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Tagesarchiv für 12. August 2011

Was löste den Untergang der FDP aus?

Freitag, den 12. August 2011 um 16:30

Nur die Spitze der FDP Schweiz, vor allem der charmante, aber sonst wirkungslose Tessiner Fulvio Pelli, will nicht begreifen, dass der Freisinn ziemlich am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Alle anderen rätseln, was den Untergang der FDP Schweiz ausgelöst hat. Die wichtigsten Argumente, welche vorgebracht werden, seien hier angeführt:

–         Der Untergang der Swissair und der „alten“ UBS.

–         Der Sturz von Bundesrätin Elisabeth Kopp

–         Der Entscheid der FDP-Delegierten vom 17. Oktober 1992, dem EWR beitreten zu wollen.

–         Die Teilübernahme der Liberalen Partei, die seither von der Bühne verschwunden ist.

–         Eine ästhetisch falsche Kommunikationspraxis der Partei, die sich in der Auflösung des alten, soliden Parteilogos ausdrückt.

Das sind externe Ursachen und interne Gründe, die auf zwei Faktoren beruhen: Die Parteipräsidenten seit Franz Steinegger haben zu wenig in die Erhaltung und Stärkung der Parteiorganisation investiert. Dies gab der SVP die Chance, sich national zur stärksten Wirtschaftspartei aufzubauen. Die FDP wurde seit Franz Steinegger zu einer „Pendel-Partei“, die kaum mehr ein eigenes Programm aufbaute, sondern Mehrheiten suchte.

Nach Franz Steinegger als Parteipräsident gab es ein Interregnum von unfähigen und scheiternden Parteipräsidenten, darunter eine Frau. Fulvio Pelli, dem fälschlicherweise nachgesagt wurde, er sei im Tessin sehr erfolgreich gewesen, übernahm die Aufgabe, immer den Bundesrat im Blick. Das gab der Partei den Todesstoss. Enorm belastend waren die „linken“ Zürcher Freisinnigen, die eine „Koalition der Vernunft“ gegen die SVP betrieben.

Jetzt sitzt die FDP in der Falle. Nur die Zusammenarbeit mit der SVP kann sie retten, dann als politischer Wurmfortsatz der Volkspartei, die einmal die gleiche Rolle bei der FDP spielen musste.

Oh Bern

Freitag, den 12. August 2011 um 15:50

Der Kanton Bern wird pro Jahr mit über einer Milliarde Franken von den reichen Schweizer Kantonen finanziert, darunter auch das ehemalige Berner Untertanenland, die Waadt. Wenn sich die Berner Offiziersgesellschaft trifft, wird nicht die Schweizer Nationalhymne gesungen, sondern der „Berner Marsch“gespielt. Wie die Berner kämpfen, zeigt die letzte grosse Schlacht, 1798 am Grauholz gegen die anrückenden Franzosen. Während die bernischen Truppen kämpften, lag in der Stadt die bereits unterschriebene Kapitulation bereit. Der Kampf des Generals von Erlach gilt seither als „unglücklich“.

Der alltägliche Wahnsinn

Freitag, den 12. August 2011 um 15:45

Wer heute Staaten führen will, muss wahnsinnig sein. Schon George D. Roosevelt, der eine gewaltige Krise meistern musste, war ein Psychopath. Sir Winston Churchill war ein gewaltiger Alkoholiker aber ebenso „highly performing“. Hosni Mubarak liegt jetzt im Hühnerkäfig vor Gericht; seine Freunde aus dem Westen haben das nicht verhindern wollen. Helmut Kohl wurde von Frau und Söhnen verlassen; um Deutschland und Europa zu einigen? Die beiden Bush’s, Vater und Sohn, sind bisher gut davon gekommen. Sie haben die irrsten Kriege der jüngeren Zeit angezettelt. Wer wird sie anklagen?

Die grössten US-Konzerne könnten ihr eigenes Land spielend sanieren, wenn sie nur wollten. Die Schweiz wird von ihrem eigenen Volk noch getragen – und finanziert. Die reichen Ausländer in der Schweiz leben als Rentiers im Land, mehr Schmarotzer als Leistungsträger.

Luzerner und Londoner Nächte

Freitag, den 12. August 2011 um 14:55

Am KKL feiert man mit Claudio Abbado die „Nacht“; Brahms und Mahler bringen das effimierte Publikum zum Schwelgen. Das Thema ist gut gewählt, zieht in Europa nach Meinung vieler Menschen doch gerade die „wirtschaftliche Nacht“ ein. Die meisten Festivalbesucher, soweit es keine Horter von Realgold sind, dürften in den letzten Wochen an der Börse ärmer geworden sein. Während Luzern in spätsommerlichen Nächten träumt, sind die Nächte in London von Flammen aufständischer Armer beleuchtet, die von der Polizei Ihrer Majestät in ihre Verliese zurück getrieben werden. Wir haben weiterhin die Chance, Traumland der Welt zu bleiben.

