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Tagesarchiv für 11. April 2011

Nationalbank im Kreuzverhör

Montag, den 11. April 2011 um 10:49

Warum die Schweizerische Nationalbank im Frühling 2010 derart viele Euro kaufte, bleibt vorläufig ein Rätsel. Auch ein Kreuzverhör der Spitzen von Avenir Suisse, woran Thomas Jordan teilgenommen hat, brachte wenig Aufklärung. Auf dieser Ebene ist man derart elegant und wortmächtig, dass jede Position verteidigt werden kann.

Ich erinnere mich jedoch gut an jenes Frühjahr, als die Nationalbank der UBS Milliarden anbot, um die „Auslandbank mit Schweizer Wurzeln“ (Lukas Gähwiler, CEO UBS Schweiz) vor dem Untergang zu retten, den Marcel Ospel und sein Führungskreis mit Fehlentscheidungen ausgelöst hatten. Damals war die grosse Zeit von Johannes Schneider-Ammann, der als Swissmem-Präsident gegen die Grossbanken Amok lief. Zusammen mit seinem Freund Nicolas G. Hayek, der die Schweizer Uhrenbranche vertrat, setzte er die Nationalbank unter Druck, den Schweizer Franken am weiteren Aufstieg zu hindern. Da Hayek tot und Schneider Bundesrat ist, kann heute alles geleugnet werden, auch von der Nationalbank, die letztlich ein politisches Instrument ist. Persönlich bin ich der Auffassung, dass der „Hayek-Schneider-Bonus“, den die Nationalbank damals gewährte, uns Milliarden kostete.

Der wahre Reichtum

Montag, den 11. April 2011 um 10:48

Die Schweiz ist ein unglaublicher Glücksfall. Der „Global Wealth Report“ stellt fest, mit USD 372 700.– pro Kopf der Bevölkerung seien wir die reichsten Menschen der Welt. Das ist grossartig. Nehmen wir jedoch den berüchtigten Median, den das Volk nicht versteht, liegen 50 % der Bevölkerung über USD 41 500.–, die anderen darunter. Merke: Wir sind das Land der glücklichen Reichen der Welt; einige Schweizer sind auch darunter. Im Thurgau und andernorts sind die ausländischen Reichen so reich, dass sie nicht einmal Geld dafür geben wollen, ihre Steuerbefreiung auch politisch zu verteidigen. Wir Schweizer stimmen für die reichen Amerikaner, Deutschen, Inder etc. in unserem Land. Einige Dummköpfe zahlen auch noch Steuern und Gebühren, damit alles funktioniert.

„Avenir Suisse“ hat unter Leitung von Dr. Gerhard Schwarz, ex NZZ, festgestellt: „Das Realeinkommen selbst der ärmsten fünf Prozent der Schweizer liegt über dem Einkommen von über 73 % der Menschheit. Wer jedoch den Brasilianern hilft, macht Menschen reicher, die meist wohlhabender als die Geber sind.“ Private Entwicklungshilfe ist wirklich anspruchsvoll. Soll ich nun den Chinesen helfen oder besser den Sudanesen oder den Yemeniten? Am besten, wir spenden für „Avenir Suisse“, um dort etwas zu lernen.

Der untaugliche Bericht der Bundeskanzlerin

Montag, den 11. April 2011 um 10:46

Was aus der Schweiz in einer Generation werden soll, hat Bundeskanzlerin Corina Casanova vorlegen lassen. Die Dame, von der man sonst kaum etwas vernimmt, deren Leistungsnachweis auch weitgehend unbekannt ist, hat Szenarien der Schweizer Zukunft entwickeln lassen, die nur im schlimmsten Fall eintreffen sollten: Beitritt zum überalterten EWR oder gleich in die EU, Stagnation oder Resignation. Die Idee, die Schweiz könnte auch unabhängig global erfolgreich sein, kommt diesen überteuerten Magistraten und ihren Beratern schon gar nicht. Damit wäre nämlich eine Leistungsbereitschaft notwendig, wie sie in der Bundesverwaltung nicht mehr anzutreffen ist.

