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Monatsarchiv für April 2011

Nachösterliche Wunder

Donnerstag, den 28. April 2011 um 7:25

Die Bauern- und Gewerbepartei SVP will verhindern, dass der UBS-Konzern und der CS-Konzern mehr Eigenkapital bilden müssen, um im Ernstfall für ihre eigenen Fehlentscheide bei Investitionen (oft im Ausland) selbst einzustehen. Natürlich sind dies nicht die Toggenburger Bauern unter Führung von Toni Brunner, die derlei wünschen, auch nicht die Walliser SVP unter Führung von Oskar Freysinger, sondern zurückzuführen ist derlei auf den Einfluss des Milliardärs und Chefstrategen Christoph Blocher, der mit seinem Milliardärsfreund „Walti“ Frey (Auto-Importeur und Finanzchef der SVP) die Weichen stellt. Kein Wunder, dass nicht mehr Schreiner und Bauern bei der FDP etwas zu sagen haben, sondern in Zürich der Bankier und vielfache Millionär Thomas Matter zum SVP-Nationalrat aufgebaut wird.

Kein Wunder, will auch SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer mit einer parlamentarischen Initiative für das Volk einen „Goldfranken“ schaffen. Eine Münze mit einem Gramm Gold würde rund 45 Franken kosten, wahrscheinlich sogar mehr. Der Freisinn hat solche Kaliber nicht mehr zu bieten.

Dazu passt: „Tagi“-Korrespondent Martin Kilian schreibt im Tamedia-Imperium vom „Immobilien-Giganten“, der ins Weisse Haus will. Schon ist in Vergessenheit geraten, dass Donald Trump, ein Spekulant hohen Grades, viele Jahre von der Credit Suisse finanziert wurde und den Status eines Giganten auch heute noch nicht verdient hat.

Beide Beispiele zeigen: Die alte politische Klasse der Schweiz, die noch national-bodenständig geprägt war, zieht sich langsam zurück. An ihre Stelle treten grüne und bürgerliche Spekulanten, die spüren, dass der „Lift nach oben“ weit offen ist.

Prof. Föllmis Weisheiten

Mittwoch, den 27. April 2011 um 12:53

Offensichtlich sind viele Universitätsprofessoren nur dazu da, ihre Studenten zu langweilen, Aufsätze zu schreiben, die niemand liest, und Interviews in den Medien zu geben. Eine Meisterleistung vollbrachte Prof. Reto Föllmi, 35, als er vor Ostern sagte: „Die USA geben momentan massiv mehr Geld aus, als sie einnehmen.“ Es mag an der Jugend des St. Galler Weisen liegen, dass ihm entgangen ist, dass die USA schon seit 20 Jahren „massiv mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen“. Es ist ihm sicher auch entgangen, dass die USA über Jahrzehnte falsche Wirtschaftdaten kommunizierten, wie Prof. Dr. Fredmund Malik, der letzte St. Galler Star, entdeckte und während Jahren offen wissen liess. Die St. Galler Nationalökonomen haben bei weitem nicht mehr jenen Ruf, der ihnen einst zurecht zugestanden ist. Föllmi bestätigt jene, die an St. Gallen zweifeln.

FDP-Wahlkampfleiter sucht öffentlich Geld

Mittwoch, den 27. April 2011 um 12:53

Die FDP Schweiz, einst die reichste Partei der Schweiz, hat einen Wahlkampfleiter, der per Interview im „Sonntagsblick“ fünf Millionen Franken für den bevorstehenden Herbst-Wahlkampf sucht. Vincenzo Pedrazzini hat damit ein Eigengoal erster Güte geschossen. Die FDP hat niemand mehr, der mit einigen Telefonen derlei Mittel beschaffen kann? Früher hat dies Ulrich Bremi, der Weise aus Zollikon, mit einen Telefon erledigt, aber Bremi will nicht mehr. Diese FDP ist nicht mehr die seinige, auch wenn er sich öffentlich zurück hält.

