dazu fehlt die Energie.

Die Delegierten am morgigen Parteitag werden vor allem tuscheln, wo ein Nachfolger für Fulvio Pelli in Sicht ist. Der Tessiner hat gegeben, was er hat; es war zu wenig. Sollten die bisherigen 15,7% Marktanteil unterschritten werden, ist der Sitz von Bundesrat Schneider-Ammann in Gefahr. Das sieht auch Pelli so. Er gibt zu, „objektiv in einer schwierigen Situation zu sein.“ Um als liberale Partei etwas zu bewirken, brauche man einen Marktanteil von 20% im Parlament. Dies ist auf jeden Fall nicht mehr als eine Wunschvorstellung.

In Zürich ist Dr. Christoph Blocher, unterstützt vom Gewerbeverband und zahlreichen Freisinnigen, unterwegs zum Wahlsieg. Der SVP-Nationalratskandidat Thomas Matter ist objektiv chancenlos, wird aber von einem sehr starken Team von Industriellen gefördert. Die Vertreter des Finanzplatzes trauen ihm zu, im Parlament die notwendigen Vorlagen auch durchzubringen.

Die FDP selber wirkt heute wie eine hungrige Mannschaft, die den Erfolg will, aber keinen intelligenten Trainer und keinen wirkungsvollen Goalschützen hat. Der politische Nachwuchs ist deshalb unruhig und wartet auf das Wahlergebnis. Für die jetzige Führung heisst es dann: Game over.

KOFismus allerorten

Freitag, den 30. September 2011 um 14:00

Ein gemässigter Optimismus kennzeichnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, die der Schweiz ein Wachstum besser als das der USA, der EU und Japans, aber schlechter als das Deutschlands voraussagt. Dieses Wachstum zeige sich vor allem in den Wachstumszonen des Landes, der Uhrenindustrie, den globalen Traders in Zug und Genf, kaum jedoch in den Randregionen oder den Berggebieten. Ganz im Gegensatz dazu zeichnet die Credit Suisse, deren Optimismus legendär ist, ein viel optimistischeres Bild unserer mittleren Zukunft. Der BIP der Schweiz sei jedoch, so Jan-Egbert Sturm, mit 0,3% stagnierend. Alleine der Zustrom an Ausländern bringe weitere 1,1%, womit Dr. Christoph Blocher, der sich hinter seinem Herrliberger Schutzzaun von Ausländern bedrängt fühlt, in Argumentationsnot kommt.

Egbert entschuldigte sich an der jüngsten Prognosetagung, den während Jahren falschen Zahlen der USA geglaubt zu haben; ein frühzeitiger Besuch bei Prof. Dr. Fredmund Malik in St. Gallen hätte ihn des besseren belehren können, aber Wissenschaftler glauben bekanntlich nur ihren eigenen Dummheiten.

Schweizer Werbung in der Krise

Freitag, den 30. September 2011 um 12:45

Die Swisscom tritt tatsächlich mit einer neuen und attraktiven Werbekampagne in Erscheinung, in welcher sie sich zur Schweiz und zur Swissness bekennt. Apart daran ist, dass diese Kampagne von der Leadagentur Saatchi & Saatchi realisiert wird unter Leitung von Petar Dakovic. Offensichtlich sind Ausländer oder Schweizer Jungbürger besser in der Lage, dem Schweizer Herzen die richtigen Impulse zu vermitteln, als Schweizer Agenturen dies selber vermögen. Mit Schweizer Bescheidenheit kommt man ohnehin in der Werbung nicht weit. Wer Fr. 3 Mio. für eine nationale Kampagne verlangt, stösst rasch an seine Grenzen. Die grosse Geste, das grosse Budget, müssen importiert werden. Unsere einst berühmten Werbeagenturen dürfen die Krümel zusammen lesen.

Mit seiner Lovemarks-Philosophie hat Saatchi & Saatchi seit Jahren ein geniales Produkt auf dem Markt. „Nur ein Unternehmen, das lieben kann, kann auch geliebt werden“, vermitteln die Werber aus London. Zwar ist dieser Satz vollkommen sinnlos, aber er beeindruckt oberste Führungskräfte, die, weil meist ungeliebt, endlich einmal geliebt werden möchten. So einfach ist Werbung.