Oh wei, Ai Weiwei

Montag, den 11. April 2011 um 7:54

Chodorkowski sitzt in Sibirien ein, Ai Weiwei irgendwo in China. Beide sind wegen Wirtschaftsvergehen angeklagt. Chodorkowski wollte Putin ablösen, Ai Weiwei die ganze chinesische Regierung. Das konnte nicht gut gehen. Ai Weiwei hat grosse Schweizer Förderer, die mit ihm und seinen chinesischen Künstlerkollegen Millionen verdient haben: Oswald Sigg, der seine Zeit als Schweizer Botschafter in China auch damit vertrieb, die dortige Kunst billig zu kaufen. Urs Meile, der als Galerist in Luzern und Peking ebenfalls am China-Boom gut verdiente. Dazu Museumsdirektoren, Kunstkritiker und allerlei Gesellschaftslöwen, die sich den munteren Chinesen, der die ganze europäische Kunstgeschichte in zehn Jahren auf sein Land übertrug, als grimmigen Türwächter hielten. Chodorkowski sitzt schon lange ein, Ai Weiwei dürften alle Proteste auch wenig nützen.

Es protestieren in Afghanistan auch die zehntausende von Landsknechten privater Sicherheitsfirmen. Regierungschef Karzai hat sie aufgefordert, auf ihre sehr hohen Killer-Saläre Steuern zu bezahlen. Sie tun dies nicht unter dem Vorwand, sie würden „eine diplomatische Mission“ erfüllen. Vielleicht kann die Regierung von Basel-Stadt die dort angesiedelten Hauptquartiere einmal darauf aufmerksam machen, dass zur Zivilisation auch das Zahlen von Steuern gehört.

Flucht aus der Kirche

Montag, den 11. April 2011 um 7:53

Die These des Churer Generalvikars Martin Grichting, man müsse Kirche und Staat trennen, wurden im „Spiegel“ von Dirk Kurbjuweit, einem renommierten Autor, unterstützt. Grichtings Annahme ist es, die wahren Katholiken würden sich weiterhin zu einer echten Kirche bekennen (und dafür bezahlen), die lauen könnten ruhig den Abschied nehmen. Genau das taten im vergangenen Jahr 180 000 deutsche Katholiken; besonders viele sonst als treu katholisch bekannte Bayern nahmen die Flucht aus ihren Barockkirchen. Das Gewohnheitschristentum der „Chilebank-Christe“, das ich an jedem Wochenende erlebe, ist mir ein Gräuel: Pfarrer, die immer häufiger wechseln, kaum engagierte Prediger, sinkende Qualität der Sozialarbeit, alte Leute in immer dünner besetzten Kirchenbänken. Derartiges erfreut das christliche Herz wenig. Pfarrer Josef Imbach aus dem Kanton Baselland zu hören, ist eine Lust, zeigt er doch, was römisch-katholisches Christentum sein könnte. Leider zeigen die Bistümer wenig Interesse daran, klugen eigenen Nachwuchs zu fördern, der Import junger Geistlicher aus Polen, Indien und Afrika kommt günstiger.

Das Wort „Qualität“ sagt nichts mehr aus

Montag, den 11. April 2011 um 7:53

Als seien die Begriffe Schweiz und Qualität synonym, wird der Begriff „Qualität“ von jeder Schweinezucht-Mastanlage verwendet, die ein ganzes Tal verstinkt. Der Bauer, der seine giftige Gülle verteilt, die Bank, welche ihre kaum Ertrag bringenden Fonds anbietet, alle verkaufen sie „Qualität“. Jetzt kämpfen auch die Spielcasinos, die alle nur „Qualität“ bieten, um eine A-Lizenz für die Stadt Zürich, was Roman Huber von den az-Medien veranlasst, die „Qualität“ aus Baden, von wo aus man nach Zürich expandieren möchte, besonders hervorzuheben. Derlei hat keine echte Qualität mehr. Spielcasinos haben die Menschheit noch nie voran gebracht; genau daran, an diesem Urteil, erkennt man echte Qualität.

Berlusconi bleibt ein alter Römer

Montag, den 11. April 2011 um 7:53

In wenigen Tagen wird Silvio Berlusconi vor Gericht stehen, weil er mit einer 17-jährigen Marokkanerin, die darob Karriere gemacht hat, mehrfach den Beischlaf ausgeübt hat. Berlusconi, der sich mehr als jeder andere Staatschef aufgrund seiner politischen Macht bereichert hat und das Land zugrunde gehen liess, steht in einer glanzvollen Liste: Römische Kaiser zu Dutzenden, John F. Kennedy, Franz-Josef Strauss im Bordell, Willy Brand im Zug, Bill Clinton auf dem Flur, Julia Tymoschenko und Sarah Palin im Internet. Ein Schweizer Bundesrat konnte sich knapp retten. Macht ist einfach erotisch.

 
     
     
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