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Tagesarchiv für 11. August 2011

Viele, wer ist das?

Donnerstag, den 11. August 2011 um 16:20

Häufig sagen Menschen, die es nicht besser wissen, darunter auch Journalisten: „Viele Menschen sagen …..“ Heiner Geissler, der Schlichter aus Gleisweiler, fragte zurück: „Viele Menschen, wer ist das?“ Dann heisst es: „Die Zuhörer, die Zuschauer, einige im Saal.“ Es zeigt sich, derlei macht keinen Sinn. Auch werden mir Meinungsumfragen immer unwichtiger. Ganz kluge Menschen beteiligen sich nicht an Umfragen, kluge Menschen sagen ohnehin nicht, was sie denken, und die einfachen Menschen liegen meist falsch. Viele, was ist das? In schwierigen Zeiten zählt das richtige Urteil, nicht das der vielen.

Ist die Situation dramatisch?

Donnerstag, den 11. August 2011 um 16:09

Das seco, die Nationalbank, Bundesrat Schneider-Ammann, alle sprechen von einer dramatischen Situation, in welcher wir uns befinden. Ist das wirklich so? Die meisten Schweizer Firmen, allen voran die gut geführten, melden ausgezeichnete Zahlen. Manche haben etwas weniger Gewinn als im Vorjahr, aber dies ist im allgemeinen wenig bedeutend.

Angst vor der Arbeitslosigkeit? Wir haben eine der niedrigsten Arbeitslosenraten in ganz Europa. Wenn es ab September zu Entlassungen kommt, wird die Welt nicht untergehen.

Ich finde, unsere politische und Wirtschaftselite, die meisten Medien mit eingeschlossen, dramatisieren die Situation übermässig. Italien, Spanien, Frankreich, England, Ungarn und Polen, dort ist die Lage dramatisch; aber bei uns? Führung heisst zuerst einmal Ruhe herstellen, Sicherheit vermitteln. Wer laufend den Teufel an die Wand malt, ist kein Schweizer „leader“. No panics, please.

Drei absolute Freaks

Donnerstag, den 11. August 2011 um 13:05

Anshu Jain, geboren in einem indischen Volksstamm, wo alle Jain heissen, ist nun der stärkste Mann der Deutsche Bank AG, der Bank, die einmal Deutschland repräsentierte, die deutsche Intellektuelle an der Spitze hatte. Jain ist die indische Variante eines Zwinglianers. Er hat jene Milliarden im Investment Banking verdient, die „Joe“ Ackermann zu einem Starbanker machten.

Dann Sergio („Pullover“) Marchionne, Italo-Kanadier, der im Begriff ist, den FIAT-Konzern wieder zu einer Weltmarke zu machen. Wohnhaft im Kanton Zug, eine Art Zahlen-Mönch, der ein Konzern-Optimierungs-Gen in sich trägt. Wann immer ich ihn erlebte, wirkte er mehr wie ein „entspannter Roboter“ denn als Mensch auf mich.

Der grösste von allen: Ferdinand Piech, der im Begriff ist, Toyota zu schlagen und den weltgrössten Autokonzern zu bauen. Ein Mann „mit Benzin im Blut“, worauf er stolz ist, unzähligen Frauen und noch mehr Kindern. Dieser Napoleon der Automobilindustrie hat viele reich und (als Kunden) glücklich gemacht. Ein Freak, wie die beiden anderen auch.

Ticinowood,ein schwer erkämpfter Erfolg

Donnerstag, den 11. August 2011 um 9:30

In Berlin, wo er den gleichen Film wie an den Festspielen in Lugano vorstellte, lächelte Daniel Craig wieder, während Harrison Ford die gleiche schlechte Laune spazieren führte, wie wir dies im Tessin erleben durften. Wie gab man sich heuer Mühe, die Filmfestspiele hoch zu lächeln, sich zu umarmen und gegenseitig zu bejubeln! Es musste ein Sieg werden. Der Film der beiden Cowboys, „Cowboys & Aliens“ ist derweil an den Kassen ein totaler Misserfolg. Dem bisher grössten Filmfestival der Schweiz sind die Zürcher auf den Fersen und die Luzerner wollen jetzt auch ihr eigenes Festival. Derweil sind die Kinosäle leer, Schweizer Filme spielen kaum etwas ein, aber etwas „Ticinowood“ tut gut.

Neues von Martin („Lore“) Suter

Donnerstag, den 11. August 2011 um 8:10

Früher hatten wir „Lore“-Romane, billige Groschenheftchen, die alleinstehenden Frauen und gelangweilten Müttern vom Leben der Reichen und Schönen erzählten, geeignet auch als „Einführung“ von Teenagers unterer Bildungsgrade „in die grosse, weite Welt“.

Per Zufall stolperte ich über Martin Suters „Allmend und die Libellen“, woraus sofort wieder der Duktus der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erkennbar wurde. Ist die Schweizer Literatur jetzt endgültig auf das Niveau solcher Kitschliteratur abgesunken? Milena Moser war schon eine Grenzüberschreitung; Zoe Jenny nicht weniger. Da wir keine „Nationalbank der Schweizer Literatur“ haben, ist ein weiteres Absinken des Niveaus anzunehmen.

Das Wichtigste: Messlatten setzen

Donnerstag, den 11. August 2011 um 7:55

Nehmen wir das aktuelle Beispiel des Filmfestivals Locarno: Präsident und Direktor umarmen sich, erstmals wieder werden (mindestens das) teure Altstars eingeflogen, damit die Rentner nicht alleine auf der „Grande Piazza“ sitzen, sondern ihre Lieblinge von früher bewundern dürfen. Ein echter Spielberg-Film kommt zur Aufführung. Alles paletti? Das NZZ-Feuilleton gibt „Super 8“ nur drei von fünf möglichen Sternen. Solche Messlatten, wenn auch nur 20 Zeilen gegen den allgemeinen Locarno-Rummel, sind mehr wert als alle Star-Publicity. Medien müssen Messlatten setzen, dann sind sie ihr Geld wert.

 
     
     
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