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Tagesarchiv für 19. April 2011

Fussball gehört den Spielern

Dienstag, den 19. April 2011 um 13:44

Simon Kuper ist der beste Fussball-Journalist der Welt. Wenn er – in der FTI – schreibt, die „gambling industry“ verdiene 20mal mehr als die Fussballer und fixe damit den-Ausgang der Spiele, darf nicht gelacht werden. Seit 2002, als Korea gegen Italien spielte, machten die Schiedsrichter „merkwürdige Entscheide“. Eine Gerichtsverhandlung im deutschen Bochum kam zu 47 „gefixten“ Spielen. Profis sagen, wenn Spieler ein Mehrfaches ihres Jahressalärs in einem Spiel verdienen können, sind sie für Bestechung beeinflussbar. Sepp Blatter, Fifa-Präsident, hat das Problem erkannt.

Winterthurer Witze

Dienstag, den 19. April 2011 um 13:43

Bekanntlich hat die Stadt Winterthur das schönste und (unter Leitung von Viktor Giacobbo) intellektuellste Cabaret-Theater der Schweiz. Übertroffen wird dies aber vom Kampf des Winterthurer Stadtrates um die Subventionen der reichen Goldküsten-Gemeinden, den er im Zürcher Kantonsrat mit Hilfe der Vertreter der Stadt Zürich bereits gewonnen zu haben glaubte. Winterthurs Stadtrat wollte jährliche Zuschüsse von CHF 110 Mio., die kantonale Regierung schlug CHF 75 Mio. vor, der Kantonsrat einigte sich auf CHF 86 Mio., wohlgemerkt immer Geld von kantonalen Steuerzahlern, die den Rot-Grünen-Politcabaret-Luxus finanzieren sollen. Nun kamen die Jungpolitiker von SVP und FDP, unterstützt vom „Bund der Steuerzahler“, die nur 65 Mio. sprechen wollten. Am 15. Mai dürfen die Stimmbürger des Kantons Zürich nun entscheiden, welchem Vorschlag sie ihre Stimme geben wollen. Das ist das Schöne an der Schweiz.

Good bye, my american friends

Dienstag, den 19. April 2011 um 13:43

Eine von vier verbliebenen US-Brigaden wird jetzt aus Europa abgezogen; von 80 000 bleiben noch 60 000 US-Soldaten in „good old Europe“ zurück. Die Europäer interessiert dies nicht mehr. Wer nicht selber eine Soldatenbar betrieb, ist nicht unglücklich. Als Familie Bush in die beiden Irakkriege zogen, glaubten sie, man empfange sie wie einst in Frankreich und Deutschland. Irrtum.

Jetzt müssen die Europäer sich mehr denn je selber erfinden. Viktor Orban will die Balkanstaaten in die EU aufnehmen; Sarkozys Mittelmeerpolitik hat mit dem Libyenkrieg wohl eine andere Wendung genommen als gedacht. Die Türken stehen vor der Tür und versprechen dem Kerneuropa neue Dynamik.
Wir Schweizer bleiben, was wir seit 400 Jahren sind: Ein Verschiebebahnhof europäischer und globaler Interessen. Wer zu uns kommt, muss zahlen, auf die eine oder andere Weise.

Die EU rettet ihre Banken, nicht die Staaten

Dienstag, den 19. April 2011 um 13:43

Die deutschen Banken haben Kredite in der Höhe von 568 Mia. Euro in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ausstehen. Der EU-Rettungsschirm ist mit 750 Mia. Euro bestückt. Ergo: Die 80 Mia. Euro für Portugal zu einem Zinsfuss von 5,9 % bedeuten eine erneute Rettung der deutschen Banken, die anderen nicht einmal gerechnet. Es handelt sich um eine zweite Bankenrettung, denn die erste war nicht ausreichend. Warum dies? Die Kredite der Banken dienten dem boomenden Export der deutschen Grossindustrie; jetzt haben diese Firmen, wie alle wissen, gut verdient. Die Schulden zahlt das Volk.

Eine kreiselhafte Beschwerdetechnik

Dienstag, den 19. April 2011 um 7:30

Die Basler Regierung hat sich in Frankreich beschwert und angeregt, man möge das Atomkraftwerk Fessenheim beschleunigt still legen. Die Stuttgarter Landesregierung hat sich in Bern beschwert, man möge die grenznahen Schweizer Kernkraftwerke still legen, da die Gefährdung für die Badenser und Schwaben zu gross sei. Die saarländische Regierung hat sich in Frankreich beschwert, man möge die benachbarten vier AKW-Blöcke Cattenom baldmöglichst einschmelzen. Die österreichische Regierung hat sich in Tschechien beschwert, man möge gefälligst sein AKW schliessen. Nur in Italien hat sich niemand beschwert, weil dort keine Atomkraftwerke stehen. Das Italien Silvio Berlusconis ist offensichtlich der „grünste“ Staat Europas. Es drohen keine Risiken wie in Japan, aber der Strom ist sündhaft teuer.

Sprache, flach und wenig glaubwürdig

Dienstag, den 19. April 2011 um 7:30

Wenn Hans von Swaay, ein Private Equity-Händler von Lyrique Private Equity in „Le Temps“ schreiben darf „Le portefeuille de capital-investissement intelligement diversifié perd rarement de l’argent“ greife ich mir an den Kopf und frage mich, was diese Aussage bedeuten soll. Meistens kennt man nur jene Investoren, die halt wieder einmal verloren haben. Anderseits muss man sich auch wundern über Hansjörg Seiler, den Leiter der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft, der zur gleichen Zeit sagt: „Ein gewisses Mass Kritik an der Justiz ist durchaus angebracht.“ Ändern will wohl niemand etwas. Vor allem nicht an dieser verwaschenen Sprache, die nichts sagt. Denn fragt man genauer, heisst es: „Zum konkreten Fall kann ich nichts sagen.“

 
     
     
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