Ein Wahlkampfleiter, der vom Geld sammeln so wenig versteht wie vom Wahlkampf. Das passt zur heutigen FDP. Dazu kommt: Die Zürcher FDP zerfleischt sich gerade wegen der Liste für den Nationalrat. Merke: Dümmer gaht’s nümmer.

Wir werden abgeschöpft

Mittwoch, den 27. April 2011 um 7:48

Die gut gekleidete Witwe, deren Mann zu viel in Aktien und zu wenig in Immobilien investierte, ist weithin im Land keine Seltenheit. Neu ist die Tatsache, dass durch die Aktienstürze der beiden Grossbanken UBS und CS, der SwissLife und jüngst auch von Sonova, diese älteren Damen häufiger denn je Hilfe bei der Gemeinde suchen. Sie fallen der Fürsorge zur Last. Das ist die heimlich sich ausbreitende Armut.

Wer noch Geld verdient und nicht aufpasst, wird abgeschöpft:

– Von den Immobilienagenten, Architekten, Immobilienberatern und anderen Spekulanten beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Viele Objekte sind überteuert; ihr Preis hält der nächsten Rezession nicht stand.

– Von den Banken, die Fonds und Aktien verkaufen, die dann, wie Novartis zeigt, in Tiefschlaf verfallen, oder, wie im Falle der UBS, einfach keine Dividende mehr bezahlen, wenngleich Kreditgeber aus Singapur 12,5 % an Jahreszins beziehen.

– Von den Versicherungen, deren Policen bei weitem nicht jene Rendite erbringen, die bei Vertragsabschluss versprochen wurde (wer liest das Kleingedruckte?).

– Von zahllosen Importeuren, die ihren Waren in der Schweiz 30-50 % teurer verkaufen als im benachbarten EU-Ausland.

Die Blitzkästen, die Rechtsprechung, die Beamten und Verwaltungsangestellten tun alles, um die Bewegungsfreiheit und Entscheidungskraft eines sonst normalen Mitbürgers einzuschränken. Kein Wunder, dass jedermann nach einem Bonus giert („windfall profit“), um jeglicher Strassenräuberei zu entkommen. Ausländer, die erstmals in die Schweiz kommen, empfinden uns als lustlos. Das ist nicht wahr, wir sind nur vorsichtig.

Dummes Zeug

Mittwoch, den 27. April 2011 um 7:48

Seit einer Generation müssen wir damit leben, dass viel Humbug als „Kult“ bezeichnet wird, was den damit angebotenen Unsinn nicht besser macht. Weil die Menschen des „Kultes“ allmählich müde sind, ist neues angesagt. Ein langweiliges Wandertal im Toggenburg bietet sich jetzt als „Energietal“ an. Damit zeichnet sich ab: Weil immer mehr Menschen laufend kraftloser werden, müssen sie jetzt „energiereich“ aufgeladen werden. Dann wird der Zürcher Ueltiberg der „Energieberg“ und die langweiligste Einkaufsstrasse kann mit „Energiestrasse“ zum Hit werden. Das kommt mir kultisch vor.

Ende eines guten Menschen

Mittwoch, den 27. April 2011 um 7:48

An den Designer Kurt Thut kann ich mich gut erinnern. Er war konzentriert, immer an der Sache ausgerichtet, der hoch begabte Sohn eines Aargauer Schreiners. Jetzt, wo sich kaum noch jemand an ihn erinnert, ist er mit 80 Jahren gestorben. Nach seinem Tod erst, erhielt er von den Medien die höchste Auszeichnung, die einem Schweizer verliehen werden kann: „Ein Pionier, der bescheiden blieb.“ Richtig, aber er hätte mehr verdient.

