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Tagesarchiv für 25. August 2011

Wo Literatur abstürzt

Donnerstag, den 25. August 2011 um 17:25

Wenn Literaten nicht mehr weiter wissen, wenden sie sich Gespenster- und Geistergeschichten zu, ganz wie der heute weitgehend vergessener Berner Schriftsteller Sergius Golowin. Diesen Weg geht jetzt auch Franz Hohler, der in Zürich-Oerlikon wohnt, der sich Gespenster und Geistern widmet. Die Schriftsteller, meist im beginnenden Alter, mögen die Welt nicht mehr verstehen und beschreiben; sie werden mystisch. Andere Fluchtwege dieser Art sind die kleinen Biertisch-Geschichten, auf welche sich der Bieler Autor Peter Bichsel seit langem spezialisiert hat, oder Kinderbücher, die meist elterngerecht sein müssen, entscheiden diese doch über den Kauf. Ein grosser Wurf, wie „Harry Potter“, der letztlich aus anderen Vorläuferwerken kompiliert wurde, ist erträumt, aber selten möglich. So wird aus Schweizer Literatur Kleinliteratur für das neo-barocke Wohnzimmer. Einer wehrt sich gegen diesen Trend: E. Y. Meyer, Wahlberner, der den ersten Teil seines neuen Romans zum jüngsten Jahrhundertwechsel nahezu fertig gestellt hat. Er wird Teile daraus vom 17.-19. September in Saas Fee vorlesen, wo der Saaser Hotelier Beat Anthamatten zum zweiten Mal „SAAS FREAK“ veranstaltet. E.Y. Meyer bleibt auf der Erde, was wir ihm verdanken sollten.

Wie funktioniert die Schweiz?

Donnerstag, den 25. August 2011 um 17:20

In Bern, den grossen Städten und Kantonen, geht es mehr denn je um die Funktionsfähigkeit der Schweiz. Für die kommenden 9 Mio. Einwohner brauchen wir Strassen, Schienen, grössere Flughäfen und neue Häuser wie Wohnungen. Weil Manager wie Migranten gerne zu uns fliehen, müssen wir uns verändern.

Gerold Bührer, CEO der économiesuisse, klagt: „Es gab Zeiten, in denen die Akzeptanz von Argumenten der Wirtschaft grösser war.“ Der einsichtige Thomas Daum, Direktor des im gleichen Haus in Zürich ansässigen Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, erklärt: „Das hat mit der Globalisierung zu tun, die gewisse Schichten der Bevölkerung anders erfahren als wir.“ Bührer fordert: „Ohne längere Lebensarbeitszeit können wir das Wohlstandsniveau nicht halten.“ Daum warnt: „Ein relevanter Teil der Bevölkerung hat Mühe, den rasanten Strukturwandel mental zu bewältigen.“ Er befürchtet, die Elite hänge das Gros der Schweizer Bevölkerung ab.

Derweil kommt Schöngeist Moritz Leuenberger zu Hilfe, elegant wie Pascale Bruderer in den Stuhl gestreckt, und verdeutlicht: „Der Bauch denkt nicht. Es braucht die rationale Diskussion, nicht hasserfüllte Demagogie und billiger Populismus.“ Der alt Bundesrat sieht sicher mit Schrecken, wie Christoph Blocher jetzt mit Unterstützung der „Neue Zürcher Zeitung“ in den Ständerat will.

Die Stimmbürger geht dies alles nichts an. An den Gemeindeversammlungen der Schweizer Musterdemokratie nehmen in vier Fünfteln der Gemeinden nur 0,4-9% der Stimmberechtigten teil, selten mehr. Vor allem die Jugendlichen versagen sich dem demokratischen Prozess. Mancher würde vielleicht gerne in der Villa Rive-Belle leben, die soeben von der Genfer Stadtverwaltung dem Konfuzius-Institut gratis übergeben wurde. Im 20 Mio.-Haus wird demnächst östliche Weisheit gelehrt, die Uni Zürich sucht noch ein vergleichbares Gebäude.

