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Tagesarchiv für 19. August 2011

„Aufstand der Verlierer“, FAZ

Freitag, den 19. August 2011 um 17:50

Nur die FAZ schrieb in ihrer Berichterstattung angesichts der Ereignisse in England kurz, korrekt und bündig vom „Aufstand der Verlierer“. Es muss für die Gäste eines Michelin-Restaurants ein grässliches Gefühl  sein, wenn verhüllte Jugendliche, die in der dritten Generation arbeitslos sind, zur Hauptspeise hereinbrechen, ihnen Uhren, Schmuck und Bargeld entreissen, um dann wieder zu verschwinden. Wer Geld hat oder seinen Wohlstand zeigen will, sollte sich in sichere Gebiete zurück ziehen; am besten gleich in die Schweiz.

Finma und SEC: Grenzen der Aufsicht

Freitag, den 19. August 2011 um 17:11

Wie die Finma, die Schweizer Banken- und Börsenaufsicht, den UBS-Konzern gerettet hat, um, gedeckt vom Bundesrat, das Schweizer Bankgeheimnis zu durchbrechen, ganz wie ein schwerer Mörser einst die Stadtmauern, hat ihre US-Schwesterorganisation SEC 9ooo Aktien verschwinden lassen, um Madoff, Goldman Sachs und grosse amerikanische Banken zu decken. Ohne einen Whistleblower hätte man nie davon erfahren. Die Täter sind geständig.

Die Folge: Als normaler Privatkunde unserer Banken sehen wir nur die Oberfläche des Ozeans der Anlagemöglichkeiten. Was sich in den Tiefen abspielt, wird tunlichst verborgen gehalten; siehe Bertolt Brecht: „Es ist besser eine Bank zu gründen, als eine zu überfallen.“

Die Zerstörung der Schreibkultur, 2. Teil

Freitag, den 19. August 2011 um 13:20

Zuerst wurde die neue deutsche Rechtschreibung eingeführt, die heute kaum jemand beherrscht, weil die Jugend twittert. Jetzt soll in Deutschland auch die deutsche Handschrift, die Schreibschrift, vernichtet werden, wie es der Hamburger Bildungssenator will. An die Stelle der lateinischen Schreibschrift soll eine Druckschrift mit weichen Rundungen treten; ich nenne dies „Twiggy-Schrift“. Damit sind wir erneut an einem Scheideweg, denn die Schweiz wird die Fehler der Deutschen wohl übernehmen müssen.

Teure Energiewende

Freitag, den 19. August 2011 um 13:20

Wenn die Energiewende in Deutschland total Euro 250 Mia. kostet, werden wir in der Schweiz auch nicht unter Fr. 30 Mia. davon kommen. Zu finanzieren ist dies von der ohnehin schwächelnden Industrie, mehr noch von den Privathaushalten, die zur Kasse kommen werden. Wir verdanken dies in erster Linie der CVP, der SP, den Grünen und den Grünliberalen. Jedoch gehe ich davon aus, dass die bekannte „Schweizer Vernunft“ das Schlimmste verhindert.

Brupbacher: der Generalsekretär kämpft

Freitag, den 19. August 2011 um 11:11

Der 43jährige Jurist aus Winterthur, Stefan Brupbacher, kämpft als Generalsekretär der FDP Schweiz gegen den Niedergang seiner Partei an. Er hat zwei Hypotheken: Die Partei verfolgt schon seit 20 Jahren eine Politik, welche immer weniger Wähler interessiert und glaubwürdig finden und die eigene Parteiführung mit Fulvio Pelli an der Spitze hat bisher weder in der Deutschen Schweiz noch im Tessin viel Unterstützung gefunden. Es ist unklar, ob Brupbacher, dem Fleiss nicht abzusprechen ist, als „General“ mit schuld an diesem Fiasko ist, oder als „Sekretär“ unter der schwachen Parteiführung leidet. Er wird es uns nicht sagen, denn der Kampf um jede Stimme hat begonnen.

Mit dem Slogan „Aus Liebe zur Schweiz“ wird die FDP nicht weit kommen. „Aus Liebe zum eigenen Geldbeutel“ kaufen immer mehr Schweizer im Ausland ein. „Aus Liebe zur Dividende“ ist der Abbau von Schweizer Arbeitsplätzen durch Schweizer Arbeitgeber ab Herbst zu erwarten, wie das seco uns wissen lässt. „Aus Liebe zur eigenen Karriere“ wird an Schweizer Universitäten immer weniger Schweizerisches gelehrt (Geschichte, Kommunikation, Ökonomie), sondern global Kompatibles. Die Liste kann verlängert werden.

„Aus Liebe zur FDP die FDP-Kandidaten wählen.“ Ja, das wäre der ehrlichste Slogan, aber die FDP-Kandidaten in den Kantonen tun selbst alles, um ihre FDP-Konkurrenten auf der eigenen Liste abzuwehren. Da bleibt wenig Zeit, um die bürgerliche und grüne Konkurrenz auf Distanz zu halten.

Pro Litteris – staatlich geschützter Skandal

Freitag, den 19. August 2011 um 9:19

Pro Litteris, die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft, kassiert Gebühren für journalistische Werke, Literatur und bildende Kunst. Auch ich bin Mitglied. Meindestens zweimal jährlich kriege ich Post von der Gesellschaft. Dabei handelt es sich um einen aufwendig gestalteten Geschäftsbericht oder eine Einladung zur Generalsversammlung. Das Kassieren und Verteilen der Urheberrechtsgebühren ist attraktiv, Pro Litteris muss nicht darben. So kann es sich die Gesellschaft leisten, ihrem Direktor mit einem Gehalt von 308’000 Franken fürstlich zu entlöhnen. Könnte man die Verwaltungskosten nicht ein bisschen senken und stattdessen die Urheber besser entschädigen? In diesem Sinne habe ich Pro Litteris gestern ein Mail geschickt mit der Bitte, mir künftig keine Einladungen, Traktandenlisten und Geschäftsberichte zuzustellen, denn ich könne es mir schlichtweg nicht leisten, dies alles zu lesen und die Pro-Litteris-Kongresse zu besuchen. Die Antwort kam postwendend:

„Wir verstehen Ihr Anliegen sehr gut, doch sind wir von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, Ihnen diese Unterlagen zuzuschicken. Es ist uns leider nicht erlaubt, unseren Mitgliedern, je nach deren Wünschen, Unterlagen zu schicken oder nicht.“

So wandert die Post, die ich von Pro Litteris kriege, auch weiterhin direkt ins Altpapier. Das papierlose Büro ist für die Gesellschaft keine Option. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn das Unternehmen einen CO2-Kompensation dafür vornehmen würde – auf Kosten der Urheber natürlich.

Philippe Welti

 
     
     
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