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Tagesarchiv für 9. August 2011

Besuch bei armen Jugendlichen

Dienstag, den 9. August 2011 um 17:25

Es macht sich sehr gut, wenn unsere Bundrätin Micheline Calmy-Rey mit toller neuer Deckel-Frisur, wie andere Spitzenpolitiker auch, die Lager der verarmten Jugendlichen in Afrika besucht. Kein Schweizer Politiker hat es bisher gewagt, die verarmten spanischen Jugendlichen an der Puerta del Sol in Madrid zu besuchen. Wenn in wenigen Tagen Papst Benedikt XVI. in Begleitung höchster Würdenträger dort den Weltjugendtag eröffnet, hat er auch keine Chance, mit den armen Christenseelen zu sprechen, da die spanische Polizei das Zeltdorf gnadenlos demontiert. Die in Madrid mit anwesenden vier (!) Schweizer Bischöfe werden wohl auch mehr Seine Heiligkeit bestaunen als die jungen Arbeitslosen.

Sieger im Oktober: Die alte Bildsprache

Dienstag, den 9. August 2011 um 14:14

Wenn Gesellschaften im Umbruch zu alten Bildsprachen tendieren, wird die SVP die Wahlen vom 23. Oktober gewinnen. Sie appelliert konsequent an die alte Schweiz, das Einfache und gegen das Neue. Und die anderen?

– Die CVP hat keine erkennbare Linie entwickelt. Sie pendelt zwischen Herkunft und Revolte (Atomenergie-Wende).Parteipräsident Christophe Darbellay bleibt zurückhaltend, Bundesrätin Doris Leithard hat sich zurück genommen. Es könnte reichen.

– Die FDP wurde unter Fulvio Pelli im falschen Augenblick modernisiert. Weder das Parteilogo noch der Drei-Tage-Bart des Parteivorsitzenden lösen bei Wählern Vertrauen aus, die ganz einfach Angst vor der Zukunft haben.

– Die SP schwebt im Nirgendwo, hat das Alte verloren und Neues nicht aufgebaut. Die alten Herren Hubacher/Bodenmann würden heute wahrscheinlich immer noch besser gewählt als aktuelle Parteivorstand.

– Die Grünen schweben ganz im Alten, die Grünliberalen auch. Sie sagen einfach nichts; dies wirkt auf die potentiellen Wähler beruhigend.

Das Volk der Schweiz, zwischen Globalisierung und Heimat fast zerrissen, wird im Herbst die Sicherheit wählen. Also konservativ.

Zinsen? Für wen?

Dienstag, den 9. August 2011 um 13:25

Die Aufwertung des Frankens ist in erster Linie die Konsequenz von Fluchtgeldern, die ungehindert in die Schweiz strömen. Die Absender wollen Sicherheit für ihr Geld; Zinsen sind Nebensache. Weshalb sollen die Banken Schweizer Anlegern hohe Zinsen bezahlen, wenn sie das Geld von Ausländern gratis erhalten?

Was die Swiss darf, gilt nicht für alle

Dienstag, den 9. August 2011 um 8:42

Jeder Bürger des Kantons Zürich erhält von der sehr rentablen Lufthansa-Tochtergesellschaft Swiss ein Stück Schokolade, wenn er bestätigt, dass Fluglärm eine Notwendigkeit ist. Gesammelt werden diese Beiträge von den Animatoren der Swiss, die in einem nostalgischen VW-Bus ebenfalls deutscher Herkunft bis zum 26.November durch die Gemeinden des Kantons Zürich tingeln. Erstes Ergebnis: Je weiter vom Flughafen entfernt, desto grösser die Zustimmung der Bevölkerung. Genau das ist es, was die Swiss will: Die Zürcher Bevölkerung gegen die Interessen der direkt Betroffenen in Bewegung setzen, wenn am 26.November über die Flughafen-Vorlagen abgestimmt werden soll.

Die Flughafen-Gegner mit Thomas Morf an der Spitze, der deshalb seinen Bankjob aufgeben musste, sind nach Jahren des Kampfes deutlich geschwächt. Die unter dem Anfluglärm leidenden Bewohner, darunter der Schreibende, haben keine echte Vertretung, müssen aber befürchten, bald auch den noch lärmigeren Südabflügen ausgesetzt zu werden. Das ist eine blanke Enteignung durch den deutschen Luftfahrt-Konzern und zudem eine nachweisbare Bedrohung der Gesundheit.

Fraglich ist ohnehin, wieso die Tochter eines ausländischen Konzerns derart ungestört über Monate hinweg im öffentlichen Raum politische Propaganda betreiben darf. Jetzt warte ich nur darauf, dass die französische L’Oréal in eleganten Cabrios durch die Schweiz fährt und ihre Parfums mit dem Slogan anbietet: „Gegen den Gestank in der Schweiz“ oder deutsche VW-Konzern seine Phaetons über die Strassen fahren lässt mit dem Slogan „Sichere Schweiz nur mit einem VW“. Beides wären auch öffentliche Anliegen, die man vertreten könnte. Natürlich dürfte niemand CocaCola hindern, mit tausend Velos die Botschaft zu verkünden „Sicher im Strassenverkehr – nur mit CocaCola“. Als Schweizer UBS-Manager, dessen Bank nur noch „Schweizer Wurzeln“ hat (Konzern-CEO Oswald J. Grübel), würde ich darauf bestehen, mit e-Velos durch alle Kantone fahren zu dürfen und dies mit der Botschaft „Keine neuen Einschränkungen“. Die Swiss tut nämlich nichts anderes als genau dies.

Dürfen ausländische Konzerne, wie die deutsche Lufthansa, die eine sehr rentable Tochter namens Swiss hat, derart ungeniert auf unserem öffentlichen Gebiet für die eigenen Interessen werben? Ich bezweifle es. Bisher hat sich nur die Stadt Wetzikon dem Swiss-Bus verweigert.

Wer keine Türme baut, ist doof

Dienstag, den 9. August 2011 um 7:20

 

Schon kommt in Zürich und Basel der grosse Turmbau in Gang. Wir wagen uns hinauf auf 20-30 Stockwerke, damit uns nicht schwindelt, wenn wir auf Rhein oder Limmat hinab blicken. Ganz anders die Dobeidi und Saudi.  An den 828metrigen Burj Kalifa in Dubai haben wir uns schon gewöhnt. Jetzt will der Wüstenprinz Alwaleed bin Talai in Jidda einen 1000metrigen Turm bauen, ganz bewusst als Zeichen nationaler Stärke.

Jetzt wird es Zeit, dass wir unser Matterhorn, unseren Dom und die ganze Wunderwelt des Wallis zeigen. Wir haben seit 720 Jahren schon mehr Viertausender als die Araber je Tausender haben werden. Bis auf 3 700 Meter hinauf haben wir unsere Spitzen schon besiedelt, während die Araber sich noch unter tausend Metern bewegen.

Wer keine Türme baut, ist doof. Wer welche hat und sie nicht zeigt, ist doofer.

 
     
     
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