Stoppt Schawinski nicht!

Freitag, den 30. September 2011 um 12:00

Eigentlich beweist die Sendung „Schawinski“, wie schlecht es um die anderen politischen oder gesellschaftlichen Diskussionssendungen des Schweizer Fernsehens bestellt ist. Die Verwarnung des SRG-Publikumsrats an die Adresse des Schnell-Talkers ist ein Mittelstandsreflex, der nicht im Interesse des Schweizer Fernsehens ist. Die Zuschauer wollen Spannung und Skandal, ganz wie bei einem Autorennen auch, und schalten sich bei „Schawi“ erwartungsvoll zu. Deshalb, stoppt ihn nicht mit derlei Blabla.

Wenn das Fernsehen nun jubelt, man habe bereits 138 000 Zuschauer gewonnen, ist dies nur für denjenigen eine Freude, der von null ausgeht. Bereits „TeleZüri“ erzielt mit den „SonnTalks“ von Markus Gilli regelmässig über 140 000 Zuschauer, an Spitzentagen auch bis zu 200 000. Schawinski, Schlaumeier der deutschsprachigen Schweiz, denn in der Westschweiz kennt man ihn wenig, meint, „es kann Jahre dauern bis er eine Muss-Sendung daraus wird“. Das klingt langweiliger als der geplante und geplatzte Umbau des UBS-Konzerns zu einer Bank von Weltklasse. So viel Zeit hat nicht einmal ein Staats-TV zur Verfügung.

Neuer Maschmeyer-Ärger für SwissLife

Freitag, den 30. September 2011 um 9:00

Wonach deutsche Fahnder schon lange suchten, soll nun belegbar vorhanden sein. Carsten Maschmeyer, Freund von alt Bundeskanzler Gerhard Schröder und vielen deutschen Prominenten, grösster Einzelaktionär des SwissLife-Konzerns (vormals Schweizerische Rentenanstalt), hat in seiner Firma AWD überhöhte Provisionen kassiert.

Der Hamburger Jurist Rolf Thiel, 63, ist sicher, dass die Zeugen aus dem AWD-Konzern zu ihren Aussagen stehen werden. Das ist keine gute Nachricht für die SwissLife, die den AWD von Maschmeyer gekauft hat. Entschädigungen in Millionenhöhe stehen an, wenn Maschmeyer die Thiel’sche Forderung nicht zu Fall bringt.

Illusionärer Euro-Rettungsfonds

Freitag, den 30. September 2011 um 8:15

Wenn Deutschland eine Bar-Einzahlung von gut 21 Mia. Euro und eine Bürgschaft von 168 Mia. Euro an den Euro-Rettungsfonds leisten soll, ist dies eine riesige Belastung für das deutsche Volk, aber mit Schmerzen noch finanzierbar. Wenn Frankreich Euro 16,3 Mia. bezahlen und für Euro 125 Mia. bürgen soll, ist dies lachhaft, denn der französische Haushalt stimmt schon heute nicht und weist als grössten Budgetposten Zinszahlungen an die Banken auf. Wenn, als Nr. 3, Italien Euro 14,3 Mia. zahlen und für Euro 111 Mia. bürgen soll, ist dies eine Traumwirtschaft, absolut unmöglich. Von den anderen  Zahlern und Bürgern, wie Spanien, gar nicht zu sprechen. Ergebnis: Der Euro-Rettungsfonds ist illusionär. Merke: Im besten Fall verspielen die Politiker das Geld ihrer Bürger, im schlechtesten Fall verspielen sie die Zukunft ihres Landes auf Jahrzehnte hinaus. Nach alter Regel ist es notwendig, den Euro und die EU zu retten, ob die Mittel aber hinreichend sind, darf bezweifelt werden.

