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Tagesarchiv für 28. März 2011

Der Tanz der Welschen

Montag, den 28. März 2011 um 15:27

Radiojournalisten gehören einer anderen Welt an, müssen sie doch durch ihre Sprache, Laute und Geräusche den Zuhörer an ihr Medium binden. Die welschen Radiojournalisten halten sich für viel besser als ihre Deutschschweizer Kollegen, und ich durfte in Zürich erleben, warum dies zutrifft.

Bei einer Ganztages-Reportage über die Zürcher Regierungsratswahlen kam aus Lausanne die Starreporterin (Productrice éditoriale) Nathalie Ducommun an die Limmat, um ihren welschen Hörern das Klima und die politische Situation zu vermitteln. Sie wurde begleitet von der in Zürich arbeitenden Korrespondentin Delphine Gendre.

Die beiden waren ein perfektes Paar in diesem Sendungs-Marathon. Delphine Gendre kam sachlich über den Sender, gut vorbereitet, Inhalte vermittelnd. Nathalie Ducommun jedoch sprach nicht nur, sondern „tanzte“ durch die Sendung, welche sie geplant hatte, das Mikro in der Hand, sich wiegend, im Thema lebend. Beschrieb sie ihre Umgebung, griffen Hände und Augen den Raum ab, der sie umgab. Blitzschnell erfasste sie Situationen und Menschen, nie den eigenen Rhythmus verlierend.

Es war eine faire Sendung, in der viel über Zürich und die Zürcher vermittelt wurde. Nathalie Ducommun sagte gegen Abend, es sei wunderbar gewesen in Zürich, denn ihre Interviewpartner hätten reagiert, debattiert und Argumente geliefert, wie das in der Waadt nicht immer der Fall sei. Für uns Zürcher ein klarer Fall: Die Konkurrenz ist härter, die Kommunikation professioneller. Das ist ein gutes Klima auch für welsche Journalisten, die Zürich im Tanz mit dem Mikrofon begreifen.

Was verbindet Ottmar Hitzfeld mit Fulvio Pelli?

Montag, den 28. März 2011 um 15:25

Einem Fussball-Nationaltrainer, dem kein Sieg mehr gelingen will, bleibt nur eines zu sagen: „Wir sind optimistisch und bleiben am Ball.“ Einem Parteipräsidenten, der seit Amtsantritt seine Partei nur kleiner werden sieht, bleibt nur die Erklärung: „Die Umfragewerte sind unwichtig.“ Ottmar Hitzfeld und Fulvio Pelli haben ein Problem gemeinsam: Sie gewinnen nicht mehr, Die Formulierung „nicht mehr“ wähle ich nur deshalb, weil man im Fussball wie in der Politik Erfolge immer konstruieren und damit Kritiker wiederlegen kann.

Die FDP steht bei 15 %, die Grünen und Grünliberalen, die im Leben noch nie etwas geleistet haben, kommen zusammen auf ein Viertel aller Stimmen, die SVP leidet unter dem japanischen Atomschock. Die Schweiz braucht einen neuen Napoléon, nachdem auch Christoph Blocher das Blatt nicht mehr wenden kann. Alle Parteien leben nur noch von der Hoffnung.

Journalistische Stilblüten (NZZ am Sonntag I)

Montag, den 28. März 2011 um 15:01

Manchmal wäre es wirklich besser, man ginge Golf spielen, anstelle den Sonntagvormittag damit zu verbringen, jene Zeitungen zu lesen, die man immer teuer bezahlt. In der „NZZ am Sonntag“ tut sich Franco Benini, dem Humor und Zynismus nicht abzusprechen sind, damit hervor, seine Schwierigkeiten beim Öffnen seines Hosenlatzes zu beschreiben. Er bettet dies in eine Soziologie des Journalismus ein, um den gehobenen Ansprüchen der NZZ-Gruppe nachzuleben.

Zur Steigerung der Originalität versteigt sich die Redaktion dann zur Behauptung, die arabische Revolution vom Jemen bis nach Marokko sei angetreten, in diesen Staaten „Das Erbe der Nazis“ zu beseitigen. Wer die Geschichte Arabiens kennt, der weiss, dass dort die freien Franzosen und Engländer das Kommando geführt haben. Aber Geschichtsunterricht ist in unserem heutigen Schulsystem kaum noch gefragt, sodass der „NZZ am Sonntag“ die Ehre zukommt, auch diese Falschmeldung, zum Primeur gemacht zu haben.

