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Tagesarchiv für 17. März 2011

Ostschweizer Rätsel

Donnerstag, den 17. März 2011 um 15:42

St. Gallen und Chur liegen auf Schweizer Gelände irgendwo zwischen München und Milano. Keine der beiden kantonalen Hauptstädte will in den Einflussbereich Zürichs gehören, St.Gallen schon gar nicht. Chur ist die Hauptstadt des Kantons Graubünden, volkstümlich „Alpen-Zürich“ genannt. Frauenfeld, Hauptstadt des Thurgaus, zählt schon eher zu Zürich, zumal die „Thurgauer Zeitung“ jetzt zur NZZ-Gruppe zählt, ganz wie das „St. Galler Tagblatt“ auch. Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument hat mit Sitz in Chur ein ausgedehntes Medienreich („Südostschweiz“) zwischen dem Bündnerland und der Innerschweiz aufgebaut. Er lebt ein wenig abseits, ganz wie die Südwestschweiz (Wallis-Waadt-Genf) auch, und pflegt seine Selbständigkeit.

Die Ostschweiz, in Ermangelung eines echten Zentrums, ist ein Übergangsland ganz wie der Kanton Aargau. Derlei Substrate werden eigentlich nur zusammen gehalten durch die Definition, was sie nicht sein möchten: kein Dütscher, kein Bayer, kein Vorarlberger, kein Zürcher. Im Zeichen der Globalisierung handelt es sich um Erwartungszonen, wirtschaftliches Reservegebiet, das noch nicht voll erschlossen ist. Im Aargau wie in der Ostschweiz sind die Haus- und Wohnungspreise, wie die Mieten, auch deutlich günstiger als in den Zentren.

Wie das moderne Zürich erst 160 Jahre alt ist, um dann mit Alfred Escher einen Entwicklungsschub zu erleben, braucht auch die Ostschweiz jemand, der dem ganzen Sinn vermittelt. Eine Region Ostschweiz, vom Ofenpass bis zum Bodensee, von Frauenfeld bis Bregenz, das würde Sinn machen.

Zwei Katastrophen

Donnerstag, den 17. März 2011 um 15:42

Alle reden und schreiben über Japan, während sich bei uns Katastrophen entwickeln, die niemand wirklich zu beschreiben vermag:

– Beispiel 1: Bistum Chur
Bischof Vitus Huonder sitzt einsam in seinem Schloss, die oberen Führungskräfte distanzieren sich von ihm, die Synodalen drehen ihm den Rücken zu, die Gemeinden kennen ihn kaum noch. Die Personalpolitik, umgesetzt von Weihbischof Annen, ist nicht existent. Generalvikar Martin Grichting verbreitet Aufbruchstimmung. Halleluja! Das einst stolze Bistum Chur ist im Untergang befindlich, fehlt nur noch, dass der römisch-katholische Dampfer, ganz wie in Japan, die Unterseite nach oben dreht. Nur der Nuntius und Rom können Rettung bringen. Die „Chilebank-Christe“ sind entsetzt; sie zahlen gerade wieder ihre Kirchensteuer.

– Beispiel 2: FDP Schweiz
Parteipräsident Fulvio Pelli ist wie der Reiter über den Bodensee (oder sagen wir besser: Lago Maggiore). Seit er sein Amt angetreten hat, verfügt die Partei über kein nennenswertes Programm. Der Parteivorstand, voller renommierter Persönlichkeiten, denkt individuell an seine eigene Karriere. Der Tessiner stammelt seine meist unverständlichen Erklärungen. Generalsekretär Stefan Brupbacher sucht zu retten, was zu retten ist. Die einst übernommenen westschweizer Liberalen machen keinerlei Stich mehr; Hilfe! Der Albtraum der Herbstwahlen kommt immer näher. Die Milliardäre und 100fachen Millionäre stehen fest zur SVP. Was bleibt der FDP? Der meist geizige Mittelstand. Kein Geld, keine Idee, nicht einmal Bundesräte (Burkhalter, Schneider-Ammann), die das Volk überzeugen! Ein Wunder ist notwendig.

Derlei kurze Illustrationen sollen deutlich machen, dass hinter dem Schein der Bonhomie kaum noch Leistung zu finden ist. Reich und intelligent ist nur noch die A-Schweiz der globalen Konzerne und Dienstleister, während die B-Schweizer Institutionen im Sumpf ihrer eigenen Selbstzufriedenheit waten.

Panikmache unserer Leitmedien

Donnerstag, den 17. März 2011 um 15:42

Wie wir die Volksrevolution in Nordafrika umjubelt haben, ohne viel über sie zu wissen, wie unsere Medien zur Jagd gegen die Herrscher nordafrikanischer Staaten geblasen haben, gewissermassen als Altherren-Reflex in Erinnerung an unsere Revolutionen vor 180 Jahren, wie nunmehr die Medien die Dramatik der Ereignisse in Nordjapan (die schlimm genug sind) noch dramatischer darstellen als es nötig wäre, um ihre Leser, Hörer und Zuschauer nicht zu langweilen, wie beschwörend geschrieben wird „Wir werden nach der Katastrophe nie mehr die gleichen sein“, das ist alles völlig unglaubwürdig. Wir befinden uns jetzt im Wahlkampf; danach werden wir alle wieder die gleichen sein.

