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Tagesarchiv für 24. August 2011

Hört niemand auf Joe Hogan?

Mittwoch, den 24. August 2011 um 15:15

Der CEO des ABB-Konzerns zieht seit Monaten durch die Lande, um den Gospel zu predigen: „Für 45% der weltweiten Stromverbrauchs sind elektrische Motoren verantwortlich. Die jährlichen Stromkosten für den Betrieb eines Motors können bis zum Siebenfachen ihres Kaufpreises ausmachen.“ Vielleicht sollte das Seco einen Teil der zwei Milliarden, die es jetzt verteilen muss, in den Kauf moderner Motoren des ABB-Konzerns investieren, damit wir mit Energiesparen ernst machen. Die ABB-Aktien macht seit Wochen auch keine Freude mehr und könnte dies vertragen.

Die Poesie der Bankchefs übertrifft die unserer Literaten

Mittwoch, den 24. August 2011 um 10:40

Wenn einer der unverfrorensten Spekulanten der letzten 40 Jahre, George Soros, Angelika Merkel, die deutsche Kanzlerin, beschuldigt, an der Krise des Euro Schuld zu sein, weil sie die Euro-Bonds nicht will, ist dies erstaunlich, zumal auch Daniel Cohn-Bendit, Europas Chef-Grüner, wenn auch aus anderen Gründen, diese Meinung teilt: „C’est un acte de solidarité et je suis pour.“

Die Poesie der führenden Bankiers ist besonders auffällig beim UBS-Konzern, wo Chefökonom Andreas Höfert den Einbruch der Aktienmärkte poetisch wie folgt beschreibt: „Nachdem die Märkte soeben einen Hagelsturm überstanden haben….“, womit er meinte, dass die meisten UBS-Privatkunden bedeutende Lackschäden in ihren Portfolios aufwiesen. Höfert verfällt dann in ökonomischen Symbolismus, wenn er fortfährt: „Die Marktteilnehmer waren enttäuscht, dass die heiss diskutierten Eurobonds….nicht in Betracht gezogen wurden.“ Klar, die grossen Investoren, vor allem die Banken, haben Angst, dass sie die Zeche ihrer Fehlallokationen in Griechenland und andernorts bezahlen müssen. Sie würden es vorziehen, Angelika Merkel würde den deutschen und europäischen Steuerzahler haftbar machen. Kein Schweizer Literat vermag solche Bilder zu entwerfen, Dürrenmatt fehlt.

Schon im Juni hatte uns der Hauspoet der UBS in Spannung versetzt, als er schreiben liess:“Inflation wird nicht von gierigen Unternehmen oder verantwortungslosen Gewerkschaften verursacht, sondern immer und überall vom Staat und seinen Institutionen.“ Wenn sich der Staat, z.Bsp. zur Rettung des UBS-Konzerns, zusammen mit der Nationalbank verschulden muss, wie vielerorts in Europa geschehen, ist dies dem Dichterfürsten von der Bahnhofstrasse keine Silbe wert.

Am 14. Juli hat Altkanzler Helmut Schmidt geschrieben: „Die Deutsche Bank ist keine deutsche Bank mehr. Und das ist Merkels Problem.“ Ebenso könnte man sagen, UBS und CS seien keine Schweizer Banken mehr. Und das ist das Problem der Schweiz.“ Vor einer Generation dienten die beiden Grossbanken noch der Schweiz und deren Wirtschaft. Jetzt unterscheidet Helmut Schmidt:

– In der ersten Kategorie sind 98% aller Menschen normale Menschen.

– In der zweiten Kategorie sind die Kriminellen, die vor Gericht gehören und, wenn verurteilt, ins Gefängnis.

– In der dritten Kategorie sind Investment-Manager und Fondsmanager.

Diesen wirft Schmidt vor, „sie hätten fast die ganze Welt in die Scheisse geritten und sind jetzt schon wieder dabei, alles genau so zu machen.“

Wie ist es um unsere Schweizer Topkader bestellt? Demnächst wird der VRP des UBS-Konzerns Axel Weber heissen, ein recht umstrittener Deutscher ohne grosse Bankiers-Performance. Sein noch amtierender Vorgänger Kaspar Villiger sagte zur Ernennung: „Weber war der einzige Kandidat.“ Das klingt nicht alter freisinniger Personalpolitik.

Der Anteil ausländischer Geschäftsleitungsmitglieder liegt in der Schweiz bei über 900 Befragten und über 800 Verwaltungsräten (Schilling Report 2011) bei 45%; bei SMI-Firmen sind es sogar zwei Drittel, die aus dem Ausland kommen. Die Schweiz ist fremdbestimmt. An der Spitze stehen zumeist US-Amerikaner, Briten und Deutsche. In den USA selber sind nur sieben Prozent der „directors“ der S&P 500-Firmen Ausländer.

Als im Juni der 2. Zermatt Summit zum Thema „Humanizing Globalization“ stattgefunden hat, befanden sich unter zwei Dutzend Sprechern ein Schweizer, ein städtischer Beamter aus Genf.

Peter Wanner und „Gilli National“

Mittwoch, den 24. August 2011 um 10:29

Der Aargauer Verleger Peter Wanner hat seit einer Generation alle überrascht, die nach dem Tod seines Vaters Otto nicht recht daran glauben wollten, dass der Sohn seinen Vater übertrifft. Seine verlegerische Leistung ist die erste Überraschung.

Der az-Verlag hat Jahrzehnte einen „Eisernen Vorhang“ zwischen Zürich und dem Aargau, zwischen tamedia und der az-Gruppe, aufrecht erhalten. Wanner: „Greifen mich die Zürcher an, schlage ich zurück.“ Dieser Vorhang ist jetzt gefallen. Das ist die zweite Überraschung. Martin Kall, CEO von tamedia, hat damit die Tür aufgestossen zum selbstbewussten Aargauer; weitere Kooperationen werden erwartet.

Peter Wanner hat TeleZüri und TeleBärn gekauft. Er hat auch Markus Gilli, den Chefredaktor von TeleZüri, überzeugt, der auf keinen Fall ein Arbeitnehmer von RogerSchawinski werden wollte. Das ist keine Überraschung, aber gut so.

Jetzt warten wir auf „Gilli National“ auf vier regionalen TV-Sendern. Markus Gilli ist in Bestverfassung, während Altstar Roger Schawinski seine Form erst noch finden muss.

Wo bleiben die neuen Bischöfe?

Mittwoch, den 24. August 2011 um 9:09

Nachdem die Mehrzahl unserer Schweizer Bischöfe sich in der Gluthitze von Madrid in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. erfrischt hat, sind wir neugierig, ob und wann die offenen Positionen in den Bistümern besetzt werden. Vom Papst ist diesbezüglich wenig Rücksicht zu erwarten. Er hat im Juni zwei Bischöfe in China exkommunizieren lassen, die vom Staat und nicht von ihm eingesetzt wurden. China hat 12 Mio. Katholiken, das sind einige mehr als in der Schweiz.

USA, Land der Zukunft?

Mittwoch, den 24. August 2011 um 8:15

Eher sollte man sagen: Land ohne Hoffnung für viele. 25 Mio. Menschen suchen in den USA Arbeit; das sind 15 % der Beschäftigten. Der Staat ist auf allen Ebenen pleite. Die grossen Konzerne horten mindestens USD 500 Mia. an Cash; damit liessen sich mehrere Bundesstaaten revitalisieren. Es wird Zeit, dass wir den Glauben an die Vernunft der Amerikaner aufgeben.

 
     
     
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