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Monatsarchiv für August 2011

Urban ist nicht urbane Intelligenz

Mittwoch, den 31. August 2011 um 16:16

In Basel, Zürich, Bern (ja, Bern auch), in Lausanne und Genf möchte jeder jüngere Mensch urban sein. Das ist eine Lebensform, wo man abends gut essen geht, dann in eine kulturelle Veranstaltung, dann zu einem „late drink“, wo man vielleicht einen überraschenden neuen Partner findet.

Diese Art von Urbanität hat kaum etwas mit urbaner Intelligenz zu tun. Frankreich mag schwach auf der Brust sein, aber die Pariser hatten einen Jean-Paul Sartre und viele andere, die urbane Intelligenz verkörperten. Schweizer, die nach Paris auswanderten, suchten dort den Anschluss.

John le Carré, ein halber Berner, ist ein echt urbaner Europäer. Er klagt über uns Europäer „There were people of fire.“ Meint, Goethe ginge heute auf die Barrikaden. Nicht einmal das NZZ-Feuilleton wagte es, diese jüngste Rede von ihm abzudrucken. Der neue NZZ-VRP mag „a man of fire“ sein, aber ist es auch sein Chefredaktor? Die Schweizer Höflichkeit verbietet uns eine Antwort.

Die Furcht geht um, aus Grossbürgern könnten Kleinbürger geworden sein.

Die Zukunft der Schweiz ist sonnenklar

Mittwoch, den 31. August 2011 um 16:00

Noch 3% aller Schweizer sind Bauern, der neuen Landwirtschaftspolitik bis zum Jahr 2017 folgend bald jene Landschaftsgärtner, die der Filmer Kurt Gloor schon vor 30 Jahren kommen sah und beschrieb.

Jeder vierte Schweizer arbeitet in der Industrie; dieser Teil wird absinken, denn die Produktion ist in Osteuropa und Asien, aber auch in Lateinamerika, definitiv billiger. Und diese Länder werden allmählich stabiler.

Drei von vier Schweizern arbeiten in Dienstleistungsberufen; deren Anteil wird laufend ansteigen. Die Schweiz erlebt, wird sie weiter richtig geführt, ihre Apotheose als globaler Dienstleister der Reichsten der Welt: Villen in den Alpen, Flugplätze zentral und gut ausgebaut, Steuern günstig (oder überhaupt nicht).

Was sich heute nationale Schweiz nennt, wie sie von Christoph Blocher und seinen „Manne und Fraue“ verteidigt wird, kann als folkloristische Einheit noch einige Zeit weiter leben. Wer Hornussen will, soll Hornussen. Wer Jassen will, soll Jassen. Die SRG mit ihren Sendungen liefert das geistige Ritalin, um auch diesen Zustand als befriedigend zu empfinden.

Beat Kappelers Volltreffer

Mittwoch, den 31. August 2011 um 14:53

Wenn der freischaffende Ökonom Beat Kappeler sagt, die Schweiz werde „zu einem metropolitanen Pol der neuen Weltwirtschaft“ hat er einen Volltreffer gelandet. Ja, die Schweiz erlebt jetzt ihre Apotheose aus dem Nationalstaat heraus in einem Mikro-Weltstaat. Am schnellsten geht diese Entwicklung voran in Zug, Lausanne und Genf, aber auch Basel und Zürich machen grosse Fortschritte.

Diesem Metropolstaat Schweiz, der sogar vielen Politikern unheimlich ist, stehen die alten Lokalpolitiken entgegen. Typisch Basel: Eine Weltstadt innerhalb der grossen Basler Konzerne, eine lokalpatriotische Kleinstadt, wenn es um die Politik geht.

Deshalb ist Beat Kappelers neues Buch „Wie die Schweizer Wirtschaft tickt“ bei NZZ libro unbedingt lesenswert.