Dafür wird allmählich deutlicher, dass die Aufstände in diesen Staaten von US-freundlichen „Think Tanks“, so Otpor in Belgrad und der Soros Stiftung, und von diesen unterstützten „Kommunikationsspezialisten „ massgeblich ausgelöst wurde. Ganz wie einst in Osteuropa.

Gutes Image der beiden Grossbanken?

Montag, den 28. März 2011 um 13:46

Der CS-Konzern hat einen VR-Präsidenten, den man kaum zur Kenntnis nimmt, der, obwohl er einige kluge Fachbücher geschrieben hat, nur als Statthalter ausländischer Aktionäre und Topmanager gilt. Noch schlimmer der UBS-Konzern, der mit Kaspar Villiger einen Alt-Bundesrat angeheuert hat, der heute mit Jahreseinkünften von über CHF 5 Mio., wovon CHF 1.5 Mio bezogen werden, als Abzocker gilt. 80 % des von ihm vertretenen Kapitals gehören ausländischen Grossaktionären. Villiger ist ein VRP mit der Aufgabe das Schweizer Volk darob zu beruhigen.

In den Konzernführungs-Etagen beider Grossbanken ist man über die Gesamtenwicklung beider Banken nicht unglücklich, zumal trotz rückläufiger Boni der indivuduelle Finanzrahmen immer noch stimmt. Es gibtt auch allen Grund zur Annahme, dass das laufende Jahr noch besser wird als das letzte, und 2012 steht die UBS in einem Jubiläumsjahr, was die Wahrscheinlichkeit steigen lässt, die Grossbank werde wieder Dividenden bezahlen.

Problematisch sind die Verhältnisse im Stammland Schweiz. Nicht nur die die Schweiz. Nationalbank, sondern eine ganze Reihe anderer wichtiger Institutionen sind der Ansicht, die beiden Grossbanken müssten an kurzer Leine geführt werden, weil sie jederzeit in der Lage seien, aufgrund ihrer Grösse und Kreditvergabe den Rest der Schweiz nach den Vorbildern Island und Irland zu ruinieren. Natürlich stellen dies die Bank-Konzernleitungen in Abrede, aber „Wer einmal lügt, dem…“ die letzte Finanzkrise, wo die beiden Schweizer Grossbanken resp. deren Investmentabteilungen zu den dümmsten der Welt gehörten, lässt grüssen. Es war eben nicht nur ein Marcel Ospel (der aber ganz besonders), sondern es waren Hundertschaften von Bankmanagern, welche die noch riskanten Anlagen in den USA vornahmen und ihrer Kundschaft weiter verkauften.

Merke: Der Bundesrat und die spitzen der bürgerlichen Parteien werden kaum etwas tun, damit UBS und CS übermässig unter Druck kommen. Es sind die „einfachen Parlamentarier“, die Professoren, die Nationalbank und das Schweizer Volk, welche den Druck auf die beiden Grossbanken aufrecht erhalten, damit der keine Gewinne, aber hohe Boni bringende „Hochdruck-Reaktor“ Investmentbanking ausgegliedert wird. Die UBS hat im letzten Jahr im Retailbanking und im „Wealth Management“ gegen eine Milliarde Franken verdient. Ob dies gerade in der Schweiz, wo der Konkurrenzdruck gross ist, in Zukunft gehalten werden kann, ist keineswegs sicher. Gerade Oswald Grübel, CEO des UBS-Konzerns, wird seine Versprechen an die (Gross-)Aktionäre nur halten können, wenn er den Konzern intelligent aufteilt.

Entrepreneurs sind Abenteurer

Montag, den 28. März 2011 um 10:49

Schon der Titel der Einladung war abenteuerlich „Sind Entrepreneurs die besseren Manager?“ Entrepreneurs sind zumeist egozentrische Abenteurer, wie die Absage zu diesem Anlass beweist. Andy Rihs, der unter Insiderverdacht steht, weil er seine Sonova Aktien wenige Stunden vor deren Absturz verkaufte, wollte oder konnte der Einladung der Bellevue Asset Management AG, der Finanz und Wirtschaft und der VP Bank zu einem halböffentlichen Gespräch am 6. April nicht mehr Folge leisten.

