Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 15. August 2011

Wer ist der Schweizer Teufel?

Montag, den 15. August 2011 um 17:10

Wie Erwin Teufel seiner Partei, der CDU, die Leviten gelesen hat, ist meisterlich. Wer ist der Schweizer Teufel? Wer liest Fulvio Pelli die Leviten, der die FDP Schweiz retten wollte und sie nun in neue Tiefen stürzt? Wer ist der Schweizer Teufel, der die CVP auf eine Linie bringt, die Zukunft heisst? Wer ist der Schweizer Teufel, der Christoph Blocher zur Raison bringt, der aus wahltaktischen Gründen die Schweizer Wirtschaft lahm legen will. Wer ist der Schweizer Teufel, der Christian Lévrat beibringt, was eine SP zu leisten hat?

Wir haben in der Schweiz keine Teufel. Wir haben nur immer schwächere politische Generationen, die von ihren „alten Herren“ gedeckt werden. Das ist traurig und falsch.

Deutsche mögen Schweizer Tatort nicht

Montag, den 15. August 2011 um 16:51

Schade eigentlich, dass Stefan Gubser als neuer Tatort-Kommissar bei den deutschen Nachbarn nicht ankommt. Ein super sympathischer Typ und ein Charakterkopf. Aber offenbar hat der Cutter etwas zu stark in die Tasten gegriffen, dass die spannenden Szenen rausgeflogen sind. Natürlich ist der Drehort Luzern gänzlich uninteressant für die Deutschen. Krimis wie Alarm für Cobra 11 und wie sie alle heissen, spielen in grossen deutschen Städten mit etwas düsterem Umfeld. Luzern hingegen ist der perfekte Märchenschauplatz für die Japaner oder Inder. Hätte man den Film in Japan oder Indien gezeigt, hätte vermutlich ein Teil der Bevölkerung die Gegend wieder erkannt. Für die Deutschen sind wir Schweizer, abgesehen vom grossartigen Emil, Bruno Ganz oder Maximilian Schell, ziemlich unattraktiv. Wir wirken offenbar wie das kleine Bergparadies das nicht nur aus Milch, sondern auch aus Film-Geschichten Käse macht. OK, Marc Foster ist unser Star gewesen aber seien wir ehrlich – sein Bond-Film war alles andere als berauschend, wenn man die anderen gesehen hat.

Fidel Stöhlker

Was heisst Schuldenkrise?

Montag, den 15. August 2011 um 11:00

Betrachten wir die US-Regierung einmal als eine Grossfamilie. Dann würde diese, bei Ausgaben von USD 75 000.—p.a., USD 58 000.—p.a. verdienen. Ausserdem hat diese Familie Kreditkartenschulden von USD 327 000.–. Die „grossen“ Einsparungen, welche man sich seitens der Regierung vorgenommen hat, würden die Ausgaben auf USD 72 000.—p.a. reduzieren. Dies sind, gemäss Bloomberg, die Proportionen des nationalen Budgets bezogen auf die Staatsverschuldung.

Der Sturzflug des Zürcher Freisinns

Montag, den 15. August 2011 um 10:46

Sogar die „Neue Zürcher Zeitung“, einst das Vorzeigeblatt der FDP, gibt jetzt zu: „Der fulminante Aufstieg der Zürcher SVP…ging einher mit dem Sturzflug des einstmals dominierenden Wirtschaftsfreisinns.“ Die NZZ erwartet am 23.Oktober Verluste bei den bürgerlichen Mandaten und Zugewinne bei den Jungparteien. FDP-Fraktionschefin Gabi Huber wollte ihrem Parteischiff Schub geben mit einem nationalen „Anti-Bürokratie-Gipfel“, der allerdings mangels Interesse ins Wasser fiel. Wer die kantonale und nationale Bürokratie der Verwaltungen angreift, muss zum Äussersten entschlossen sein, wie soeben Silvio Berlusconi in Italien gezeigt hat. Als Partei verliert man die Stimmen der sich bedroht fühlenden Beamten und Verwaltungsangestellten.