Die Patchworkfamilie ist ein Flop

Mittwoch, den 31. August 2011 um 14:50

Melanie Mühl hat es gewagt, die Flickenteppich-Familie, elegant „patchwork family“ genannt, an den Pranger zu stellen. Es funktioniert nicht wirklich. Ich nenne es seit langem die „Mexikanisierung“ der Schweizer Familie. Dahinter steckt nur eines: Armut.

Der al Kaida-Wahnsinn geht um

Mittwoch, den 31. August 2011 um 11:35

Ziemlich genau zehn Jahre nach dem Angriff auf die beiden WTC-Türme in NYC ist Osama bin Laden nicht mehr am Leben und seine nahezu unbekannte „Nr. 2“, Allya Abdel-Rahman, auch nicht mehr. Beide sind so ungesehen-unbekannt verschwunden, wie sie einst aufgetaucht sind; immerhin war Osama bin Laden einige Jahre Angestellter der US-Geheimdienste, um die Sowjets zu bekämpfen, bevor er sich selbständig machte, um die US-Amerikaner zu verjagen.

Rätsel über Rätsel:

. Der Mann, der, im Dienste des FBI stehend, vor dem Angriff der al Kaida schon vier Jahre vorher gewarnt hatte, John O’Neill, starb in den Trümmern der beiden Türme. Er war ihr Sicherheitschef.

. Der Mann, der mit O’Neill zusammen das Attentat hätte verhindern können, CIA-Chef Michael Scheuer, fand den Tod O’Neill‘s das Beste am Zusammenbruch der beiden Türme.

. Ob und wer den Angreifern die Türe aufgehalten hatte, will aus verständlichen Gründen bis heute niemand sagen.

. Sicher ist: Wer eine Attentäter-Gruppe „aufbaut“, muss für sie auch einen „Ausgang“ finden; das ist derzeit bei der al Kaida der Fall.

Gemäss der alten Geheimdienstler-Frage: Wem nützt der ganze Vorgang? gibt es nur eine Antwort, der Angriff auf die beiden Türme nützte George W. Bush, der damit den „Krieg gegen den Terror“ auslösen konnte, ganz wie der japanische Überfall auf Pearl  im Jahr 1941 den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ermöglichte.

Wer’s nicht glaubt, frage Michael Morell, der Präsident Bush II. die Botschaft vom Angriff auf die Türme überbrachte und auf dessen Frage, wer es war, antwortete: „I would bet every dollar that I have that it’s al Qaeda.“ Morell führt jetzt den neuen CIA-Chef, General David Petraeus, in sein Amt ein. Merke: Es könnte ja sein, dass der FBI, der Inlandgeheimdienst, von etwas wusste, was der CIA nicht wollte, dass es gewusst wurde.

„Importeure haben nur ein Ziel: die reiche Schweiz zu schröpfen“

Dienstag, den 30. August 2011 um 17:10

Einer spricht Klartext, der Chefapotheker der Oberländer Spitäler im Kanton Bern. Enea Martinelli, BDP-Grossrat, lässt Herzschrittmacher und andere Produkte parallel importieren, um 30 % der Kosten im Schnitt zu sparen. Martinelli sagt öffentlich: „Importeure haben nur ein Ziel, die reiche Schweiz zu schröpfen.“ Nur bei Medikamenten kann er nichts tun, weil das Bundesparlament bei patentgeschützten Produkten den Parallelimport verboten hat. Der selbstbewusste Martinelli ist ein Fachmann; früher diente er alsPräsident des Schweizer Verbandes der Spitalapotheker.

