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Tagesarchiv für 17. August 2011

Sehr merkwürdig

Mittwoch, den 17. August 2011 um 17:45

Es gibt merkwürdige Berufe: Luxushotelerbe.

Die Briten stürzen ab

Mittwoch, den 17. August 2011 um 15:50

Die Engländer, ihr Pfund alleine verteidigend, sind von den Ratingagenturen verwarnt worden: Schulden zu hoch, Wachstum zu gering. Es kann zu einer Rückstufung kommen. Grossbritannien wollte nicht Euro-Mitglied werden; jetzt müssen sie alleine kämpfen, ziemlich schwach auf der Lunge. Der Aussenseiter stürzt ab. 

Diese Hoffnungslosigkeit, verbunden mit Aggressivität, ist es auch, welche die jüngsten Unruhen in England ausgelöst hat. Wir hatten dies in Frankreich, in Griechenland und an vielen kleineren Brandherden.

Wie jede konservative Regierung dies auch tun wird, bekämpft David Cameron diese unschönen Vorgänge mit starkem Polizeieinsatz. Da ich davon ausgehe, dass die Wirtschaftslage breiter Kreise der Bevölkerung nicht besser werden wird, ist mit weiteren Vorkommnissen dieser Art zu rechnen.

Schneider-Ammann: Der Tanker dreht sich

Mittwoch, den 17. August 2011 um 15:45

Geradezu atemlos beobachtet die politische Schweiz den Langenthaler Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der hinter dem Vorhang des Respekts auch in der aktuellen „Schweizer Illustrierte“ eine gnadenlose Blossstellung erfährt. Dies in einer Situation, wo die FDP in den meisten Kantonen sich auf Sinkflug befindet und im Dezember im Parlament die Frage gestellt werden wird: Wollen wir Didier Burkhalter oder Johann Schneider?

Kann ein Bundesrat, der kommunikativ wenig talentiert und auch nicht willens ist, dies deutlich zu verbessern, als Wirtschaftsminister ein Land in einer Situation führen, wo viele Menschen Angst vor der Zukunft haben? Schneider-Ammann ist ein wunderbarer Mensch, aber spürbar ist dies nur im kleinen Kreis. Das grosse Wort, wie es Dölf Ogi oder Moritz Leuenberger geschwungen haben, ist nicht seine Sache. Schneider nennt sich gerne „einen stillen Chrampfer“, aber ein Bundesrat muss, besonders in krisenhaften Zeiten, auch den präzisen und schnellen O-Ton beherrschen. Das nennt er „Theater“.

Dennoch, der Eindruck besteht, der Tanker drehe sich langsam unter dem Druck der Anforderungen. So könnte es möglich sind, Kollegin Widmer-Schlumpf nicht unähnlich, dass das Schneider’sche Aufholrennen genau dann seinen Höhepunkt erlebt, wenn die Neu- und Bestätigungswahlen in den Bundesrat angesagt sind. Es gilt in diesem Jahr ohnehin: Nichts ist ausgeschlossen.

 

Warum religiöse Menschen oft langweilig sind

Mittwoch, den 17. August 2011 um 14:50

Seit einiger Zeit meide ich es, kirchliche oder religiöse Veranstaltungen zu besuchen, da man sich entweder über die Personalpolitik in der Gemeinde streitet oder über die Fähigkeiten der Bischöfe und ihrer Verwaltungen und zuletzt sich die Vertreter der historischen und der naturwissenschaftlichen Bibel-Exegese in den Haaren liegen. Ich nehme die Bibel wie die Gegenwart der Kirche als „grosse Erzählung“ wahr, die ein Teil meines Lebens geblieben ist. Wir haben nur keinen Tolstoi, um derlei angemessen zu erfassen.

Caritas war wichtiger als Kapitalismus

Mittwoch, den 17. August 2011 um 14:40

Jetzt ist der letzte Le Goff, „Geld im Mittelalter“, bei Klett-Cotta auch in deutscher Sprache erschienen. Darin macht er deutlich, dass in Europa erst im 16. Jahrhundert der Übergang stattgefunden hat zwischen „Gerechtigkeit und Caritas“ als bestimmender Haltung zu jener des Kapitalismus. Im Mittelalter wurden Wucherer nicht christlich beerdigt. Erst die Anerkennung des Zinses durch die katholische Kirche brachte den Aufschwung der Geldwirtschaft im 13. Jahrhundert. Kapitalismus kam später. Nach Goff’scher Zeitrechnung leben wir jetzt im 5. Jahrhundert des Kapitalismus.

Kampf bis zur letzten Patrone

Mittwoch, den 17. August 2011 um 14:00

Jetzt einmal davon abgesehen, was Präsident Assad sich geleistet und seinem Volk angetan hat, aber würden Sie an seiner Stelle aufgeben? Wie man Hosni Mubarak abgeführt und im Krankenbett, zusammen mit seinen Söhnen, wieder vor Gericht gebracht hat, war kein schönes Bild. Familienvorstand Assad wird sich gesagt haben: Nicht mit mir. Dann noch das Beispiel Ghadhafi: Was bleibt dem einstmaligen Wüstenhelden übrig, als bis zur letzten Patrone zu kämpfen? Sicher vor Gericht schleppen auf dann aufhängen zu lassen, ist keine Alternative. So unschön diese Vorgänge in Nordafrika und im Nahen Osten auch sind, es ist nicht anzunehmen, dass Revolutionäre wie Ghadhafi, die 40 Jahre an der Macht waren, oder politische Erben in der zweiten Generation, wie Assad, je die Macht freiwillig abgeben werden. Sie hätten als Alternative nur das Gefängnis oder den Strang.

Politiker sind mit Bürgern unzufrieden

Mittwoch, den 17. August 2011 um 12:30

Wenn gerade fortschrittliche Politiker sich darüber beklagen, der Bürger habe mehr Angst als Mut zur Freiheit, klingt dies gut zur eigenen Positionierung, die automatisch als „Mut zur Freiheit“ verstanden wird. Der Bürger, sich dem staatlich, aus seinem eigenen Steuergeld gut dotierten Politiker gegenüber sehend, muss jedoch mehr Angst um seine Zukunft haben, geht er doch für sich und seine Familie jene Risiken ein, welche viele Politiker, die sich lauthals äussern, bereits übersprungen haben. Politiker haben gut reden, aber man muss ihnen auch gut zuhören, um hinter der rhetorischen Glätte die mangelnde Substanz zu entdecken.

 
     
     
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