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Tagesarchiv für 20. April 2011

FDP Schweiz im Tief

Mittwoch, den 20. April 2011 um 13:13

Die Genfer Liberalen sind der FDP davon gelaufen, um mit der SVP zu paktieren, blieben bei den Wahlen dann doch im Regen stehen. Immer mehr freisinnige Parlamentarier überlegen sich, ob sie gleich zur SVP überlaufen wollen oder besser zu den Grünliberalen. Beispiel Zürich: Dort hat sich nach der jüngsten Wahlniederlage Dr. Beat Walti, der kantonale Präsident, bei seinen Politikern weder zur Wahlparty noch danach gemeldet. Wo Führung gefragt war, blieb nur ein Loch, eine Lücke, eine gravierende Informationspanne.

Während Fulvio Pellis potentielle Nachfolger sich aufbauen (Wasserfallen, Ineichen, Keller-Suter), machen diesem es die Medien leicht, seine Position zu behaupten. Gieri Cavelty und Simon Fischer von der „az“ fragen den glücklosen Parteichef am 18. April: „Sie haben sechs ganze Jahre investiert, um die FDP auf Erfolgskurs zu trimmen. Bis vor fünf Wochen sah eigentlich alles ganz gut aus.“ Dazu wird Pelli in Farbe inmitten des Bundesrats-Saales abgebildet, als gehöre ihm das ganze Bundeshaus. Wer solche Texte nicht lesen kann, das sind 25 % aller Schweizer, sieht nur den „mächtigen Pelli“. Beiden Journalistenstars ist es entgangen, dass die FDP Schweiz den Zugriff auf ihre kantonalen Strukturen mehr noch als früher verloren hat, ist es entgangen, dass die FDP kein Wahlkampfprogramm hat, das verständlich kommunizierbar ist, und zahllose Niederlagen in den Kantonen und Städten eingesteckt hat, nicht zuletzt in Pellis Heimatkanton Tessin. Pelli darf sich in seinem Leistungs-„Nachweis“ also auf Themen berufen, an denen er keinen Verdienst hat. Oder meint jemand, sein „Kampf gegen die Bürokratie“ sei ernst zu nehmen? Dafür attestiert er seinem Bundesrat Johann Schneider-Ammann: „Im Moment ist er noch keine Wahllokomotive.“ Das ist das halbe Todesurteil für einen freisinnigen Spitzenpolitiker, wo die Ostschweizer Freisinnigen jetzt ohnehin meinen, Karin Keller-Suter hätte es in Bern ohnehin besser gemacht.

Die FDP kann eigentlich nur noch entscheiden, im Herbst „en bloc“ unterzugehen, denn dass sie als Pelli’sche Titanic nochmals den Kurs ändern wird, ist nicht anzunehmen. Kapitän Pelli wird dann sagen: „Dieser halbe Wahlsieg muss für uns eine Warnung sein, es künftig besser zu machen. Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.“ Hier wird Freisinn zum Stumpfsinn.

Das Ende der Bibliotheken

Mittwoch, den 20. April 2011 um 13:13

In England und den USA werden öffentliche Bibliotheken abgeschafft, weil dafür kein Geld mehr zur Verfügung sein soll. Die Menschen würden dort ohnehin nur Unterhaltungsliteratur lesen, heisst es. Ohne intellektuelle Infrastruktur wird es keine Demokratie geben. Wer die Bibliotheken vernichtet, ist gegen die Demokatie.

Viktor, unser Jerry

Mittwoch, den 20. April 2011 um 7:50

Weil ich kaum über unseren Starkomiker Viktor Giacobbo nachdenke, ist die Realität unserer Gesellschaft doch rasend verrückter als sein spätabendliches Getue, ist mir auch entgangen, wer er eigentlich ist: der Jerry Lewis der Deutschen Schweiz. Weil sich die Jüngeren kaum noch an die männliche Edelzicke erinnern, die uns einst derart entzückte, wird auch Viktor le Suisse in seiner ganzen Schönheit nicht erkannt. Er hat es nicht verdient.

Business Schulen sind Business, aber keine guten Schulen

Mittwoch, den 20. April 2011 um 7:50

Erinnern wir uns: Harvard war schon in der ersten Lawrence Summers-Phase, als er dort noch Präsident war, eine Leistungskatastrophe. Dann kam die grosse Finanzkrise der Jahre 2008-09, wo sich herausstellte, dass die besten Harvard-Absolventen die dümmsten Bankiers waren (mit Ausnahme jener bekannten Selbstbedienungstechnik, wonach der eigene Bonus besser ist als die Dividende für Dritte). An der London School of Economics musste der Rektor zurücktreten, weil er sich in seiner grossen Weisheit von Said Ghadhafi einen namhaften Scheck zuschieben liess, was dem Zahlenden grosses Renommée verlieh. An der European Business School in Wiesbaden ist Präsident Christopher Jahns zurückgetreten, weil er viel von Ethik sprach, aber offensichtlich der Uni über seine Beratungsfirma überhöhte Honorare in Rechnung stellte. In Paris, Barcelona, Milano und Vevey ist es derzeit noch ruhig.

 
     
     
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