„Schawi-Talk“ sucht weiter seine Linie

Dienstag, den 30. August 2011 um 16:45

Wie der St. Galler Bankier und VRP der NZZ-Gruppe, Dr. Konrad Hummler, den stammelnd vorgebrachten rhetorischen Überfall Dr. Roger Schawinskis in der ersten Sendung „Schawinski-Talk“ im Schweizer Fernsehen mit glänzender Verteidigung souverän überstand, so hatte Peter Spuhler, Gründer und Mehrheitsaktionär der Stadler Gruppe, SVP-Nationalrat und Schawinskis Freund seit vielen Jahren, keine Mühe, dem bei der zweiten Sendung ob der nationalen Kritik wesentlich zurückhaltenderen „Star“-Talker paroli zu bieten. Schawinski blieb ruhiger, war wiederum inhaltlich nicht perfekt vorbereitet, und gab Peter Spuhler so die Chance, alle freundschaftlich vorgetragenen Angriffe souverän zurück zu weisen. Ging es um ihn als Kurzzeit-UBS-VR, reagierte Spuhler: „Leider Gottes nöd gut cho.“ Das „leider Gottes“ musste er mehrfach einsetzen.

Schawinski sucht weiter seine Form; auf seine dritte Sendung muss man nicht mehr neugierig sein.

Das Dölf Ogi-Wunder

Dienstag, den 30. August 2011 um 16:35

Hätte er nicht den Lötschberg-Basistunnel und die neuen Gotthard-Tunnel durchgesetzt, wir müssten uns fragen, ob Dölf Ogi, alt Bundesrat, mehr wäre als eine Paris Hilton der Schweizer Politik. Er hat die EWR-Abstimmung in den Sand gesetzt und als VBS-Chef den Untergang der Schweizer Armee beschleunigt. Jetzt löst er begeisterten Beifall aus, wenn er sagt „Ich habe zurück geschaltet.“ und hinzufügt: „Ich möchte noch auf den Mont Blanc“, als sei dies etwas, wo dort schon Zehntausende waren.

Die Schweizer klammern sich an eine ehrliche Haut, wie „den Ogi“, der als UNO-Sonderbeauftragter für Sport um die Welt fliegen und Fussbälle verteilen durfte. Dass er den Fussball besser gemacht hat, anständiger, das sagt nicht einmal der Kandersteger, der tatsächlich eine grosse Karriere anständig gemeistert hat.

Die Weltökonomen-Pleite in Lindau

Dienstag, den 30. August 2011 um 15:50

Wer wissen wollte, was die Nobelpreisträger für Ökonomie in Lindau dachten, musste eine chilenische Zeitung lesen, wo die Berichterstatterin schrieb: „Das Fazit der Lindauer Tagung ist: Wir haben gewaltige Probleme und brauchen viele Reformen – wir wissen aber nicht, was wir tun müssen oder wie wir es umsetzen.“

Die Weltökonomen („Handelsblatt“: Titanen) sind das schwächste Glied einer globalen Eitelkeits- und Businesskette, dessen Spitzenposition das vom Schweizer Steuerzahler zwangsgeförderte World Economic Forum in Davos ist. Sie bilden seit 40 Jahren einen intellektuellen Vorhang, hinter dem sich ein seit 100 ungekannter Prozess der Bereicherung verbirgt, der sehr wenige begünstigt und sehr viele verarmen lässt.

Die eingeladenen Jungökonomen (denn Starökonomen brauchen Resonanzraum) können auch nicht mehr sagen, als aufgefordert worden zu sein „für eine bessere Welt zu sorgen“ (Stiglitz) oder „eine faszinierende Diskussion mit Christoph Lakner“  geführt zu haben. Derweil steigt die Schuldenlawine weiter an, weshalb ich mich an eine ökonomische Regel halte: „Einer zahlt immer.“

Die falschen Fotos

Dienstag, den 30. August 2011 um 14:50

Was uns aus Tripolis an Fotos erreicht, ist gefälscht. Es sind gestellte Fotos, wo man sieht, wo der Fotograf ein Thema gesucht hat: Ghadhafi als Teppichabstreifer, junge Männer protestierend. Es sind keine echten Fotos aus der Wirklichkeit. Wir dürfen alle neugierig sein, was wirklich ist.

 
     
     
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