Schweizer Investmentbanking hoch erfolgreich

Freitag, den 30. September 2011 um 8:14

Wie immer man auf die Investmentbanker einprügelt, wie sehr man daran zweifeln mag, dass die beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS noch schweizerisch ist, um so mehr muss man anerkennen, dass sie als globale Investmentbanker immer noch Spitzenleistungen erbringen. Die weltgrösste Investmentbank JP Morgan erzielte im ersten Quartal dieses Jahres ein Honorarvolumen von USD 4,1 Mia., gefolgt von BofA Merrill Lynch mit USD 3,6 Mia. Die beiden Schweizer Grossbanken zusammen erzielten in der gleichen Zeit ein Honorarvolumen von USD 4,3 Mia. Getrennt kämpfen, vereint schlagen, sagt man dazu.

Wenn UBS-Ermotti, trotz aller Risiken das Investmentbanking beibehalten möchte, kann man dafür Verständnis haben. Die Bank sollte aber definitiv darauf verzichten, den Schweizer Steuerzahler direkt und indirekt (via Nationalbank) zu belasten.

Die Staats-Schauspieler

Freitag, den 30. September 2011 um 7:45

Ronald Reagan nahm den direkten Weg. Aus dem Hollywood-Schauspieler, der seine Glanzrollen als Cowboy hatte, wurde ein US-Präsident, der dieses Amt so glänzend spielte, dass viele Amerikaner ihn heute vermissen. Ganz anders Moritz Leuenberger („Wir treten auf. Wir spielen. Wir treten ab.“) der in seiner zu langen Zeit als Schweizer Bundesrat mehr schauspielerte als regierte. Jetzt, da ohne Macht, liest kein Mensch mehr seine Bücher und interessiert sich kaum jemand für seine Reden.

Karol Wojtyla, Papst Johannes Paul II., war ein Weltstar, der nach Auffassung seines vieljährigen polnischen Sekretärs “sicher ein guter Theaterschauspieler” geworden ware. Das ist es: Der grosse Auftritt, die Geste, der Blick, der Satz, sie machen die „grossen Männer“ aus. Das Volk fällt immer wieder darauf herein.

Was Reagan und Wojtyla von Leuenberger unterschied, war der Humor. Beide hatten ihn, Moritz Leuenberger nicht.

Zimmermädchen als Weltstar – spinnt DSK?

Donnerstag, den 29. September 2011 um 17:20

Jetzt ist Nafissatou Diallo in die Weltgeschichte eingegangen: DSK wirft dem New Yorker Zimmermädchen vor, „sie habe seine Bemühungen um die Rettung der Weltwirtschaft torpediert.“ Grossartig, hätte er nicht, wie er zugibt, das Zimmermädchen in eine schräge Lage gebracht und diese ihn nicht angezeigt, wären die Staaten nicht derart verschuldet, die Banken nicht mehr in einer Krise, die Jugendarbeitslosigkeit niedriger und die Griechen könnten weiter schlampen (mindestens die Oberklasse samt Kirche und Staat). Oralsex-Spezialist DSK will nun die diplomatische Immunität zugesprochen erhalten. Damit er die Welt retten kann, sollte man dieses kleine Wagnis eingehen. Immerhin haben die Zürcher mit dem Ex-Model Nadja Schildknecht (Ehefrau von CS-VRP Urs Rohner) an der Spitze, Roman Polanski auch vergeben.

Armutsbekämpfung auf indische Art

Donnerstag, den 29. September 2011 um 15:50

Den gut situierten Indern, welche die Schweiz besuchen, um in Luzern ihre Omega oder Rolex zu kaufen, ist es schon lange peinlich, wenn sie auf die hunderte von Millionen armer Inder angesprochen werden. Jetzt hat die Regierung in Delhi eine Lösung gefunden: Arm ist in Indien nur, wer unter 25 R (USD 0,50) auf dem Land und 32 Rupien (USD 0,70) pro Tag in der Stadt verdient. Damit wird die Armutsgrenze dramatisch gesenkt und die Leistung der Regierung wird erkennbar, den Mittelstand gestärkt zu haben; dazu gehören auch jene berühmt-erfolgreichen Menschen, die unter einem USD pro Tag verdienen. Merke: In zehn Jahren werden wir gezwungen sein, diesem Modell zu folgen.

 
     
     
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