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Tagesarchiv für 28. Juni 2011

Neue Dienstleister boomen

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 16:50

Zuerst einmal boomen die Spielcasinos in der Schweiz, von welchen wir mit massgeblicher Unterstützung der CVP demnächst 23 haben werden. Sie verfolgt damit konsequent ihre fortschrittliche Familienpolitik, da die dem Staat zufliessenden Mittel der AHV zu gute kommen. Das Spielcasino Baden ist der derzeitige Star mit Laufzeitbeschränkung, denn im Herbst des kommenden Jahres werden die Zürcher unter Führung eines „Rihs Brothers“ den Badenern zeigen, wie man richtig aufspielt. Die Modernisierung wie Globalisierung der Schweiz erfordert derlei Institutionen, denn nicht nur der Schweizer Geldadel, sondern die vielen reichen Russen, Indonesier und Chinesen, die ohnehin spielfreudig sind, brauchen derartiges Entertainment. Huldrych Zwingli wäre darob bass erstaunt, aber seine Statue steht ohnehin auf der falschen Limmatseite, wo heute die tieferen Einkommen generiert werden.

Niedergang der Schweizer Wirtschaft? Keine Spur. Es wird völlig unterschätzt, was Glencore, Trafigura, Gunvor und vergleichbare Handelsfirmen an Wohlstand schaffen und Steuern bezahlen. Zahlen die Banken heuer vielleicht noch Sfr. 14 Mia. an Steuern (ohne die Grossbanken, die temporär ausfallen), dann halten die Transithändler aus der Schule von Marc Rich mit knapp vier Milliarden an Steuerzahlungen recht gut mit.

Ein Staatsgeheimnis ist es bisher, was die vielen Rückversicherungen aus aller Welt, die aus dem Kanton Zürich einen „Re Hub“ gemacht haben, an Steuern bezahlen. Obwohl gerade die Versicherer perfekte Steuervermeider sind, müsste doch einiges für die Schweiz übrig bleiben.

Was uns die Bankberater nicht sagen

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 15:45

Zwei Beispiele:

  • Die meisten Sparer sind hilflos gegenüber der Tatsache, dass ihnen die Banken praktisch keinen Zins auf ihr Spargeld bezahlen. Die Banken leihen dies zu günstigen Konditionen an den Staat und grosse Unternehmen aus, die sich damit sehr vorteilhaft refinanzieren. Diese gewaltige Geldverschiebung währt schon seit Jahren. Sie stabilisiert den Staat und die grossen Konzerne, bezahlt vom Kleinsparer.
  • Viele Schweizer haben traditionell in USD investiert. Dieser sinkt seit Jahren, damit die Amerikaner ihre hohen Schulden mit billigem Geld refinanzieren können. Die Verluste jener Schweizer, denen Anlagen in USD empfohlen wurden, sind sehr gross. Bankberater sagen, da könne man nichts machen, das sei eben so.

Der Auszug beginnt

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 12:50

Es kommt bei der UBS alleine in der Schweiz zu mehreren hundert Entlassungen, dazu Dutzende von Frühpensionierungen, weil zentrale IT-Dienstleistungen zu einer Drittfirma nach Ungarn ausgelagert werden. Wer als UBS-Mitarbeiter mit seiner IT nicht zu Rande kommt, was in allen Firmen häufig der Fall ist, darf die Hotline nach Budapest benutzen, wo man unsere vier Landessprachen beherrscht (Romantsch!).

Es ist der symbolische Beginn eines Auszugs, der uns noch beschäftigen wird. Landesweit prüfen die Firmen Modelle, wie man dem teuren Franken entfliehen kann, indem man im Ausland einkauft, besser noch, dort auch produziert. Unser Land verliert damit Substanz.

Der UBS-Konzern, wie viele andere auch, macht für seine Bedürfnisse das Richtige. Dutzende von Firmen werden ihm bald folgen. Erst in gut drei Jahren werden wir wissen, was dieser Trend bedeutet.

SP – 4 Tage Woche und mehr Lohn

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 11:12

Warum noch ins Theater gehen, solange wir die SP haben. Jean-Claude Rennwald, SP-Nationalrat, leidet in den Höhen des Jura offenbar an Sauerstoffmangel. Eine akute Unterversorgung des Hirns durch zu wenig Sauerstoff hat nun erste Folgen. So schlägt der Jurassier Clown vor, nur noch 4 Tage zu arbeiten, weil man doch besser in die Badi geht, an solchen Tagen wie diesen. Regelmässige Weiterbildung ist prima aber alle 10 Jahre ein 6 monatiges Sabbatical. Wie ich immer wiederhole: Die SP macht gerne Vorschläge, wie man die Wirtschaft schwächt und gleichzeitig wollen Sie mehr Gehalt und Freizeit. Wenn die SP noch mehr solch interessante Urzeit-Genossen in den Wahlkampf schickt, haben wir Bürger ganz sicher viel zu lachen und die Medien viel zu schreiben.

Fidel Stöhlker

Schläfrige Notariate

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 11:11

Unsere Notariate sind staatlich geschützte Goldgruben, wo viel Geld für einen nicht mehr zeitgemässen Service bezahlt werden muss. Gerade hatte ich wieder das Vergnügen, ein renommiertes Zürcher Notariat im Seefeld anzurufen, wo eine weibliche Stimme auch beim zweiten Anlauf derart verschlafen antwortete, dass ich mir um 09.30 Uhr Gedanken um ihre Gesundheit machte. Nein, der Herr Sekretär sei nicht erreichbar. Ja, er werde zurückrufen. Wann? Vielleicht in einer viertel Stunde. Das klappte dann natürlich auch nicht. Eine simple Übertragung wächst sich zu einem Vertragsmonster aus, das mehrfach hin- und her gesandt werden muss, weil dem Herrn Sekretär noch etwas einfällt. Man meint, im 19. Jahrhundert zu leben, als Stehkragen noch Mode waren.

Bischöfinnen wie Wahlkämpferinnen

Dienstag, den 28. Juni 2011 um 7:50

Die Kirche lebt. Die neue Bischöfin von Hamburg-Lübeck, Kirsten Fehr, hat sich im Wahlkampf gegen ihre Konkurrentin durchgesetzt. Die Siegerin umarmt die unterlegene Petra Bahr, die auch gerne Bischöfin geworden wäre. Das Kirchenparlament hat entschieden, das Volk ist zufrieden. Befinden wir uns noch in einer Kirche oder wo? Die ehrgeizigen Frauen der Reformierten, wer spricht noch von Männern ?, haben die Herrschaft angetreten. Jesus Christus, halleluja.

 
     
     
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