Schweizer Landwirtschaft im Kreuzfeuer

Montag, den 15. August 2011 um 10:10

Die Importeure von Waren und Dienstleistungen in die Schweiz verteidigen sich: „Was im Konsumbereich tatsächlich massiv teurer ist als im Ausland, das sind die Landwirtschaftsprodukte.“ An der Ostschweizer Bauernlandsgemeinde, die soeben in Dreibrunnen/SG stattgefunden hat, sagten die Bauern: „Wir verdienen immer schlechter. Die Grossabnehmer schöpfen am meisten ab.“ Gemeint waren Migros, Coop, Emmi, Landi, Nestlé, Unilever und viele andere.

Es sind vor allem die kleineren Bauern, jene mit Betrieben bis zu 20 Hektaren, die sich finanziell immer mehr an Rand gedrängt fühlen. Die zur Diskussion stehende neue Agrarordnung 2014-17 wird den Trend „Weg von der Landwirtschaft – hin zur Landschaftsgärtnerei“ noch verstärken. Gerade die traditionellen Familienbetriebe sind damit nicht einverstanden. Sie widersetzen sich, mit knappen Mitteln, dem Wunsch der Parteien und des Bundesrats, durch Grösse rentabler zu wirtschaften. Seit Doris Leuthard, die CVP-Bundesrätin, mehr auf den Freihandel als auf die Bauern setzt, ist Feuer im Dach.

Einzig die SVP steht zu den Wünschen der Bauern. SVP-Nationalrat Oskar Freysinger sagt: „Die Bauern werden die SVP unterstützen. Wenn sie uns nämlich nicht mehr haben, sind sie geliefert. Ich zum Beispiel habe, seitdem ich in Bern bin, nicht ein einziges Mal gegen die Interessen der Bauern gestimmt, weil mir sehr viel an der Ernährungssouveränität liegt.“

Ganz besonders unter Druck stehen die Bergbauern, vor allem auch solche, die Schafe halten. Sie werden von Marion Theus, der Präsidentin des Wildtier-Schutzvereins, mit Klagen bedroht, sie würden den Tierschutz verletzen, wenn sie sich keine Schutzhunde zulegen. Der Herdenschutzbeauftragte im Kanton Bern, Ueli Pfister, ist selbst Züchter von Hirtenschutzhunden. Er gibt zu, dass es viel zu wenig ausgebildete Hirten gibt, um dem Gesetz genüge tun zu können. Werden die Schutzhunde gegenüber Wanderern einmal wild, wie im Lötschental geschehen, sagt Reinhard Schnidrig, zuständiger Sektionschef: „Dieser Hund hat seine Herde etwas vehement verteidigt.“

Das ist weder die Sprache der Bauern noch der kantonalen Touristiker,  die sich in der Schweiz über 30 Wölfen gegenüber sehen, die sich demnächst zu Wolfs-Jagdgruppen zusammen schliessen werden. Derzeit stehen dem BAFU p.a. Fr. 850 000.—zur Finanzierung von Wolfsschäden zur Verfügung; kommen die Rudel, wird es ein mehrfaches davon werden.

Reinhard Schnidrig sagt, während im Wallis der Widerstand gegen den Wolf weiterhin gross sei, verlaufe die Einführung der Schutzhundpraxis in den Kantonen nördlich der Alpen besser. Dem widerspricht Marion Theus, die Präsidentin der Wildtierschützer: „Die Berner sind beratungsresistent.“

Es ist ein Jammer, dass niemand wirklich weiss, wie es den Bauern im Land geht. Den Grossbauern geht es meist besser als den kleinen, den „Immobilien-Bauern“, die ihre Grundstücke zu Bauzwecken verkaufen, fliessen Millionen zu. Der echte Schweizer Kleinbauer ist zum Halbgefangenen der Schweizer Politik geworden; er wird finanziell mit der Tröpfchenmethode noternährt, sodass die Widerstands- und Fluchtreflexe unter den Jungbauern gefördert werden. Die Trägsten lassen sich vom Staat bezuschussen, die Ehrgeizigsten werden Bankier, Anwalt oder Arzt. Schon in gut zehn Jahren wird die jetzige Generation der kampfbereiten Altbauern, die noch die früheren guten Jahre vor einer Generation kannten, die Gabel aus der Hand gegeben haben.

