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Tagesarchiv für 16. August 2011

Nicht überfordert, überfördert

Dienstag, den 16. August 2011 um 15:55

Bosnien gilt heute in Berlin bereits als „überforderter Staat“; man habe bereits viel zu viel Geld in dieses Land gesteckt mit dem Ergebnis, dass man sich dort mehr denn je an Geldgeber anlehne. Das gleiche gilt wohl für den Kosovo, wo die Schweiz und andere Staaten bereits Milliarden verbrannt haben. Der Kosovo ist ebenso „überfördert“ wie Bosnien.

Nationalrat und „Vogelhändler“

Dienstag, den 16. August 2011 um 14:30

Die Burg zu Leuk im Mittelwallis, gekrönt von einem gläsernen Botta-Turm, liegt prachtvoll über der Rhône-Ebene dort, wo der Fluss noch Rotten heisst. Im Städtchen Leuk, von wo aus die Oberwalliser einst die romanischen Unterwalliser beherrschten, regiert heute Stadtpräsident Roberto Schmidt, der als CVP-Nationalrat unlängst Aufsehen erregte, weil er zusammen mit Bundesrätin Doris Leuthard die Schweizer Kernkraftwerk-Zeit abschloss mit dem Ziel, neue Energien an die Stelle der alten zu setzen.

Bis zum 27. August, der „dernière“,  hat er in seinem Heimatort die künstlerische und musikalische Leitung der Carl Zeller-Operette „Der Vogelhändler“. Im schönsten Operettenhaus der Schweiz, im Burghof über dem dort wild fliessenden Bergfluss, wird das 1891 in Wien erstmals aufgeführte Stück insgesamt 12mal geboten.

Es ist ein gutes Beispiel, wie eine Walliser Dorfgemeinschaft, wo neben Profis auch die Dorfjugend mitsingen darf, ihre eigene Identität gestaltet. Mehr als sieben Mio. Franken wurden gesammelt, damit die „trutzige Veste“, über dem Talboden gen Westen blickend, erhalten geblieben ist. Vom schräg ansteigenden Dorfplatz bis tief hinein in die Leuker Weinkeller weht ein kräftiger Walliser Sommerwind, der die Besucher bis früh in den Morgen trotz kräftigen Weingenusses munter hält. Der Wein ist im Mittelwallis überraschend preiswert geblieben, dort lässt sich noch essen und trinken, dass die Familienkasse nicht aus dem Ruder läuft.

Die Story aus dem frühen 18. Jahrhundert hat bis heute ihren Reiz nicht verloren. „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ ist ein Gassenhauser geblieben; auch das Schweizer Fernsehen bringt oft nicht viel Besseres, aber ohne eine solche Atmosphäre der Freiheit gleich mit zu liefern. Der Stadtpräsident und „Herr Nationalrat“, der einem 80köpfigen Walliser Ensemble vorsteht, ist sich nicht zu schade, jeden Gast herzlich zu begrüssen. Ganz offensichtlich passen die deutschsprachigen Oberwalliser und die Tiroler, die in dieser Operette gefeiert werden, gut zusammen. In beiden Staaten, denn auch das Wallis heisst „Staat Wallis“, ist der Bürgerstolz gross.

Immerhin darf die Frage gestellt werden, ob man im Wallis eine im Tirol spielende Operette aufführen oder auf eigene Werke zurückgreifen soll. „Der Vogelhändler“ ist ein Bühnenklassiker. Das Walliser Musical „Gantertal“ von Adolf Imhof wird leider nicht oft aufgeführt, dabei wäre es eine echte Attraktion nicht nur in Leuk, sondern auch im Hof des Stockalper-Schlosses in Brig, wo man es während des ganzen Sommers aufführen könnte, wie die Tellspiele in Interlaken auch.

Kampf gegen zu viel Verkehr?

Dienstag, den 16. August 2011 um 14:00

 

Nicht einmal das Stuttgarter Grossbürgertum hat es geschafft, das Projekt „Stuttgart 21“ abzubremsen. Immerhin erzielten die schwäbischen Grossbürger in ihrem Protest erhebliche Kurzzeit-Erfolge bis hin zu Heiner Geisslers Vermittlung, die letztlich nichts brachte. Dem Ausbau des Flughafens München, dem südlichen Drehkreuz der Deutschen Lufthansa, stellen sich nur einige kleinere Gemeinden in den Weg mit einer Bevölkerung, die des Wortes kaum mächtig ist. Und in Zürich?