Die Schweiz funktioniert, aber immer weniger als Nationalstaat, sondern auf dem Weg zum ersten voll globalisierten Land der Welt, wo Reichtum und Geist sich treffen. Thomas Daum hat recht, nicht jeder wird dem folgen können.

Aufbruch in neue Gesellschaften

Donnerstag, den 25. August 2011 um 16:40

 

Es war der Anspruch der US-Administration, den Irak und Afghanistan in das 21. Jahrhundert zu ziehen („to pull“). Nachdem diese Kriege, wie andere auch, nicht zu gewinnen waren, stellt sich nun die Frage: Wie ist es um die USA selber bestellt? Die Meinungen gehen auseinander. Mein militärischer Mentor aus der Zeit des Kalten Krieges, Zbigniew Brzezinski, sagt es direkt: „Wir leben in einer asymmetrischen Welt. Das wird so bleiben, wenn die USA aus Dummheit nicht politischen Selbstmord begehen.“

Die NATO muss endlich beweisen, dass sie der Familie Ghadhafi Herr wird. Mit „Liberation Tech“, das ist die „soft power“ der Raketen und Schützenpanzer, und dem Vorwurf von Amnesty International, Ghadhafi würde jetzt Massenvergewaltigungen organisieren, müsste es doch zu schaffen sein, die moralische Überlegenheit der USA zu verdeutlichen.

Jetzt ist die Rafale billig und gleichzeitig kriegserprobt; VBS-Chef Ueli Maurer wird sich diese Chance doch nicht entgehen lassen. Ob man Sarko diesen Exporterfolg vor den Wahlen in Frankreich noch gönnen will, ist natürlich eine andere Frage. Bald kommt ein neuer US-Botschafter nach Bern, der nicht locker lassen wird, den Dollar mit dem Verkauf der F 16 zu stärken. Wenn die Europäer nicht so dumm wären, unsere Banken laufend in die Ecke zu drängen, läge auch ein Eurofighter drin, aber die EU-Behörden mauern einfach alle Schweizer Vorstösse. EU-Botschafter Michael Reiterer, der demnächst ausziehen wird, blamiert in seinen letzten Interviews sogar unsere Aussenministerin, sie lege nur Avenir Suisse-Berichte vor anstelle diplomatischer Studien. So geht es nicht.

Die höchst moralischen Drohungen der USA

Donnerstag, den 25. August 2011 um 15:50

Die Software-Ingenieure der US-Armee, abgesichert von Fachanwälten, haben in diesem Jahr bereits 53 Drohnen (jeder Schuss kostet Millionen) über Pakistan niedergehen lassen. Nach Angaben anti-amerikanischer Kreise hatten sie mindestens 45 zivile Opfer zur Folge. Dem widerspricht Sadanad Dhume vom American Enterprise Unstitute; die Zahl der Zivilopfer werde im Prinzip übertrieben. Im Gegenteil: Der Einsatz der Drohnen sei „höchst moralisch“ (most moral). Man habe in dern letzten zehn Jahren über USD 20 Mia. an Hilfsgeldern in Afghanistan investiert, was ncihts gebracht habe. Die Drohnen würden bessere Resultate erzielen.

Wo ist noch Schweiz drin?

Donnerstag, den 25. August 2011 um 11:15

In den 67 grössten Schweizer Firmen, von Nestlé bis Novartis, UBS, Zurich Versicherungen oder CS Group ist wenig schweizerisches Aktienkapital enthalten, sagt Kaspar Villiger VRP des UBS-Konzerns. Kein Wunder, dass nun die Airline Swiss, die der deutschen Lufthansa gehört und von Deutschen geführt wird, ihr Logo wieder so massiv verschweizert, wie es einst der finanziell abgestürzten Swissair vorbehalten war. Kein Wunder auch, dass man vom Nationalrat erwartet, er werde Teigwaren und Biskuits auch dann als schweizerisch anerkennen, wenn sie nur 40% Schweizer Material oder Leistungen enthalten.

 
     
     
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