Das Weinbuch zweier Freundinnen

Donnerstag, den 17. März 2011 um 15:41

Wie viel Spass ein Buch machen kann, ganz anders als die Ipad-Manie der Halbleser, beweisen die beiden Freundinnen Madeleine Gay und Chandra Kurt, die erstere eine berühmte Walliser Winzerin, die andere die berühmteste Wein-Autorin der Schweiz. Sie haben soeben bei Orell Füssli das handliche 170 Seiten-Werk „Vom Humagne Rouge bis Heida“ vorgelegt, „ein weinkulinarisches Abenteuer im Wallis“. Das Timing ist auch insofern perfekt, als die Regierung des Kantons Wallis mit Volkswirtschaftsdirektor Jean-Michel Cina an der Spitze, zusammen mit den Organisationen der Walliser Weinwirtschaft sich eine „Charta der Qualität“ gegeben haben, ein Grundgesetz für den Anbau von Qualitätsweinen mit höherer Wertschöpfung.
Das Team Gay/Kurt hat eine sehr praxisnahe Liebenserklärung an die Walliser Produkte vorgelegt, sind in ihrem Buch doch nicht nur die edlen Weine des grössten Weinanbaugebiets der Schweiz vorgestellt, sondern auch die vielen anderen Produkte des Wallis, die den Gaumen zum Entzücken bringen, z.B. Steinpilzrisotto à l’Humagne Rouge.

Das schmucke Werk ist angereichert mit Schwarzweiss-Fotos aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, worin uns das Ur-Wallis gegenüber tritt, darin Menschen von überraschender Eleganz, wie man sie im Bergkanton nicht erwartet.

Diese beiden Botschafterinnen des Wallis können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ein Kanton lebt von seinen kreativen Menschen.

Panikmache unserer Leitmedien

Donnerstag, den 17. März 2011 um 15:41

Wie wir die Volksrevolution in Nordafrika umjubelt haben, ohne viel über sie zu wissen, wie unsere Medien zur Jagd gegen die Herrscher nordafrikanischer Staaten geblasen haben, gewissermassen als Altherren-Reflex in Erinnerung an unsere Revolutionen vor 180 Jahren, wie nunmehr die Medien die Dramatik der Ereignisse in Nordjapan (die schlimm genug sind) noch dramatischer darstellen als es nötig wäre, um ihre Leser, Hörer und Zuschauer nicht zu langweilen, wie beschwörend geschrieben wird „Wir werden nach der Katastrophe nie mehr die gleichen sein“, das ist alles völlig unglaubwürdig. Wir befinden uns jetzt im Wahlkampf; danach werden wir alle wieder die gleichen sein.

„Ich gehe noch rasch beten….“

Donnerstag, den 17. März 2011 um 8:54

…mit diesem Satz stürzte sich, erfolglos, der Küsnachter reformierte Pfarrer Marco Bianca in die letzte Phase seines Wahlkampfes zum Präsidenten des Zürcher reformierten Kirchenrates. Es sind die hablichen Zürcher Bürgerinnen und Bürger, Synodalen genannt, die sich mit Michel Müller, einem konservativ-umgänglichen Gemeindepfarrer, einen neuen Primus gegeben haben, der in der Zufallswahl sich selber wählte. Der charismatische Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist, der wohl am ehesten von allen Kandidaten die Christus-Nachfolge verkörperte, hatte in diesem Kreis keine Chance. Bianca, der zweite Sieger, ist beleidigt und prüft Konsequenzen. Dies alles beweist, wie hart umkämpft die Kirchenämter heute sind.

Es würde den Reformierten gut anstehen, mehr Profil als bisher zu zeigen, wie Thomas Ribi in der „NZZ“ schrieb. Der ob seines gemessenen Auftritts weithin ge- wie überschätzte vormalige Präsident Ruedi Reich, der in seinem letzten Interview davon sprach „die Kirche darf sich nicht verbiegen“, hat den seit Beginn seiner Amtszeit anhaltenden Niedergang der Zürcher Reformierten bei weitem nicht aufhalten können. Ergebnis: In bildschön renovierten Kirchen sitzen wenige überalterte Gläubige auf meist leeren Bänken. Die Zürcher Reformierten sind wohlhabend, Millionen an Finanzmitteln sind auf den Banken gebunkert, haben aber nicht die geringste Lust, ihr goldenes Kirchenghetto mit anderen zu teilen. Die Aids-Seelsorge hat man aufgegeben, weil sie nicht mehr notwendig sei. Eine Perspektive ist für die Kinder Zwinglis weit und breit nicht in Sicht.

Japan, wie weiter?

Donnerstag, den 17. März 2011 um 8:54

Die besten Zeitungen der Welt lesend, schwankt der Schuldenstand Japans, gemessen am BIP, zwischen 200, 229 und 248 %. Natürlich betrügen alle Regierungen ihre Völker, denn die Politiker wollen entweder weiter regieren (China, Libyen, Kongo etc.) oder wieder gewählt werden. Auf die Daten der Ökonomen ist kein Verlass mehr; Ökonomie ist keine seriöse Wissenschaft.

Kennen Sie den Karajan der Modeschöpfer?

Donnerstag, den 17. März 2011 um 8:53

Karajan hiess einer der grössten Dirigenten des 20. Jahrhunderts; sein Erbe wird von der Schweiz aus verwaltet. Blicke ich auf den Chanel-Designer Karl Lagerfeld, sehe ich den Karajan der Modeschöpfer vor mir: beseelt von Jahrzehnte währender Energie, sich selbst zum Objekt gestylt, der maximalen Leistung verpflichtet. Merke: Erst im beginnenden Alter sieht man, wer zur Höchstleistung fähig ist.

 
     
     
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