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Tagesarchiv für 6. Juni 2011

Die Kunstmesse der Attraktions-Moderatorin

Montag, den 6. Juni 2011 um 17:00

Als Festival der Beliebigkeit wird die 54. Biennale in Venedig in die Annalen eingehen. Bice Curiger hat als Attraktions-Moderatorin den Stillstand der von ihr ausgewählten Künstler demonstriert und damit auch das Konzept infrage gestellt, man könne mit Länderpavillons nennenswertes zeigen oder aussagen. Wäre der „Tintoretto-Trick“ nicht gewesen, den venezianischen Altmeister mit nur drei Werken ins Zentrum zu stellen, man hätte kaum Grund gehabt, über den Anlass, der einst Weltkunst zeigte, zu berichten. Von Hirschorn zu Schlingensief und 82 anderen Künstlern reiht sich in Venedig ein Gag an den anderen. Es besteht immerhin die Chance, dass sich bis zum 27. November, dem Ende der Biennale, die zu einer Tourismus-Attraktion der Lagunenstadt herunter gekommen ist, noch der eine oder andere wichtige Künstler zeigt. Verbrennt die Biennale! Das wäre wohl die richtige Devise, um diesem Stillstand ein Ende zu setzen.

Wendehals Schawinski

Montag, den 6. Juni 2011 um 12:30

Der während Jahrzehnten aggressivste Kritiker der nationalen SRG, Dr. Roger Schawinski, hat eine atemberaubende Kehrtwende gemacht. Wir verleihen ihm daher den Titel „Wendehals des Jahres“. Seit Roger de Weck, sein Sportsfreund, ihn für eine im August beginnende SRG-Talkshow engagieren liess, schreibt Schwawinski für seinen neuen Arbeitgeber. Wer die SRG angreift, „hat Tomaten auf den Augen“, so in der neuen Ausgabe des Fachmagazins „persönlich“. Schawinski will dazu beitragen, mindestens publizistisch, die SRG „effizienter, schlanker und besser“ zu machen. Nun hat Roger de Weck einen Schatten-Generaldirektor im eigenen Haus, der ohnehin immer alles besser weiss.

Pellis Verzweiflungstat

Montag, den 6. Juni 2011 um 12:17

Ein Tessiner „avvocato“, der in der „Arena“ des Schweizer Fernsehens den erfolgreichsten Politiker der Schweiz der letzten 30 Jahre angreift, das kann nur schief gehen. Wie unrealistisch Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz, seine eigene Position wie Fähigkeiten einschätzt, bewies die von ihm ausgelöste „Arena“ Sendung. Pelli hatte Christoph Blocher, dem Vizepräsidenten und Übervater der SVP, öffentlich den Handschuh vor die Füsse geworfen: Lasst uns beide diskutieren. Ich habe zwei Tage lang viele Menschen gefragt: Wer war Sieger? Blocher: zu null.

Eigentlich tut mir Pelli leid, ist er doch eine tragische Figur. Seine Aufgabe wäre es gewesen, die FDP national und in den Kantonen neu zu festigen, nicht den falschen Helden zu spielen in unzähligen Interviews, die niemand ernst nimmt ausser seiner Entourage. Gabi Huber, seine Fraktionschefin aus Uri, spielt die gleiche falsche Melodie. Sie hat die Fraktion diszipliniert, aber den Geist der liberalen Partei zerstört. Vor der Sommerpause stellen sich die Parteimitglieder in der Deutschen Schweiz nur noch die Frage: Ganzer oder gebremster Absturz? Wie Pelli an Blocher scheiterte, wird die Partei im Herbst an der SVP scheitern. Das ist nicht gut für die Schweiz.

Venedig: Zerfall der Kunst

Montag, den 6. Juni 2011 um 10:40

Viel Zeit haben wir damit zugebracht, den Zerfall der Kunst der Bildhauer am Beispiel des Übergangs von Praxiteles zu seinen Nachfolgern und den Römern aufzuzeigen. Aus den spannungsreichen Körpern aus der Athener Hochblüte wurden plumpe Figuren, denen das Leben fehlte. Gleiches geschah den Römern, die viel von den Griechen lernten. Gleiches geschieht sieht 100 Jahren uns Europäern, die nun an der Biennale in Venedig Gestaltungskraft erleben wollen und nur den Zerfall der alten Formen sehen. Unsere Kulturjournalisten wollen dies „Leuchtkraft der Gegenwart“ nennen, was auch für die Müll-Installation von Thomas Hirschhorn gelten soll. C’est la pleine décadence und Bice Curiger ist deren Prophetin. Passt zu Zürich.

Gründer ohne Ausbildung ist 80: Ulrich Saxer

Montag, den 6. Juni 2011 um 8:40

Der Gründer der Kommunikationswissenschaft, Prof. Dr. Ulrich Saxer, ehemals Uni Zürich, ist 80 Jahre alt geworden. Sein Werk aus dem Jahr 2oo7 „Politik als Unterhaltung“ ist heute noch lesenswert, mehr denn je sogar. Saxer ist Makrotheoretiker und Universalist. Vorteilhaft hebt er sich damit ab von den hunderten von Professoren und Oberassistenten, die heute jeden Medienkrümel zum Weltanlass machen. Er hat nach eigener Aussage nie selber ein Seminar besucht, sondern vorzugsweise Konzerte, Theater und Opern, selber auch gerne gesungen. Der begnadete Charismatiker, der vor 40 Jahren an der Uni Zürich seine Antrittsvorlesung hielt, ist jung und frisch geblieben.

 
     
     
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