Hätten die Einladenden mehr von Prof. Fredmund Malik gelesen, wüssten sie, dass Management ein Handwerk ist. Rihs sah sich immer als Künstler, was ihn vor Abstürzen nicht schützte. Die potentiellen Gastgeber haben mit dieser Wahl auch einiges über sich selber offen gelegt.

Intellekt in Grossbanken

Montag, den 28. März 2011 um 10:46

Man fragt sich wirklich, was ein Dimon, Blankfein, Grübel, Ackermann und Dougan an langfristiger Perspektive wirklich bieten können ausser derjenigen, den ROI ihrer Banken zu optimieren. Bei Anlässen, wie dem WEF von Prof. Klaus Schwab, treten sie als sorgfältig inszenierte Selbstdarsteller auf, die nichts sagen dürfen, um Aktionäre, Märkte und Kunden nicht zu verwirren. Ein falscher Satz, wie das Beispiel von Rolf Breuer zeigt, dem einstigen Vorstandssprecher der Deutschen Bank, kann diese wie den Verursacher Millionen kosten. Lediglich die Mitarbeiter, die man in diesen Kreisen gerne zu Tausenden auf einmal entlässt, müssen alles schlucken, siehe UBS-Salär- und Mitarbeiter-Beurteilungsmodell.

Ganz anders wirklich unabhängige Unternehmer. Der St. Galler Intellektuelle, Bankier und bald VR-Präsident der NZZ-Gruppe Dr. Konrad Hummler hat soeben bestätigt, wir hätten in der Schweiz „kein kapitalistisches Bankensystem mehr“, weil der Staat zumeist die Kontrolle über die Banken habe. Die derlei entmündigten „Staats“-Banken haben sich dazu, ausser mit operativen Bemerkungen, noch nie geäussert. Ebenso überraschend Nouriel Roubini, Inhaber eines „Think Tanks“ mit 40 Ökonomen und Strategen, der den Grossbanken auf deren eigenen Seminaren (Beispiel CS Group) vorhält, sie hätten nach 20 Jahren Securitization verlernt, wie man Kredite gibt, weil man die gründliche Recherche verlernt habe. Das ist ja noch toller, denn die Sicherheit der Schweiz hängt entscheidend davon ab, dass UBS und CS das globale Kreditmanagement noch beherrschen. Merke: Wenn Banken sich äussern, vertreten sie nicht gesamtstaatliche, sondern eigene Interessen; äussern sie sich nicht, bleiben sie eine gefährliche Blackbox.

Das ewige Gesicht des Soldaten

Montag, den 28. März 2011 um 8:55

Carter F. Ham heisst der US-General.der von Sindelfingen/D aus den Einsatz der Truppen gegen Libyen koordiniert (schon dieses Wort ist eine Beschönigung). Sein Kopf verkörpert das ewige Gesicht des Soldaten, wie es sich seit Jahrtausenden nicht verändert hat. Man kann ihm den assyrischen Schlachthelm aufsetzen oder den Helm der Römer mit grossem Bart, diese Soldaten-Manager sehen immer gleich aus. Sie müssen ihren Job tun, der Krieg heisst.

BB, der elegante Deutsche

Montag, den 28. März 2011 um 8:54

Der Niedergang der Familie Krupp war verbunden mit dem Aufstiegt ihres Hausmeiers Bertold Beitz. Er verkörpert bis heute den eleganten Deutschen, der alle Krisen gemeistert hat: den Juden richtete er ein eigenes Lager ein, setzte sich mehrmals auch gegen die Gestapo durch. Er verbündete sich mit dem Schah von Persien, der eine gute Milliarde in die Firma brachte, ebenso wie mit Erich Honnecker. Beitz blieb Beitz, das ist viel.

Wie viel an Qualität die deutsche Elite verloren hat, zeigt das Beispiel des unseligen Günther Oettinger, den Angie Merkel als EU-Kommissar nach Brüssel abgeschoben hat. Er macht die Welt verrückt mit seinen düsteren Kommentaren zu Japan und der Energie-Zukunft. Die alte Generation hatte noch Nerven, die der jungen abgeht.

 
     
     
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