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Tagesarchiv für 14. Juni 2011

Schwarzseher contra Weiss-Seher

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 16:48

Wie kommt es, dass der 75jährige hochangesehene Prof. Dr. emerit. Walter Wittmann aus Bad Ragaz die Schweiz als reformunfähig bezeichnet und sie angesichts des „Klumpenrisikos Grossbanken“, dem nicht vollzogenen EU-Beitritt und einem Gesundheitsmarkt, der sich „als Fass ohne Boden“ herausstellt als gefährdet betrachtet? Sein neues Buch „Unabhängige Schweiz?“ (Orell Füssli) wiederholt, erneuert und bestärkt Wittmanns bekannte Thesen.

Weitgehend auf der gleichen Linie argumentiert Prof. Dr. Fredmund Malik aus St. Gallen, der seit langem eine global renommierte Unternehmensberatung sein eigen nennt. Malik, der das Management als zu erlernendes Handwerk bezeichnet, hat den mehr globalen Blick und sieht angesichts der Schuldenwirtschaft der USA und Europas krisenhafte Zusammenbrüche, vor allem auch auf den Börsenplätzen, kommen.

Diese beiden von den Grossbanken UBS und CS nicht geliebten „Schwarzseher“ stehen den „Weiss-Sehern“ des Finanzplatzes gegenüber. Die „Weiss-Seher“ sehen dort noch Chancen, wo oft keine sind, wie zahlreiche Verurteilungen unserer beiden Grossbanken bestätigen. „Wir müssen doch Geld verdienen, bevor die Welt untergeht“, sagte mir unlängst ein Kadermitglied der oberen Stufe. Der UBS-Konzern wirbt deshalb international („We will not rest“) mit dem Zusatz auf den Inseraten: „The value of an investment and the income from it can fall as well and rise as a result of market and currency fluctuations and you may not get back the amount originally invested.” Das ist Spielbank pur, womit Wittmann wie Malik sich bestätigt fühlen dürfen.

UBS in der Not

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 16:25

Die Investmentbanker in den USA machen der UBS offenbar die Hölle heiss. Will man den Gerüchten Glauben schenken, ist die UBS-Spitze seinen amerikanischen Investmentbankern ausgeliefert. Es sind zu wenig Leute auf dem Markt. Die Geldgier ist besonders aber im asiatischen Markt gigantisch. Es wird immer gern von den Amerikanern gesprochen und dabei vergisst man schnell, dass in Asien wirtschaftlich die Post abgeht und deshalb die Gier wächst. Die Investmentbanker wollen mehr Boni von der UBS. Grundsätzlich vertrete ich die Meinung, dass die Investmentbanker, die wirklich Geld verdienen, auch Boni erhalten sollen. Wer kein Geld verdient, hat auch kein Recht auf grosse Boni.

Fidel Stöhlker

Der Heilige Geist über Einsiedeln

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 14:50

Ganz den Regeln der klassischen Rhetorik folgend, stieg der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen, in seiner Pfingstpredigt aus dem tiefsten Dante’schen Höllenkreis hinauf in die lichten Höhen der Erkenntnis. Während Kirche und Kloster-Vorhof vor Menschen, Töffs und Autos brummten, die aus der ganzen Schweiz und vielen Nachbarstaaten angereist waren, sprach er von den Verkrustungen der Kirche, die von vielen Menschen verlassen werde und in einem Teufelskreis stecke. Und er stieg hinauf, um „von einer begeisterten Kirche“ zu träumen. Es fehle die Weite des Herzens, „weil wir uns nurmehr mit Gleichgesinnten austauschen“. Dann beschwor er, in schwerem rotgoldenen Ornat mit hoher Mitra, die Gläubigen: „Herr, erneuere Deine Kirche und fange bei mir an.“

Der Walliser Hoffnungsträger der römisch-katholischen Kirche der Schweiz, leptosom und nachdenklich, sass in der barocken Kirchenpracht und suchte den Heiligen Geist. Singe, Abt Martin, singe weiter!

Der CVP ist es ernst

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 14:33

Die Christlich-Konservativen der Schweiz nehmen den Wahlkampf  jetzt ernst. Zuerst versprechen sie den zu 80 % umweltbewussten Wählern der Schweiz, sie würden die AKW’s abschaffen und alles Grüne fördern, dann setzen sie sich für die Bauern ein und wollen den Agrarfreihandel stoppen. Das Team Darbellay/Leuthard gewinnt wieder an Glanz. Die FDP blickt dem entgeistert hinterher. Pelli, der Stratege des grossen Abwartens, traut dem Wähler mehr an Urteilskraft zu als den Parlamentariern in Bern.

Schweiz braucht keine Luftwaffe, Europa stärkere Armeen

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 10:00

„Braucht jedes EU-Land eine eigene Luftwaffe?“ fragte Wolfgang Ischinger, Spitzendiplomat, an der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz. Er vereinte es, indem er die Argumente von US-Verteidigungsminister Bill Gates wiederholte, die 27 EU-Staaten hätten mehr Soldaten als die USA, aber mit einem Verteidigungsetat, der halb so gross ist die der amerikanische brächten die Europäer nur ein Fünftel der militärischen Schlagkraft der Amerikaner auf. Damit ist das Thema einer eigenen Luftwaffe für die Schweiz auch erledigt; sie könnte höchstens ein Mini-Ableger der grossen US-Luftflotte sein.