Der Flughafen Zürich-Kloten, zu 70% von der Deutschen Lufthansa, deren Tochter Swiss und Air Berlin bewirtschaftet, wo die Schweizer nur noch die Hausmeisterdienste versehen dürfen, ist das südwestliche Drehkreuz der Deutschen Lufthansa, wo Umsteigepassagiere und Cargogut das Geschäft bestimmen. Die Airlines aus Deutschland wollen noch mehr Verkehr nach Zürich bringen, die Badenser nördlich des Rheins, die kaum unter Lärm leiden, wollen noch mehr Flugbewegungen auf die Schweiz übertragen. Im Süden und Osten des Flughafens Zürich ist es ebenfalls nicht das Zürcher Grossbürgertum, das protestiert, denn dieses verdient, auf die eine oder andere Art Geld mit den Flügen, sondern der Mittelstand in älteren Häusern, Eigentums- und Mietwohnungen. Deren Protest wird überrannt, resp. in Grund und Boden geflogen werden.

Wen soll ich wählen?

Dienstag, den 16. August 2011 um 12:35

Wenn ich Aargauer wäre, sollte ich vielleicht Jonas Fricker, den NR-Kandidaten der Grünen, wählen. Er sagt von sich: „Ich fliege mit meiner Frau zu deren Kongressen und kümmere mich dann um unsere Tochter Svenja, die noch Muttermilch braucht.“ Herzig, wie er dann in den Kongresspausen die Tochter zur Mutter trägt. Solche Väter brauchen wir. Oder vielleicht doch den SP-Vizepräsidenten Schweiz Cédric Wermuth, der mindestens die 1. Klasse in den SBB-Zügen abschaffen möchte, lieber noch die 2. Klasse. Ganz offensichtlich will der sich lässig gebende Jungparlamentarier sich am liebsten in der 1. Klasse aufhalten, die er dann mit einem vom Steuerzahler finanzierten GA benutzen darf.

Obszönitäten

Dienstag, den 16. August 2011 um 11:50

Ja, Micheline Calmy-Rey war auch dort, im Lager Dadaab , das man gesehen haben muss, um als gebildeter Bürger zu gelten. Derweil weigert sich das Schweizer Volk, für die hungernden Afrikaner viel zu spenden, zumal der Mitarbeiter eines Hilfswerks gerade sagte, ein Drittel der Spendengelder müsse man für Bestechungsgelder vor Ort ausgeben, um überhaupt spenden zu dürfen. Nach Micheline Calmy-Rey kam Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten. Ihre Fotos, in Nahaufnahme mit hungernden Frauen, waren wesentlich besser und berührender als die von Calmy-Rey, zumal die Biden die hungernden Frauen auch berührte, was unsere Genferin offensichtlich vermied.

Die Odenwaldschule, ein Gral linker Bildungspolitiker, ist jetzt auch enttarnt. Oberflächlich betrachtet war es eine liberale Schule. Dort wurde gesoffen, gekifft, geraucht und gevögelt, wie es heisst. „In Wirklichkeit war es eine totalitäre Schule, in der Macht und Gewalt sich im Gewand der Freiheit tarnten“, kommentieren die Fachleute.

Der Aufbau der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland war der US-Regierung unter John F. Kennedy offensichtlich vorzeitig bewusst; sicher auch Konrad Adenauer, ihrem rheinischen Adlaten, der den Bundeskanzler spielen durfte. Nur die nichtwissenden Deutschen durften empört tun, während die Wissenden müde gähnten.

Haben wir „Afrika“ bald in Westeuropa?

Dienstag, den 16. August 2011 um 10:30

Der Aufstand in Tottenham, wo das „Volk“ wie Vandalen wütete und dann auch die Geschäfte ausraubte, bestätigt, dass wir auch bei uns ein Prekariat haben, ganz wie in Nordafrika und im Nahen Osten, das diesen Staat abschaffen möchte. Im normalerweise ruhigen Sardinien laufen die Kleinunternehmer Amok gegen die staatlichen Inkassobüros. Wer nicht innert 60 Tagen zahlt, wird von diesen gnadenlos betrieben. Sogar in der Schweiz betragen die Mahngebühren unterdessen bis Fr. 100.–, dazu Inkasso- und Betreibungskosten. Die relativ stabilen Zeiten, wo man auf Wachstum hoffen konnte, scheinen für viele vorbei zu sein. Der Kampf um das Sozialprodukt ist voll ausgebrochen. Entweder erhalten wir eine „Ökonomie 3.0“, wie sie vom St. Galler Unternehmer Oliver Fiechter ausgearbeitet wurde, oder wir haben bald Bürgerkrieg in Europa.

 
     
     
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