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Tagesarchiv für 27. Juni 2011

Geld, Geiz, Gönner…

Montag, den 27. Juni 2011 um 16:30

Das ist die Reihenfolge, in der sich bedeutende Männer bewegen, die in die Geschichte eingehen. Christoph Merian, ohne dessen Stiftungen Basel nicht den heutigen Glanz hätte, sein Vater, zur Zeit Napoléons ein grosser Spekulant, eine Art March Rich des frühen 19. Jahrhunderts, erzog den jungen Christoph frömmlerisch-geizig. Christoph, wie der berühmte Walliser Kaspar Jodok Stockalper, dessen Schloss heute noch die Stadt Brig bereichert, trieb bei seinen Schuldnern sehr streng jeden Franken ein. Der Walliser liess sich die Wiesen seiner Schuldner überschreiben, woraus die Familie bis in die jüngere Gegenwart grossen Gewinn zog. Der Phase des Geizes folgte die Rolle des Gönners. Oft waren keine Kinder vorhanden; der Weg in die Geschichte war damit offen.

Steuergeld-Verpulverungssysteme

Montag, den 27. Juni 2011 um 16:16

Die Schweiz kann sich neue Kampfflugzeuge nicht leisten, der Nationalrat ist gegen einen Kauf, aber Bundesrat J. Schneider-Ammann will die Maschinen- und Elektronikindustrie fördern, indem er Milliarden für neue (europäische oder amerikanische) Kampfflugzeuge ausgibt. Er rechnet mit Gegengeschäften für unsere Industrie, nach der Auffassung seiner bundesrätlichen Vorgänger (Bericht 2009) eine bisher vergebliche Hoffnung.

Regierungen haben die Eigenart, von ihren Nationalbanken gedrucktes Geld in unmögliche Projekte zu verpulvern: Weltraumfahrt, militärische Aufrüstung (wozu war die Schweizer Armee seit 20 Jahren nützlich ausser zur Senkung der Arbeitslosigkeit?), Unterstützung ausländischer Potentaten via Entwicklungshilfe zur Förderung der Fluchtgeldbewegung.

Das Dutzend neuer Flugzeuge, welche wir uns ohnehin nicht leisten können, macht nur Sinn im NATO-Verbund. Eurofighter und Raffale konnten im Libyenkrieg nun zeigen, was sie vermochten. Dieser täglich 2 Mio. USD kostende Propagandakrieg ist so sinnlos wie der langsam als Misserfolg zu Ende gehende Afghanistankrieg.

Schneider-Ammann sollte besser die von ihm in Gang gesetzten KMU-Initiativen in Bewegung bringen, als Millionen teure Kampfmaschinen über unseren Köpfen kreisen lassen, welche die Umwelt verschmutzen, unnötig Energie verbrauchen und mangels Gegnern eines Tages verrostet wieder aussortiert werden müssen. Es sei denn, die Schweiz wolle sich künftig an Kampfeinsätzen der NATO und der UNO beteiligen, was dem Ehrgeiz mancher hoher Schweizer Militärs gerade recht wäre.

Triumph und Drama

Montag, den 27. Juni 2011 um 9:10

Ein Holländer gewinnt die Tagesetappe in der Tour de Suisse, ein Kolumbianer stürzt sich fast zu Tode. Triumph und Drama sind kennzeichnend für unsere moderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Die Helden der Marktwirtschaft fahren jetzt mit ihren Cabrios an den Seeufern entlang oder über die Pässe: Mercedes, Bentley, Ferrari, Porsche, was das Herz sich wünscht. Die Fürsorgestellen berichten über immer mehr junge Menschen, die in Depressionen verfallen. Triumph und Drama auch bei Kachelmann: Der Wettermoderator gibt Interviews, als sei er ein Ausserirdischer; seine nicht- oder doch vergewaltigte Exfreundin in Schwetzingen, von ihm einst „Göttin“ genannt, feiert Auferstehung im Sommerkleid. Zu Triumph und Drama gehört auch die Komödie.

Sind die Basler Messen noch baslerisch?

Montag, den 27. Juni 2011 um 8:15

Natürlich nicht, denn Baselworld und die ART Basel sind globale Veranstaltungen der A-Schweiz, wo die nationalen B-Schweizer nur noch en passant zugelassen sind. Die „lokalen Befindlichkeiten“ werden immer unwichtiger, denn die „Messe Schweiz“ dient der globalen Wirtschaft, nicht dem Restaurateur in Kleinbasel und nicht der Galerie im Zentrum. Was die Basler an sich so gut finden, das „baslerische“, wird immer provinzieller.

 
     
     
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