Ischinger, kein Zögling der Amerikaner, sagte diesen: „Für Afghanistan gibt es keine militärische Lösung; erforderlich ist eine Art Verhandlungsfrieden.“ Klar, die Spitzen des Pentagon haben eine panische Angst davor, aus Afghanistan wie aus Vietnam abziehen zu müssen: Vom Dach der US-Botschaft aus per Helikopter, die eigenen Verbündeten mit Faustschlägen und Fusstritten zurückstossend,

Kofi Annan, bei Genf wohnhafter ehemaliger UNO-Genralsekretär, erinnerte soeben an die Doktrin des Westens, der „responsibility to protect“. Wie wenig dies im Ministaat Kosovo genützt hat, ist offensichtlich. Die ehemaligen Terroristen haben dort die Regierung übernommen und ein Chaos angerichtet. Warum die Europäer in Libyen kämpfen sollen, während die syrischen Regierenden viel brutaler zuschlagen, kann nur damit errklärt werden, dass Libyen sehr viel Öl und Gas hat, Assads Syrien aber nicht. Die NZZ weiss es besser und schreibt auf der Titelseite: „Im Abnützungskampf gegen Ghadhafi setzt Amerika bewusst nicht allein auf seine militärische Schlagkraft. Es ist ein Experiment, das den USA künftig als Modell dienen könnte.“ Ein Experiment mit einem Volk? Das ist grosse Physik, Andreas Rüesch.

Das Kunstfieber geht um

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 9:53

Obwohl Sébastien Guex, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Lausanne, warnt: „Comparèes au marché de l’art, les banques sont un modèle de transparence, geht in der Schweiz wieder das Kunstfieber um, die ART ist angesagt. Sehr elegant zog sich die „NZZ“ mit einer Sonderbeilage zur ART  42 aus der Patsche, indem sie auf S. 2 gleich auf die Preisentwicklung bei der Gegenwartskunst zu sprechen kam. Die Besucher seien „auf Schatzsuche“ im St. Alban-Tal. Was sich heute Kunst nenne, sei oft nur Design oder eine hybride Variante davon. Auf S. 11 spricht die NZZ schon vom „grossen Basler Kunst-Zirkus“ und verweigert auch die Antwort auf die selbstgestellte Frage nicht „Hat Kunst ein Ablaufdatum?“

In der gleichen NZZ-Ausgabe vom 11. Juni lässt der sensible Feuilleton-Chef Martin Meyer in der Hauptausgabe der „Neue Zürcher Zeitung“ Manès Sperber zu Wort komen: „Der kleinbürgerliche Kulturschaffende bestätigt jene Ordnung, welche die Bedürfnisse des Menschen stetig steigert.“ Dieser Kompensationsdrang, oft verbunden mit „ökonomischer Hochstapelei“ (M. Sperber) ist wohl auch für die ART kennzeichnend. Was die gut getimte Biennale Arte 2011 in Venedig betrifft, so entsprach die dortige Schaumschlägerei den tief verschmutzten Wellen im Lido. Venedig, diese wohl weniger romantische als von einer tief zynischen Bevölkerung seit Jahrhunderten bewirtschaftete Stadt, erträgt derlei mit distanzierter Lust. In Basel gibt sich das gleiche Geschäft den Anschein von Ehrbarkeit.

Österreich im Minus

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 9:40

Die österreichische Regierung tut, als sei sie noch ein Imperium. Zu Recht hat sich die türkische Regierung geweigert, die früher österreichische Aussenministerin, Plassnik, zur OSZE-Generalsekretärin zu machen. Plassnik ist eine blondierte Schwätzerin, die nicht viel bringt. Dieser türkische Realismus tut uns gut. Wir dürfen nicht alle unsere politischen Restposten global vermarkten.

Wo verlieren wir wirklich Energie?

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 8:40

„Von der Primärenergie im Kraftwerk bis zur Steckdose gehen heute 80 % der Energie verloren“, sagt Jasmin Staiblin, CEO der ABB Schweiz, zu Beat Balzli, dem Chefredaktor der „Handelszeitung“. ABB könne dies deutlich verbessern, aber offensichtlich wollen die Abnehmer aus der Energiebranche nicht.

Wer zählt die Kriege der USA?

Dienstag, den 14. Juni 2011 um 8:15

Nun kostet der Libyen-Krieg die USA auch schon USD 2 Mio. pro Tag, d.h. gut USD 700 Mio. im Jahr. Dies war auch der Grund, weshalb Barack Hussein Obama die deutsche Kanzlerin „Angie“ Merkel derart umwarb und ihr sogar die „Friedenmedaille“, die höchste zivile Auszeichnung seines Landes, verlieh. Er braucht „die Merkel“.

Was heute eine Friedensmedaille ist, soll morgen eine Kriegsmedaille werden, denn die Amerikaner in Washington (es gibt auch andere) wären glücklich, demnächst deutsche Truppen, ganz wie in Afghanistan, auch in Nordafrika zu sehen. Jetzt sucht Angelika Merkel einen „neuen Rommel“, den sie demnächst nach Libyen delegieren kann.

Wer zählt die Kriege der USA? Vietnam: verloren, Irak: ein Chaos hinterlassen, Afghanistan: unvermeidliche Niederlage, Libyen? „Germans tot he front“, sagten die Angelsachsen schon früher.

 
     
     
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