Das Grübel-Tief dauert an

Dienstag, den 26. April 2011 um 15:15

Als mehrfach geschädigter UBS-Aktionär, der Oswald J. Grübel, Marcel Ospel und deren Vorgänger, wie tausende anderer Schweizer auch, Glauben geschenkt hat, stelle ich fest: Das Grübel-Tief beim UBS-Konzern dauert an. Während jede Menge Vorzugskreditoren hohe Zinsen erhalten, Investmentbanker Boni zocken, obwohl sie nur tiefrote Zahlen liefern, schafft die Bank gerade beim geliebten Investmentbanking („Profitiere ohne etwas zu leisten.“) den Turnaround nicht. Grübel laufen die US-Spitzenbanker davon, den Bonus in der Tasche. Die Schweizer Aktionäre sind die Dummen, die Mitarbeiter in der Schweiz auch. VRP Kaspar Villiger findet dies alles gar nicht merkwürdig.

Alle wollen geliebt werden

Dienstag, den 26. April 2011 um 7:35

Nicht nur SVP und FDP wollen, dass wir „Aus Liebe zur Schweiz“ ihre Partei samt deren Kandidaten wählen (Fulvio Pelli könnte jetzt sagen, die Schweizer liebten die Schweiz nicht mehr, weil sie der FDP immer weniger Stimmen geben), auch die touristischen Betriebe von Kairo werben jetzt mit dem Slogan „Tahrir Platz – von Ägypten mit Liebe“. Ein dreitagebärtiger Muskelprotz mit schmaler Taille reckt sich, die Rechte mit zwei siegreich gespreizten Fingern ausgestreckt, im Turnhemd den Tourist/-innen entgegen. Ehrlich, ich wüsste niemand, der deshalb diesen Platz besuchen wollte. Die Mumien dort sind kolossal, der Nil und die Strände auch, aber die Menschen? Aufgemotzter Sozialismus in der Darstellung, Kapitalismus übelster Art in der Umsetzung.

Das gleiche gilt für Indien, an dessen Gestank und Obszönität ich mich nie gewöhnen konnte. Indisch isst man am besten in London, der Rest des Halbkontinents ist mühsam.

Die amerikanische Drohung an die Europäer

Dienstag, den 26. April 2011 um 7:35

John Kornblum, der sich stets als liberaler Freunde der Europäer und speziell der Deutschen gab, schreibt: „In den kommenden Jahren wird der Druck der Weltmärkte die europäischen Nationen zwingen, ihre Hoffnungen auf eine eigene politische Rolle aufzugeben und zunehmend Schutz unter den Fittichen der USA zu suchen.“ Kornbluhm favorisiert die bekannte Arbeitsteilung: Die USA liefern das Blut ihrer im Kampf meist eingesetzten armen farbigen Bürger, die Japaner und Araber finanzieren die Kriege und die Europäer bezahlen die Aufräumarbeiten. Kornbluhm ist beleidigt, dass die Deutschen den von den USA selbst angezettelten Krieg in Nordafrika und in den arabischen Staaten nicht unterstützen und nennt die Schwäche. Unter dem US-Schirm verspricht er „Gerechtigkeit, Wohlstand und Frieden“. Lacht hier jemand?

Schweiz: Demokratie mit Fragezeichen?

Dienstag, den 26. April 2011 um 7:35

Nicht nur in Genf, Basel oder Dübendorf, auch in Moudon, liegt die Zahl der Ausländer bei 40 % oder mehr. Sie dürfen nicht wählen oder abstimmen; die Westschweizer sind offener, weil sie das Gemeindestimmrecht auch Kosovaren und Afrikanern geben. Wenn wir die nicht stimmberechtigten Schweizer abziehen, vor allem die Jugendlichen, bleiben 40 % der Bevölkerung, welche die Politik unter sich ausmachen. Von diesen 40 % gehen nur noch ein Drittel an die Urne, eine der tiefsten Stimmbeteiligungen der Welt. Das heisst: 12-15 % der Wohnbevölkerung bestimmen, was in der Schweiz politisch läuft. Das ist eine Oligarchie. Solche Herrschaftssysteme werden in anderen Kontinenten von der UNO, der NATO, Frankreich und England bekämpft. Merke: Irgendwann wird auch die Schweiz ein „failed state“, wenn dies nach 170 Jahren des Erfolgs so weiter geht.

 
     
     
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