Merkwürdige Bilanz des Rüstungschefs

Freitag, den 12. August 2011 um 12:05

Die Schweizer Armee hat in Gesellschaft und Wirtschaft an Stellenwert verloren, bilanziert ex Rüstungschef Jakob Baumann die letzten 25 Jahre. Die ausländischen Führungskräfte in den grossen Unternehmen der Schweiz würden das Miliz-System nicht verstehen (Anm.: und daher keine Kader mehr abstellen). Doch für viele KMU sei die Armee noch von Bedeutung.

Diese Aussagen machen den totale Bankrott der nationalen Militärpolitik in der letzten Generation deutlich. Die Armee hat den Kontakt zur Wirklichkeit seit Jahren verloren, das wollte uns keine Partei und kein Bundesrat wissen lassen. Noch gut ein Drittel der Schweizer glauben an die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz durch ihre Milizarmee; wahrscheinlich sind es die Älteren.

VBS-Chef Ueli Maurer will die Artillerieabteilungen einschränken. Das Ausland sei uns überlegen „in Reichweite und Wirkung, sowie der Aufklärung mit Radar und Drohnen.“

Weil die ebenso überlegene wie derzeit nicht vorhandene Bedrohung von aussen den Aufwand von Fr. 4-5 Milliarden p.a. kaum rechtfertigt, ist in die „allumfassende nationale Sicherheitsstrategie“ jetzt auch die „Bewältigung der Alltagsgewalt“ aufgenommen worden. Wer lacht? Die Bevölkerung soll deshalb mit  „mehr PR eingebunden werden“, wie uns Laura Crespo vom Führungsstab der Armee mitteilt. Jomini, hilf!

Das Schawinski-Gen

Freitag, den 12. August 2011 um 11:07

 

Er vergleicht sich mit Günter Jauch von der ARD und will seinem SRG-Chef und Freund Roger de Weck demnächst „auf den Zahn fühlen“, sagt Roger Schawinski, der gleich abwiegelt, „meine ersten Sendungen auf SF 1 werden nicht die besten sein“. Da er auf seinem wenig erfolgreichen Privatradio 1 es auch nur zu einer Neuauflage von Radio 24 gebracht hat, dürfen wir die Erwartungen tief ansetzen. Schawinski will „die wichtigsten Leute des Landes interviewen“ und sich „nicht domestizieren lassen“, sondern weiterhin „eine Sonderrolle spielen“, wie er auf persönlich.com sagt. Letzteres glauben wir ihm.

Markus Gilli von „TeleZürich“ ist über diese Entwicklung keineswegs erfreut; als alter Fuchs wartet er jetzt erst einmal ab, was sein früherer Chef wirklich zu bieten vermag. Ein Zweikampf der beiden Ausnahme-Talker wäre für die Zuschauer durchaus erspriesslich. Roger Köppel als Schiedsrichter wird sich die Chance nicht nehmen lassen, als Dritter im Bunde das letzte Wort zu haben. Auf der rechten Medienflanke stürmt dann noch Filippo Leutenegger heran, der mit seiner „Filippos Arena“ allen den wahren Meister zeigen will. Wahrlich, wer will dann noch die Politiker sehen?

Mein erster Marremano Abruzzese

Freitag, den 12. August 2011 um 8:05

Zuerst war nur das kräftige Bellen, dann tauchte ein weisser Hundeschädel über mir auf, worauf ein schafsgrosser weisser Hund folgte: Mein erster Marremano  Abbruzese. Jetzt, wo die Wanderer wieder auf die Alpen stürmen, ist es angebracht, in dieser Situation keinen Fehler zu machen. Das heisst: stehen bleiben (nicht weiterlaufen und mit dem Stock wedeln, nicht anbrüllen, wie bei Haifischen empfohlen), dann langsam weitergehen; immer wieder stehen bleiben bis der Schutzhund begreift, dass wir keine Angreifer sind. Die Empfehlung des Schafhalters, die Weide weitläufig zu umgehen, ist meist nicht einlösbar, weil kleinere Schluchten und Kletterfelsen dies verhindern. Ungemütlich war die Erstbegegnung dennoch. Ich bleibe dabei: Schiesst die Wölfe ab, sie haben im „City State Switzerland“ nichts mehr verloren.

 
     
     
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