Unfreundliche Zürcher Polizisten an der Streetparade

Montag, den 15. August 2011 um 9:17

Endlich durfte ich es für einmal selber erleben, wie hilfsbereit die Zürcher Stadtpolizei ist. Sie sind unfreundlich und überfordert. Ich hatte am Samstagabend Pech, denn kurz bevor ich am See die Schuhe wieder anziehen wollte, trat ich versehentlich in eine Glasscherbe. Das Ding steckte in meiner Ferse und mein Bekannter half mir, ein Taxi zu suchen. Als wir dann auf der Seestrasse eines fanden, das jedoch von zwei übermotivierten jüngeren Polizisten angehalten wurde, half dies auch nichts. Wir baten den Taxifahrer uns zu fahren aber die beiden Polizisten wollten den Mann lieber zurecht weisen und schickten uns kaltschnäuzig weg. Ich könne ja zur nächsten Sanitätsstation gehen. Wo die sei? Irgendwo beim Bellevue. Ich sagte, ich könne schlecht laufen mit einer Scherbe im Fuss. Es war ihnen egal und sie schickten uns weg. Dann las ich in der Zeitung von dem Bündner der von der Polizei geschlagen wurde. Unglaublich! Wieso zahlen wir Bürger für diese Laien eigentlich Steuern? Wenn man sie mal braucht, helfen sie nicht? Mehr Polizisten für die Stadt Zürich. Das ist reine Geldverschwendung. Ich finde, die jüngeren Zürcher Stadtpolizisten sollten besser in den Nachhilfeunterricht, wie man mit Bürgern in solchen Situationen umgehen soll. Der Kommandant kann das offenbar nicht.

Fidel Stöhlker

Sind wir das Land der Glücklichen?

Montag, den 15. August 2011 um 9:05

Unsere Bundesräte predigen mit stolz geschwellter Brust, wir seien das Land der Glücklichen, ganz im Gegensatz zu den unglücklichen EU-Europäern, von anderen Völkern nicht zu sprechen. Was stimmt?

– Der Staat hat mit 39 % des BIP eine relativ geringe Schuldenquote, aber einschliesslich der Verpflichtungen werden es auch gegen 80 % des BIP sein. Prof. Walter Wittmann weiss dies sicher besser.

– Unsere Arbeitslosigkeit liegt bei 3 %, aber dazu kommen knapp 4 %, die Sozialhilfe erhalten und weitere 4 % mit dem Recht auf eine Invalidenversicherung. Das macht total runde 10 % der Bevölkerung, die oft leistungswillig sind, aber ohne Fähigkeitsausweise.

Wie Bundesräte den Bürger abwimmeln…

Montag, den 15. August 2011 um 7:50

Viele Schweizer haben (noch) die Eigenschaft, sich aktiv in politische Sachthemen aus ihrer Sicht einzumischen. Sie schreiben deshalb mit Begeisterung Briefe an „ihre“ Bundesräte, denen sie vertrauen. Wie werden Bundesräte mit derlei politischen Aktivisten fertig?

Ein Beispiel aus der Zeit, als Dr. Christoph Blocher noch Bundesrat war:

Sehr geehrter….

Für Ihre Zuschrift vom … danke ich Ihnen. Ihre Ausführungen und Fragen habe ich mit Interesse zur Kenntnis genommen, hoffe aber auf Ihr Verständnis, wenn ich keine detaillierte Antwort darauf gebe. Wo möglich, werde ich Ihr Anliegen in meine Antwort einfliessen lassen.

Sie können sicher sein, dass ich mich in meinem Amt als Bundesrat mit aller Kraft zum Wohl unseres Landes und seiner Einwohnerinnen und Einwohner einsetze. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und grüsse Sie freundlich. Christoph Blocher.

Das ist natürlich eine Null-Antwort; die Anfrage, wie viele andere auch, wurde nicht ernst genommen. Merke: Wer Bundesräten schreibt, ist selber daran schuld.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog